Max von Thun (43) im Gespräch mit Hallo München

„In dieser Zeit ist das Schreiben Gold wert.“

Max von Thun (43) im Hallo-München-Interview.
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Max von Thun (43) im Hallo-München-Interview.

Von Fernsehen und Film über Musik bis hin zu Literatur: Die kreative Bandbreite von Max von Thun ist groß. Im Hallo-Interview spricht er darüber, wie 2020 für ihn verlaufen ist...

Neuer Roman, gemeinsames Hörspiel mit Sohn Leo sowie Vater Friedrich und Anfang Januar ein ZDF-Zweiteiler: Für den Schauspieler und Autor war es ein produktives Jahr. Warum es vorerst keine Vater-Sohn-Doppelinterviews geben wird und er keine Angst vor der Pubertät hat, verrät der Isarvorstädter im Interview.  

Herr von Thun, man könnte meinen, die Pandemie hat bei Ihnen für einen kreativen Schub gesorgt.

Es ist schwierig, weil ich gesehen habe, wie gebeutelt andere Künstler sind. Beim Hörspiel hatte ich bereits vorher ausgemacht, das zuhause zu produzieren. Wir konnten diese Zeit nutzen. Ich bin dankbar, dass ich diesen Sommer auch drehen durfte. Im März, April hätte ich das nicht für möglich gehalten. Aktuell schreibe ich an einem zweiten Roman, der fast fertig ist. Als Schauspieler bist du abhängig, aber nicht als Autor. In dieser Zeit ist das Schreiben Gold wert. 

Der Schwarzwaldkrimi geht in die zweite Runde. Wie war die Rückkehr ans Set?

Allgemein war es sehr schön, denn Drehzeit ist Lebenszeit. Wenn man ein Team hat, das man mag und dann wieder gemeinsam dreht, ist das sehr angenehm. Die Orte kennt man dann auch. Allerdings war es diesen Sommer viel schöner zu drehen als damals im Spätherbst, wo es doch düster und nebelig war. Ich habe auch meinen Sohn mal zu mir geholt und dem hat es gut gefallen.

Im Film verschwindet der Sohn Ihrer Rolle. Wie spielt sich das, wenn man so ein inniges Verhältnis zum eigenen Sohn hat?

Als Schauspieler schöpft man immer aus dem, was man kennt. Die Sorge kann ich gut nachvollziehen, auch wenn es keine schöne Vorstellung ist. Ich bin sehr froh, dass es nur ein Film ist. 

Wie fällt Ihr Resümee für 2020 aus?

Ich empfand das Jahr als anstrengend, es nervte mich sehr. Ich spüre aber auch die Notwendigkeit für viele der Maßnahmen. Es hilft, wenn man ein Ventil findet, um damit umzugehen. Auch ich bin kein Fan von 2020.

Welche Hoffnungen und Wünsche haben Sie für das anbrechende Jahr?

Tja, wie alle hoffe ich, dass alles möglichst bald zur Normalität zurückkehrt. Die Impfstoffe werden dabei eine Rolle spielen, denn wir können auch nicht alle drei Monate in den Lockdown gehen, und einen Wirtschaftszweig nach dem anderen sterben lassen. Und die Generation meines Sohns muss alles zurückzahlen. Ich selbst habe andere Projekte, mache mir weniger Sorgen für mich privat. Aber ich sehe, wie andere in meinem Umfeld leiden. 

Sie haben erzählt, mit seiner kindlichen Fantasie käme Ihr Sohn auf Lösungen, die man als Erwachsener beim Schreiben nie sehen würde. Ein guter Rat für aktuelle Probleme?

Mein Sohn ist sieben, viele Probleme verstehen Kinder gar nicht. Sie haben mehr Fantasie als Erwachsene und ich mache mir das zu Nutzen. Jede seiner Ideen ist toll, ich nehme alles auf. Und wenn er erzählt, dass in der Unterwasserwelt auch Delfine sind, ich ihn aber erinnere, dass die dort gar nicht atmen können, sagt er: „Aber Papa, das ist doch ein Kinderbuch.“ Und das ist das Schöne daran. Dort ist alles möglich.Hallo verlost fünf Exemplare des neuen „Sternenmann“-Romans

Hallo verlost fünf Exemplare des neuen „Sternenmann“-Romans von Max von Thun und seinem Sohn.

Ihre Projekte wachsen mit Ihrem Sohn mit. Können Sie sich das auch bis zur Jugend vorstellen? Vielleicht mal eine gemeinsame Platte zu machen?

Mit dem Gedanken spielen wir schon jetzt. Er spielt etwas Gitarre, probiert sich beim Texten. Ich schreibe auch schon an Sachen für Ältere. Wenn ich meinen Sohn nach seiner Meinung frage, erklärt er: Das gefällt der Altersgruppe, aber das Lied hinten muss fetziger sein. Da fällt mir das Mikro aus der Hand. Er sieht sich als Autor, der andere bedient. Ich mach mir keine Sorgen mit Blick auf die Pubertät. Wenn man eine gute Basis hat, ist die Absturzgefahr geringer.

Ihr Sohn erscheint unter Künstlernamen, verkleidet. Sie möchten Ihn nicht in die Öffentlichkeit zerren. Wann stellen Sie ihm es frei?

Das weiß ich nicht. Die Verkleidung macht ihm Spaß und gibt ihm nicht das Gefühl, dass ich ihn verstecke. Er hat sich diesen coolen Künstlernamen ausgedacht, um den ich ihn beneide. Wir haben auch mal überlegt, ob wir zusammen ein Interview geben sollen. Aber er weiß dann gar nicht, was er dann sagen soll und würde drauflosplappern.

Von der Isarvorstadt ins Weltall: Max von Thun entwirft gemeinsam mit Sohn Leo neue Abenteuer des „Sternenmanns“.

Zur Person

Von Fernsehen und Film über Musik bis hin zu Literatur: Die kreative Bandbreite von Max von Thun, am 21. Februar 1977 geboren, ist groß. Seit 1997 stand der Sohn von der österreichischen Schauspielgröße Friedrich von Thun in zahlreichen TV- und Kinoproduktionen vor der Kamera.

Als Musiker veröffentlichte er gemeinsam mit einer Band ein Album, komponierte für seinen Sohn Leo Schlaflieder. 2018 folgte mit „Der Sternenmann“ das Autoren-Debüt. Co-Autor seines neuen Romans ist von Thuns Sohn unter dem Künstlernamen Romedio von Stein – angelehnt an den bürgerlichen Namen seines Vaters, Maximilian Romedio Johann-Ernst Thun-Hohenstein.

Anfang des neuen Jahres ist der 43-Jährige im TV-Zweiteiler „Wald­gericht – Ein Schwarzwald­krimi“ zum zweiten Mal an der Seite von Jessica Schwarz zu sehen – am Montag, 4., und Dienstag, 5. Januar, jeweils um 20.15 Uhr im ZDF und ab sofort in der Mediathek.

Max von Thun ist im „Schwarzwaldkrimi“ zum zweiten Mal an der Seite von Jessica Schwarz zu sehen.

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