Interview: Banksy Ausstellung in München

Street-Art in der Museumsinsel: Banksy-Ausstellung in München

Ein Werk des wohl berühmtesten Street-Art-Künstlers ziert noch keine Münchner Wand wie hier auf dem Foto in New York.
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Ein Werk des wohl berühmtesten Street-Art-Künstlers ziert noch keine Münchner Wand wie hier auf dem Foto in New York.

Mehr als 100 Werke von Banksy sind von Donnerstag, 3. Dezember, bis Sonntag, 7. März, in der unautorisierten Ausstellung „The Mystery of Banksy – A Genius Mind“ zu sehen. Kuratiert hat die Schau der in Berlin lebende transdisziplinäre Schöpfer und Kreativist Guillermo S. Quintana – der wie Banksy selbst ansonsten lieber anonym bleibt. Hallo München hat mit ihm über die besondere Schau gesprochen.

Niemand kennt seinen wahren Namen. Doch er ist weltberühmt und seine Werke sind Millionen wert: Der Street-Art-Künstler Banksy, vermutlich aus Bristol stammend, erregt seit Jahrzehnten Aufmerksamkeit – mit gesprühten Werken auf der Straße, Aktionen im Kunstbetrieb und harscher Gesellschaftskritik. Dass er dabei anonym bleibt, ist gar nicht so wichtig. „Was zählt, ist, was er zu sagen hat“, urteilt Banksy-Experte Guillermo S. Quintana.

Ein echter Banksy ziert noch keine Münchner Hauswand. Ein großer Teil seines Schaffens kann aber jetzt in der unautorisierten Ausstellung „The Mystery of Banksy – A Genius Mind“ bestaunt werden.

Darüber hinaus haben die Straßen der Stadt Werke einiger anderer international renommierter Künstler zu bieten. Und die sind von solcher Qualität, dass München unter Kennern als Europas neue Hauptstadt der Street Art gehandelt wird. Lesen Sie hier mehr dazu.

Herr Quintana, eine Ausstellung über einen weltberühmten Künstler, dessen echten Namen niemand kennt. Wie geht das und was zeigt man da?
Die Ausstellung soll die Entwicklung von Banksy zeigen. Wie er mit Mitteln der Street Art zum bedeutenden zeitgenössischen Künstler wurde. Von seinen Anfängen in Bristol, als er dort Graffiti sprayte, bis heute. Wir zeigen circa 110 Werke. Darunter sind sechs Originale, die anderen sind Reproduktionen. Viele seiner Arbeiten sind ephemer. Das heißt, sie bestehen manchmal nur fünf Minuten, mal Monate und dann sind sie wieder weg. Mit der Ausstellung möchten wir die Bandbreite seines Schaffens an einem Ort zeigen.
Der Künstler selbst hat die Ausstellung nicht abgesegnet. Ist das nicht ein Problem?
„Ich bin nicht sicher, ob gerade ich mich darüber aufregen sollte, dass jemand Bilder ohne Genehmigung zeigt“, sagte Banksy, als er auf eine andere Ausstellung in Russland angesprochen wurde. Wir gehen offen damit um, dass die Ausstellung unautorisiert ist und unser Ziel ist ein ehrliches: Wir möchten ihm Respekt zollen und Tribut erweisen. Dafür, dass er den Mut hat, die Probleme der Gesellschaft anzusprechen und für alle sichtbar zu machen.
Der Street-Art-Künstler Banksy ist quasi anonymer Aktivist?
Nur wenige Künstler setzen sich ernsthaft mit den Belangen der Gesellschaft auseinander. Banksy ist einer davon. Umweltfragen, Tierrechte, Immigration: Er setzt sich in diesen Bereichen ein. Er will, dass wir Probleme klar sehen, die man auf Instagram, Facebook, TikTok oder sonst wo nicht sieht. Deshalb ist er in die Kunstgeschichte eingegangen. Jetzt schon, noch vor seinem Tod. Und seine Anonymität macht das noch schöner: Es zählt nicht, wer er ist, sondern was er zu sagen hat.
Und die Ausstellung soll seine Botschaft weitertragen?
Sie ist eine Einladung, in die Welt von Banksy einzutauchen. Die Leute zum Nachdenken zu bringen, ist auch das Ziel der Ausstellung. Deshalb ist mir die „Wall of Awareness“, die am Anfang der Ausstellung steht, besonders wichtig. Sie zeigt Probleme der Gesellschaft, die wir gerade bekämpfen müssen. Die Situation in Hongkong, fehlende Frauenrechte in Polen zum Beispiel. Ich hoffe also, dass man die Ausstellung als anderer Mensch verlässt.

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