Die Eisprinzessin im Gespräch mit Hallo München

Katarina Witt: "Die Eishalle war wie ein eigener Planet"

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Katarina Witt bei Disney on Ice.

Katharina Witt spricht im Hallo-Interview über funkelnde Glitzeraugen, Olaf aus "die Eiskönigin" und das Thema Nachhaltigkeit in der Olympiageschichte

Während ihrer Karriere brachten Goldmedaillen das Glitzern in das Leben der Eiskunstläuferin. Heute ist es das Funkeln in den Kinderaugen, wenn bei „Disney On Ice“ die Figuren übers Eis tanzen. Welcher Charakter ihr Herz zum Schmelzen bringt und warum München das leuchtende Beispiel der Olympia-Geschichte ist, verrät die ehemalige Eiskunstläuferin im Hallo-Interview         von Sebastian Obermeir

Frau Witt, was hat Ihre Begeisterung für Eiskunstlauf ausgelöst? 
Mit meiner Kindergartengruppe sind wir in der Mittagspause in die Eishalle gegangen. Da habe ich zum ersten Mal überhaupt Eislaufen gesehen. Ich kann nicht sagen, was mich begeistert hat – es war ja eine kalte Halle, die war eher nebelig, man hat gefroren. Aber vielleicht war es die Geschwindigkeit, die mir sofort gefallen hat. Ab diesem Zeitpunkt hatte ich nur eine Bitte an meine Eltern: „Bringt mich bitte zum Eiskunstlaufen und lasst mich anfangen!“

Jetzt möchten Sie diese Begeisterung bei Disney On Ice mit Kindern teilen.
Eiskunstlauf ist für mich der schönste Sport der Welt. Dann will man das irgendwie weitergeben. So eine Show wie Disney On Ice kann ein Türöffner sein. Wenn Kinder ihre Lieblingscharaktere zum Leben erweckt sehen, die auf Schlittschuhen schöne Choreografien laufen – das sind erste Momente, die Funken erzeugen.

Haben Sie eine Lieblingsfigur?
Bei Olaf aus „Die Eiskönigin – Völlig unverfroren“ schmelze ich dahin!

Wenn Sie die Disney-Figuren übers Eis laufen sehen – reizt es Sie dann auch?
Wenn die mitreißende Musik läuft und ich die Kinderaugen leuchten sehe, dann denke ich natürlich immer an meine Eiskarriere zurück. Mit großer Dankbarkeit, was ich alles erleben durfte und erreicht habe. Ich kriege schon immer Lust und denke: Komm, jetzt geh mal wieder aufs Eis und lass es nicht nur in den Füßen kribbeln. Aber der Geist ist stark, der Körper ist schwach (lacht).

War der Eiskunstlauf für Sie ein Eintauchen in eine andere Welt?
Die Eishalle war wie so ein eigener kleiner Planet, auf dem man da gelebt hat. Man hatte dort seine Freundinnen und Kumpels. Als ich neun wurde und Frau Müller mich entdeckte, wurde es schnell ernsthafter. Es war aber keine Flucht in den Sport. Sondern eine Welt, in der man auch seine Geschicke mitformen konnte. Man hat es selber in der Hand, seinen Erfolg zu schmieden.   

Disziplin, Ausdauer, Teamgeist

Was ist die wichtigste Eigenschaft, damit das gelingt?
Disziplin, Ausdauer, Teamgeist. Und ein extrem unbändiger Wille. Man darf sich von Niederlagen nicht aus dem Konzept bringen lassen. Hinfallen, aufstehen. Hinfallen, aufstehen. Das machst du jeden Tag. Zehnmal. Mindestens. Das ist etwas, was du ins Leben mitnimmst. Durch eine Niederlage durchgehen.

Eine solche haben Sie als Olympiabotschafterin erlitten. 53 Prozent haben bei der Volksbefragung gegen die Winterspiele 2022 in München gestimmt.
Ich fände es einfach richtig, wenn wir mit Deutschland, das zu den führenden Sportnationen gehört, die Spiele selbst ausrichten. 2018 haben wir sie nicht bekommen, weil Pyeong­chang für seine Ausdauer belohnt wurde. Aber 2022, bin ich mir sicher, hätten wir die Olympischen Spiele bestimmt zugesprochen bekommen.

War die Enttäuschung da umso größer?
Ich fand es schade, gerade auch für unsere Wintersport­athleten. Die Spiele hätten perfekt nach Bayern gepasst. Aber wir können dem nicht hinterher trauern, man muss aufarbeiten, was so viele Menschen abschreckt, so große Events in ihrem Land auszurichten.

Was schreckt ab?
Gerade das Thema Nachhaltigkeit hat zu vielen Gegenargumenten geführt. Aber München ist das leuchtende Beispiel in der Olympiageschichte für Langlebigkeit und Nachhaltigkeit. Seit 1972 sind die Sportstätten in Betrieb und mit Begeisterung wird der Olympiapark jeden Tag für alle möglichen sportlichen und kulturellen Dinge genutzt.

Zur Person

Geboren wurde sie am 3. Dezember 1965 in Staaken, heute Berlin, unsterblich wurde sie auf dem Eis: Katarina Witt gehört zu den erfolgreichsten Eiskunstläuferinnen aller Zeiten. 1984 und 1988 hat sie bei Olympia gewonnen, den Weltmeistertitel holte sie gleich vier Mal, Europameisterin war die heute 52-Jährige sechs Mal. Anschließend tourte sie zehn Jahre lang als Stargast der Eiskunstlauf-Shows „Stars on Ice“ und „Champions on Ice“. Doch nicht nur in den Eishallen ist die in Berlin lebende Ikone erfolgreich: Witt hatte Gastrollen in verschiedenen Filmen und moderierte unter anderem die Show „Stars auf Ice“. Für ihr Engagement rund um die Münchner Olympia-Bewerbung erhielt Witt 2011 die Ehrung „München leuchtet“. In Pyeongchang, wo die Spiele statt in München stattfanden, war Witt als Fernsehexpertin tätig. 

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