im Gespräch mit Hallo München

Nadja Sabersky: „Superstar zu werden fände ich schrecklich“

Nadja Sabersky
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Nadja Sabersky

Vom Schultheater zum Gärtnerplatz-Jugendclub, dann auf die Bühne des Resi. Und jetzt ist sie zur Hauptsendezeit in den „Krimis aus Passau“ im Ersten zu sehen. Die 22-Jährige gilt in der Szene als eine der Nachwuchs-Hoffnungen schlechthin. Dabei lässt sie sich trotz vermeintlichen Traumberufs die Zukunft noch offen.

Frau Sabersky, die „Krimis aus Passau“ wurden bereits 2019 gedreht, werden aber erst jetzt ausgestrahlt. Welchen Moment finden Sie besser: Drehschluss oder wenn ein Film dann im Fernsehen läuft?
Ich glaube, ich finde es schöner, wenn Drehschluss ist. Obwohl der Moment natürlich auch traurig ist, wenn man ein Projekt abschließt und die Crew sich verabschieden muss.

Mussten Sie sich als junge Schauspielerin den Respekt am Set erst erarbeiten?
Der Respekt am Set bei den Krimis aus Passau war absolut da und die Arbeit war völlig auf Augenhöhe. Und das, obwohl ich keine ausgebildete Schauspielerin bin.

Wie fanden Sie dann den Weg vor die Kamera?
Ich war beim Schultheater, weil ich es schön fand, dann hat mir ein Freund vom Gärtnerplatztheater-Jugendclub erzählt und ich dachte mir, wow, toll! Dort habe ich vier Jahre lang gespielt. Später bin ich zum Jungen Resi gewechselt und schließlich wurde der Gedanke konkret, dass ich mich bei einer Agentur bewerbe.

Und dann kamen die ersten Rollen.
Am Set bei meinem ersten Film, dem Kurzfilm „Gartenfeind“, war ich sehr erstaunt, wie viel Arbeit der Dreh bedeutet. Man muss dieselbe Szene häufig spielen, einmal in dieser Einstellung, dann in einer anderen. Das kannte ich vom Theater überhaupt nicht. Ich fand es anstrengender, als ich es mir vorgestellt hatte.

Trotzdem blieben Sie dran. War für Sie immer klar, dass Sie Schauspielerin werden wollten?
Ganz ist mir das bis jetzt noch nicht klar (lacht). Es hat sich tatsächlich so entwickelt und ich bin froh, zu sein, wo ich gerade bin. Aber ich weiß nicht, ob es der Beruf ist, den ich ein Leben lang machen will.

Wieso?
Manchmal würde ich mir wünschen, es wäre die Kunst im Filmgeschäft noch wichtiger als der Gewinn. Dürfte ich mir noch etwas wünschen, wäre es mehr zeitgemäßes Umweltbewusstsein, weil es doch ein großer Energieaufwand ist, der hinter den Produktionen steckt. Es bewegt sich zwar etwas und es gibt vermehrt grüne Produktionen, aber in meinen Augen leider noch zu wenig.

Das klingt, als ob Sie nicht nach Hollywood müssten.
(lacht) So weit denke ich gar nicht. Ich denke eher Schritt für Schritt. Die Vorstellung, so ein Mega-Superstar zu werden, dass man nicht mehr die Straße lang laufen kann, ohne belagert zu werden, fände ich schrecklich. Ich würde mir dann Perücken kaufen und Sonnenbrillen und weite Jacken tragen.

Das passt zu Ihrem Instagram-Account – der auf „nicht öffentlich“ gestellt ist.
Beruf und Privates zu trennen finde ich wichtig.

Und wie steht es um Termine am Roten Teppich? Mögen Sie die?
Ich sehe solche Termine recht locker und mache mir einen Spaß daraus. Ich finde es schön, wenn ich Freunde mitnehmen kann, wenn ich einen lustigen Abend mit Kollegen habe.

Etwas anderes: Sie singen auch, richtig?
Gemeinsam mit meinem Bruder haben wir eine kleine Straßenband, die wir zu fünft als Hobby betreiben. Keyboard, Klarinette, Kontrabass, Schlagzeug und Gesang. Letztes Jahr haben wir viel im Englischen Garten gespielt. Dort hinter der Uni, wo man direkt reingeht, unter den Bäumen. Das machen wir hoffentlich bald wieder.

ZUR PERSON 

Die Liste an Rollen, die die 1998 geborene Schauspielerin Nadja Sabersky gespielt hat, wird quasi monatlich länger: Seit 2018 ist sie bei der Fernsehreihe „Daheim in den Bergen“ dabei, jetzt spielt sie in den Krimis aus Passau mit. Was als nächstes kommt? „Eine Action-Rolle fände ich auch mega spannend oder mal in einem historischen Film mitzuwirken… alles, was fordert und unter die Oberfläche geht“, sagt die 22-Jährige, die in München aufgewachsen ist und lebt. Auch die Frage, welche Rollen sie lieber ablehnt, beantwortet sie schnell: „So ‚Püppchen‘ möchte ich nicht spielen. Ich möchte mit einem Film etwas erzählen und wenn das was in den Köpfen der Zuschauer macht, dann finde ich das gut.“

Hallo München verlost Requisiten vom Dreh der Krimis aus Passau: einen Römerhelm, Mütze und Schal von Mia Bader und Tassen aus dem Café Hertel.

Sebastian Obermeir

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