Vom Traumjob ins „Küchenstudio“

Sabine Sauer wird 65: Die BR-Moderatorin blickt in Hallo auf 43 Jahre beim BR zurück

BR-Moderatorin Sabine Sauer wird am 23. Februar 65 und geht in Ruhestand.
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BR-Moderatorin Sabine Sauer wird am 23. Februar 65 und geht in Ruhestand.
  • Ursula Löschau
    vonUrsula Löschau
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Hörfunk- und Fernsehmoderatorin Sabine Sauer geht in den Ruhestand. In Hallo lässt sie 43 erfolgreiche Jahre beim BR Revue passieren. Wie es jetzt für sie weitergehen wird.

München - Es kann sich auch als Glücksfall herausstellen, in der Schule schlecht in Mathe zu sein. So jedenfalls war es bei Sabine Sauer, einer der bekanntesten Hörfunk- und Fernsehmoderatorinnen des Bayerischen Rundfunks.

Denn: „Eigentlich hätte ich gerne Medizin studiert. Aber mit meiner Beton-Fünf in Mathe war daran nicht zu denken“, verrät sie.

Kurz vor ihrem 65. Geburtstag blickt sie auf 43 erfüllende und erfolgreiche Jahre beim BR zurück – und nimmt etwas wehmütig Abschied von ihrem „Traumjob“. Gerne hätte sie noch weitergemacht, wäre beim BR nicht generell mit Beginn des Rentenalters Schluss.

Angst vor der Veränderung hat Sabine Sauer aber nicht: „Mir ist noch keine Sekunde langweilig geworden, und das wird auch in Zukunft so bleiben.“ Aktuell ist Sauer mit Bergen von Post beschäftigt, die sie zu ihrem Abschied erhalten hat.

Ideen gehen ihr keinesfalls aus.

„Ich hätte nie mit einer solchen Flut an Reaktionen gerechnet. Was ich da an lieben Zeilen und Worten bekommen habe, das hat mich schon sehr, sehr gerührt. Es wird sicher eine Weile dauern, das alles zu beantworten.“

Und dann sind da ja noch Sabine Sauers eigene Bühnenprogramme: musikalische Lesungen, mit denen sie ihr Publikum seit langem begeistert, sei es im Sommer unter dem Titel „Geh aus mein Herz“ oder mit ihren Lesungen zur Karwoche oder im Advent.

„Die würde ich gerne wieder spielen. Aber keiner von uns weiß im Moment, wie sich das weiterentwickeln wird. Auf jeden Fall habe ich schon Anfragen für 2022“, so die Künstlerin. Die Ideen gehen ihr keinesfalls aus. „Ich bin schon an etwas Neuem dran: Texte von Tucholsky mit Musik“, deutet sie an.

Tierische Überraschungsgäste

Zuletzt konnten die TV-Zuschauer sie Ende 2020 in dem BR-Heimatmagazin „Wir in Bayern“ erleben – der Sendung, die sie von der ersten Ausstrahlung 2003 an 17 Jahre lang moderiert hat.

Ihre Nachfolgerin dort ist die 37-jährige Sandra Bouscarrut (Hallo Interview). „Jeden Tag mit dieser Sendung bei den Menschen zuhause sein zu dürfen, war ein großes Glück“, sagt Sabine Sauer. Und bescherte ihr so manche Überraschung.

Zum Beispiel, als ein Gast einen Puma mitbrachte: „Es war Sommer, ich hatte offene Sandalen an, und der Puma hatte die größte Freude daran, mir an den Zehen rumzuschlecken, während ich mich konzentriert mit dem Gast unterhalten sollte“, erzählt sie. „Da muss man schon die Nerven behalten.“

Zusammen mit Weltstars gearbeitet

Dass sie keine Angst vor „großen Tieren“ hat, stellte Sauer auch in zahlreichen anderen Sendereihen und -formaten unter Beweis, darunter in der „Kino-Hitparade“ oder dem „Showfenster“ (ZDF, 1984 bis 1992).

„Das war schon sehr privilegiert, weil ich mit Weltstars wie George Harrison, Eric Clapton, Audrey Hepburn, Jack Lemmon und Elton John zusammenarbeiten durfte.“

Als Privileg empfindet sie auch die Möglichkeit, ihre eigene Bekanntheit zum Wohl der BR-Hilfsaktion Sternstunden einsetzen zu können. Seit 1997 moderierte Sabine Sauer, oder „Miss Sternstunden“, wie sie von vielen genannt wird, die jährliche Spendengala.

„Seit der Gründung 1993 wurden mehr als 278 Millionen Euro gesammelt und 3319 Kinderhilfsprojekte unterstützt“, betont sie nicht ohne Stolz. Dafür will sie sich auch weiterhin engagieren.

So will „Miss Sternstunden“ auch weiterhin helfen

„Ich werde den Sternstunden als Botschafterin und ehrenamtliche Helferin verbunden bleiben. Zum Beispiel werde ich weiterhin Patenschaften übernehmen und Spendenaktionen unterstützen. Da kann ich schon noch nützlich sein“, kündigt sie an.

Auch für die Carolinenkirche in Obermenzing will sie sich im Rahmen von Benefizveranstaltungen weiter engagieren. Aufgewachsen in dem Stadtteil im Münchner Westen, hat die Moderatorin und Journalistin nie den Kontakt dorthin verloren. Jetzt plant sie, von Nymphenburg, wo sie seit rund 30 Jahren lebt, wieder zurück in ihr dortiges Elternhaus zu ziehen.

Außerdem verrät sie, dass der BR einen „Lebenslinien“-Film über sie plant. Und wenn dann noch Zeit ist, ruft die Küche: „Das Kochen werde ich wieder intensivieren und mit dem, was ich bei ‚Wir in Bayern‘ gelernt habe, noch verfeinern.“ – So kann Sabine Sauer ihren Traumjob auch im Ruhestand wortwörtlich noch genießen.

ul

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