Was gibt es 2019 Neues in den Vierteln?

Moosach und Freimann: Die große Jahresvorschau der Viertel-Chefs

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OEZ und MONA wollen neue Wege gehen.

Moosach/Freimann – 2019 steht im Münchner Norden viel an: Wolfgang Kuhn und Werner Lederer Piloty gewähren Einblicke in die Pläne und Projekte für Moosach und Freimann

Bezirksausschuss-Vorsitzender Wolfgang Kuhn (SPD).

Vor fast genau einem Jahr löste Wolfgang Kuhn in Moosach die langjährige BA-Vorsitzende Johanna Salzhuber ab. In Hallo zieht er kurz Bilanz und gibt einen Ausblick auf das Jahr 2019.

Herr Kuhn, wie lief das erste Jahr als Vorsitzender des BA Moosach?
Das Amt habe ich mit dem nötigen Respekt angetreten. Keinesfalls sollte der vorhandene besondere Moosacher Esprit verlorengehen. Ich glaube, das ist ganz gut gelungen.

Auf welche umgesetzten Projekte von 2018 sind Sie stolz?
Auf alle Themen, die wir zur Zufriedenheit lösen konnten. Dass etwa kein Kindergarten in der Borstei aus angeblichen Brandschutzgründen geschlossen wurde oder es möglich war, auch 2018 den Weihnachtsbaum am Westfriedhof zu kaufen.

Was ist 2019 besonders prägend für das Viertel?
Das Projekt „Soziale Stadt“ beginnt. Es können mit Einsatz von Finanzmitteln des Bundes und des Landes städtebauliche Maßnahmen erfolgen. Moosach wurde als Viertel mit soziologischem Entwicklungsbedarf eingestuft. Die Maßnahmen der „sozialen Stadt“ sollen die positive Entwicklung unterstützen. Damit dies gelingt, werden die Moosacher ab 2019 intensiv in die Planungen miteingebunden.

Ab 2019 möchten Sie als Vorsitzender Ihre Bürgersprechstunde mobil im Viertel verteilen. Wie ist der Stand?
Die Bürgersprechstunde startet im Februar. Dann abwechselnd am angestammten Ort „Alter Wirt“ und „auswärtig“ mobil.

Welche Wünsche haben Sie für 2019 bezogen auf Moosach?
Wie viele Stadtviertel wächst auch Moosach stetig. Ich hoffe, dass dieses Wachstum möglichst konfliktfrei vonstatten geht.

Das OEZ sowie das MONA sind derzeit in einer Umbruchsphase. Am OEZ ist eine Nachverdichtung geplant.
Einkaufszentren unterliegen wirtschaftlichen Zwängen. Im Fall MONA korrigiert die Centerleitung ein offensichtlich nicht so erfolgreiches Konzept. Und die Leitung des OEZ denkt darüber nach, ob sie nicht einen zusätzlichen Nutzen für die Gesellschaft haben könnte, Wohnraum zur Verfügung zu stellen.

Unter anderem mit dem neuen MO82-Tower kommen viele neue Bewohner ins Viertel. Wie begegnet der BA dem Verkehrs­problem?
Die Borstei macht seit längerer Zeit gute Erfahrungen mit Parkraummanagement. Gerne hätten wir dies auch rund ums OEZ realisiert. Dort haben die Erhebungen der Stadt leider ungünstige Zahlen hervorgebracht. Aber die letzte rund um den Seydlitzplatz war zielführend. 2019 wird sich die Stadt dort mit der Umsetzung eines Parkraummanagements befassen.

Welche Neuerungen gibt es in Sachen ÖPNV?
Der X50-Bus entlastet seit dem Winterfahrplan die Strecke Moosach zur Studentenstadt, Alte Heide. Der X80-Bus als neue Querverbindung von Moosach nach Puchheim konnte wegen Problemen bei der Personalgewinnung nicht in Betrieb gehen. Hier hoffen wir, dass dieses Problem bald beseitigt wird.

cla/mpl

Langsam geht es in Freimann voran

Ein großes Ziel des Bezirksausschusses für 2019 ist es, seine Pläne für den Wohnungsbau auf dem „Creative Campus“ südlich der Lokhalle umzusetzen.

Obwohl Stadtrat und Verwaltung in Freimann eine sehr „ermüdende Gang­art“ einlegen, wie Bezirksausschuss-Vorsitzender Werner Lederer Piloty kritisiert, sieht er für 2019 positive Entwicklungen: „Es passiert doch immer wieder Neues und sogar Auf- und Anregendes.“

So bleibt der BA an einer Anlage eines „Naturfreibads“ auf dem Gelände des ehemaligen Florianmühlbades dran, obwohl die Wettbewerbsvorgabe „Freisinger Landstraße“ ein Freigelände vorsieht. „Die Stadtwerke meinen, die Freimanner sollten ins Ungererbad fahren. Aber das ist weit weg vom Schuss und sowieso total überfüllt“, beklagt Lederer-Piloty. Der Betrieb eines Naturbads sei deutlich günstiger als ein Bad mit Becken und Warmwasseraufbereitung: „Die Stadtverwaltung will das nun ernsthaft prüfen!“

Bezirks­ausschuss-Vorsitzender Werner Lederer Piloty (SPD).

Ebenso will der BA den Wohnungsbau auf dem „Creative Campus“ südlich der Lokhalle erwirken: „Es soll keine reine ,Büro-City‘ entstehen, sondern ein urbanes Mischgebiet. Das Bebauungsplanverfahren steht an, aber es können Jahre vergehen, bis der erste Spatenstich erfolgt“, so Lederer-Piloty.

Dafür startet der Bau des Gymnasiums und der Grundschule im südlichen Bereich der „Bayernkaserne“ dieses Jahr. Erste Häuser der „Kleinstadt“ sind für 2020 angekündigt. Rund 20 000 Menschen sollen dort in wenigen Jahren ihre Heimat finden: „Die ersehnte U-Bahnanbindung wird zwar erneut geprüft, aber das ist teuer und benötigt eine lange Planungs- und Bauzeit.“

Ebenfalls sehr lange habe sich das Planungsreferat geziert, letztendlich folgt es nun dem Bürger- und BA-Votum und plant an der Freisinger Landstraße einen größeren Abschnitt. So sollen 400 weitere Wohnungen, Kitas, Geschäfte und ein Restaurant oder Café entstehen.

cla/mpl

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