„Wenn man gewinnt war oft einiges gar nicht so gut wie man denkt“

Ist Konys Schnäuzer in Gefahr?

+
Eishockey-Star Konrad Abeltshauser plaudert im Hallo-Interview über die Neuzugänge der Red Bulls und spricht selbstkritisch über die verpassten Olympischen Spiele.

Eishockey-Star Konrad Abeltshauser spricht über wichtige Niederlagen, die drohende Rasur und die kommenden Heimspiele – Hallo verlost 3x2 Tickets gegen Krefeld und Köln

Herr Abeltshauser, in der Champions League schon für die K.O.-Phase qualifiziert, in der Liga sechs Punkte aus zwei Spielen geholt: Läuft bei Ihnen, würde man Neudeutsch sagen.
Mittlerweile ja. Nach den Niederlagen in den Testspielen in Garmisch waren noch einige Fragen offen. Nach den Champions-League-Spielen konnte man dann sehen, wie viel wir aus den Niederlagen gelernt haben und wir sind schon mit viel Selbstvertrauen in die Liga gestartet.

Im Nachhinein waren die Niederlagen also Gold wert?
Die Vorbereitungsspiele waren richtig wichtig. Jeder hat gemerkt: Das wird kein Selbstläufer. Auch die Neuen haben gesehen: Man kann nicht nach München kommen und denken, dass die anderen Teams sich gegen uns sofort ergeben. Unsere Erfolge kommen nicht aus dem Nichts, man muss auf dem Eis hart dafür arbeiten.

Sie sprechen die Neuen an. Es gab vor der Saison mehr Wechsel im Kader als die Jahre zuvor. Gerade deshalb überrascht es, dass die ersten Pflichtspiele so erfolgreich waren.
Auf jeden Fall: Das System von unseren Trainern Don und Matt lernt man nicht von heute auf morgen. Unser aggressives System bricht ein, sobald auch nur ein oder zwei Spieler nicht da stehen, wo sie sollen. Dann entsteht sofort eine Großchance für den Gegner. Auch wir Verteidiger rumpeln häufig vorne mit rein, dann muss der Angreifer hinten abdecken. Umso erstaunlicher ist es, dass es schon halbwegs funktioniert.

Welcher Neuzugang macht denn den besten Eindruck?
Es ist schwer, hier einen herauszuheben. Sie haben alle ganz verschiedene Stärken. Mark Voakes und John Mitchell sind hervorragende Spielmacher. Trevor Parkes macht die Drecksarbeit vor dem Tor, hat ein tolles Händchen für Abstauber. Andrew Bodnarchuck ist ein mobiler Verteidiger – ein toller Schlittschuhläufer, der die Scheibe gut laufen lässt. Justin Shugg hat einen unglaublich präzisen Schuss. Er trifft das kleinste Loch, das ihm der gegnerische Goalie anbietet. Und Matt Stajan hat eine beeindruckende Erfahrung. Es ist unglaublich, wie er selbst bei Kleinigkeiten alles richtig macht. Ein tolles Vorbild besonders für die jungen Spieler.

Wie sehr müssen die Trainer nach dem erfolgreichen Start auf die Euphorie-Bremse drücken? Im Eishockey sind ja schnell mal zwei, drei Spiele verloren.
Genau das spricht Don Jackson sehr gerne an: Wenn man gewinnt war oft einiges gar nicht so gut wie man denkt. Umgekehrt war bei einer Niederlage aber häufig vieles richtig. Es ist auch nicht so, dass wir nach dem vergangenen Wochenende nur gute Szenen in der Videoanalyse gezeigt bekommen hätten. Da gab es auch einiges zu kritisieren. Wir sind weiter auf der Suche nach dem perfekten Spiel. Mit dem Ziel, das allerletzte Spiel der Saison zu gewinnen.

Was – ein Erreichen der Playoffs vorausgesetzt – gleichbedeutend mit dem vierten Titel in Folge wäre. Wer sind heuer Ihre größten Konkurrenten?
Ich persönlich halte Berlin und Mannheim für die größten Konkurrenten. Wobei auch Köln sicher nicht schlecht abschneiden wird.

Köln ist einer Ihrer nächsten Gegner. Dann gibt es ein Wiedersehen mit Steve Pinizzotto. Freuen Sie sich?
Absolut. Wir haben drei Jahre zusammengespielt, drei Titel schweißen zusammen. Und ich glaube ich kann auch behaupten, dass er ein richtig guter Freund von mir geworden ist. Aber das zählt erst nach dem Spiel. Auf dem Eis gibt es keinen Freundschaftsbonus, aber auf den Ratsch danach freue ich mich. Solange wir vorher gewonnen haben.

Ihr Teamkollege Yannic Seidenberg meinte vor einigen Wochen im Hallo-Interview, dass seit Pinizzottos Weggang der DJ-Posten in der Kabine frei sei. Haben Sie schon einen Nachfolger gefunden?
Der Kasti (Maximilian Kastner, Anmerkung der Redaktion) legt fleißig auf. Er macht das bisher ganz gut, es gab jedenfalls noch keinen Aufstand, also wird er wohl auch weiterhin auflegen.

Wie sieht es bei Ihnen aus? Werden Sie auch weiterhin Ihren Schnäuzer tragen?
Der war ja eigentlich als Witz gedacht, aber dieser Witz dauert nun schon zweieinhalb Monate. Ich werde von Tag zu Tag entscheiden.

Heißt: Es könnte jederzeit soweit sein, dass Sie morgens in den Spiegel schauen und ihn abrasieren?
Vor allem könnte es jederzeit soweit sein, dass ich morgens aufwache und er ist schon abrasiert. Meine Frau fragt mich nämlich auch ständig, wie lange ich den noch tragen will (lacht).

Mit etwas Abstand sei auch ein Rückblick zu den Olympischen Spielen erlaubt, bei denen Sie die Silbermedaille des Deutschen Teams von zuhause aus verfolgen mussten. Haben Sie Ihre Nicht-Nominierung schon verdaut?
Ich habe das nicht jeden Tag im Kopf, aber ab und zu ploppt das schon noch auf. Aber ich habe den Kopf nicht in den Sand gesteckt, sondern es als Motivation gesehen. Ich habe im Sommer viel trainiert, fühle mich nun top-fit und will mich zurück in die Nationalmannschaft spielen.

Hört man da zwischen den Zeilen Selbstkritik heraus? Waren Sie in der entscheidenden Phase nicht 100-prozentig fit?
Ich glaube nicht, dass es an der körperlichen Fitness gelegen hat. Aber eventuell habe ich mir selbst zu viel Druck gemacht. Bei Olympia dabei zu sein, ist ein Kindheitstraum von mir. In der entscheidenden Phase war ich mit meiner Leistung selbst nicht so zufrieden – so selbstkritisch muss man sein. Die Nicht-Nominierung war schwer zu schlucken, aber jetzt will ich umso mehr zeigen, dass ich das Kaliber für die Nationalmannschaft habe.

Die nächsten Heimspiele

EHC vs. Krefeld (Freitag, 28. September, 19.30 Uhr); EHC vs. Köln (Sonntag, 30. September, 14 Uhr), Olympia-Eishalle, Spiridon-Louis-Ring 3, Karten (18 bis 34 Euro) unter Telefon 30 66 91 025

Verlosung

Hallo verlost für beide Spiele je 3x2 Karten.
Teilnahmeschluss ist am Mittwoch, 26. September.

Das Gewinnspiel ist beendet.
Vielen Dank für Ihr Interesse! Besuchen Sie unsere Seite gerne wieder.

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Von Sturmtrachtler bis Münchner Gsindl: Karikaturist Julian Opitz zeigt neue Werke
Von Sturmtrachtler bis Münchner Gsindl: Karikaturist Julian Opitz zeigt neue Werke
Manfred von Papen: Muss der Kult-Cartoonist Haidhausen verlassen?
Manfred von Papen: Muss der Kult-Cartoonist Haidhausen verlassen?
Im Kampf gegen Lärm und Vandalismus: Polizei Planegg befürwortet Sicherheitswacht
Im Kampf gegen Lärm und Vandalismus: Polizei Planegg befürwortet Sicherheitswacht
Gerd Baumann: „Heimat ist ein Label, das aufgestülpt wird“
Gerd Baumann: „Heimat ist ein Label, das aufgestülpt wird“

Kommentare