Annika Preil im Gespräch mit Hallo München

„Tiere arbeiten halt nicht nach Drehplan“

Anna und die wilden Tiere,Schlau wie die Schimpansen
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Anna und die wilden Tiere,Schlau wie die Schimpansen

Sie besucht Berggorillas in Uganda oder schwimmt mit Haien – in ihrem TV-Format „Anna und die wilden Tiere“ lässt die Münchnerin Kinder an ihren exotischen Begegnungen teilhaben. Eine Auszeichnung bekam sie jetzt aber für ihr Spezial im Bayerischen Wald. Was sie dort erlebt hat und in welchem Moment sie der Mut verlässt, lesen Sie hier. 

Frau Preil, eine Kinderjury hat Ihrem Spezial „Anna und der wilde Wald“ im Juni den renommierten TV-Preis „Prix Jeunesse International“ verliehen. Was hat diese Produktion besonders gemacht?
Normalerweise bin ich mit „Anna und die wilden Tiere“ in der ganzen Welt unterwegs, um exotische Tiere zu treffen. Jetzt sind wir mal vor der eigenen Haustür, im Bayerischen Wald. Es war total schön zu merken, wie spannend es dort ist. Und man weiß auch gar nicht so viel über die heimischen Tiere, wie man denkt. Auch über Eichhörnchen, Biber und Vögel gibt es noch viel zu lernen.

 Hallo München verlost fünf Exemplare von „Anna und die wilden Tiere“ DVDs mit jeweils vier Folgen. 

Können Sie ein bisschen über die Dreharbeiten erzählen?
Insgesamt haben wir, glaube ich, 17 Drehtage gehabt. Für eine Folge, die 24 Minuten dauert, brauchen wir zwei bis drei Drehtage. Geduld gehört zu Tierdrehs, das musste ich auch erst lernen. Im Wald haben wir versucht, Rehe zu sehen. Das ist manchmal frustrierend, wenn man vier Stunden da sitzt – und es passiert nichts. Die Tiere arbeiten halt nicht nach unserem Zeitplan. Aber es hat den Vorteil, dass man sich auf das einlassen kann, was sich ergibt. Wie zum Beispiel als die Steinmarder aus dem Aufzuchtkäfig plötzlich ausgebüxt sind.

Gibt es ein Tier, über das Sie persönlich noch eine Folge drehen wollen?
Was ich unbedingt noch machen möchte, sind Wale. Das stelle ich mir toll vor. Und Bären. Ich habe schon mit Eisbären und den Pandabären gedreht, aber eine Begegnung mit Braunbären fehlt mir – da bin ich noch ganz scharf drauf.

Machen Sie als Anna Dinge, die Sie als Annika niemals machen würden?
Ich bin als Anna schon mutiger. Es kommt oft vor, dass ich im Vorfeld sage: „Nein. Das mache ich nicht, das traue ich mich nicht.“ Und dann geht es in der Situation doch. Zum Beispiel war es für mich eine extreme Überwindung eine Vogelspinne auf die Hand zu nehmen. Da habe ich wirklich geweint als es soweit war. Im Endeffekt war es nicht schlimm und ich war froh, dass ich es gemacht habe. Aber im Fernsehen sieht man schon, dass ich die Buxe voll habe.

Annika Preil aus „Anna und die wilden Tiere“ im Interview

Wie bereiten Sie sich auf die einzelnen Sendungen vor?
Ich arbeite mit einem Regisseur und Autor zusammen. Der bespricht mit einem Experten vor Ort, wie der Tagesablauf des Tiers aussieht. In 90 Prozent der Fälle läuft es anders ab. Wir haben extra Biologen, die im Vorfeld Tierinfos recherchieren. Vor Ort ist das meiste dann spontan. Sonst wäre die Sendung nicht so authentisch.

Welche von den bisher 85 Folgen ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?
Ein sehr besonderes Erlebnis waren die Berggorillas in Uganda. Das war ein Gänsehaut-Moment für mich. Und eine meiner ersten Folgen mit den Seekühen in Florida. Das Schnorcheln mit den tonnenschweren, ruhigen Tieren hat mich nachhaltig beeindruckt.

Denken Sie drüber nach, wie Sie mal ihren eigenen Kindern Tiere nahebringen?
Die werden wahrscheinlich genervt sein, wenn ich immer wieder ankomme mit „Da war ich mit einem Tiger unterwegs“...

Sie bekommen viele Reaktionen von Ihren Fans. Stellen Münchner Kinder andere Fragen als Landkinder?
Nein. Aber ich bin immer sehr begeistert, wie speziell sich Kinder über bestimmte Tierarten informiert haben. Es gibt immer Fragen, die ich nicht beantworten kann. Wir haben letztes Jahr eine Folge über Meeressaurier gemacht – da kannte ich mich wirklich schlechter aus als die Kinder...

Was haben Sie aus der Folge „Wilde Tiere in der Stadt“ für sich mitgenommen?
Ich war sehr überrascht, dass es in München so viele Wildtiere gibt, die sich sehr gut an uns angepasst haben. So wie die Greifvögel, die sich nicht ein Stück Wald gesucht haben, sondern ihr Nest im Kare-Kraftwerk gebaut haben.

Ihren ersten TV-Auftritt hatten Sie als Zweijährige als Tochter von Uschi Glas und Elmar Wepper in der Kultserie „Zwei Münchner in Hamburg“. Wie kam es dazu?
Meine Mutter hat eine Au-Pair-Agentur und sich damals mit einer Schauspielagentin getroffen, die eigentlich ein Au Pair suchte. Meine Schwester und ich waren zufällig dabei. Die Agentin hat mich gecastet. Ich war gut zu steuern – habe geweint, wenn meine Schwester mir Gummibärchen weggenommen hat, aber dann auch schnell wieder aufgehört – und habe die Rolle bekommen.

Zur Person

Annika Preil wurde am 13. Februar 1990 in Dachau geboren. Seit ihrem zweiten Lebensjahr ist sie als Schauspielerin tätig, wirkte unter anderem in Fernsehproduktionen wie „Gottes mächtige Dienerin“, „Marienhof“ und „Tatort“ mit. 

„Nach dem Abitur 2009 habe ich kurz gezweifelt, ob man von der Schauspielerei leben kann“, erzählt die 30-Jährige im Interview. „Und da ich Kinder immer schon toll fand, habe ich Grundschullehramt studiert, aber immer wieder gedreht.“ 

Zum Ende des Studiums 2014 startete sie mit „Anna und die wilden Tiere“ und ist seitdem für das Format unterwegs. Derzeit dreht sie wieder neue Folgen. Aktuell wohnt Preil in München – „schön im Grünen.“

Maren Kowitz

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