„Bairisch ist noch lang nicht tot!“

Zum Jubiläum der Sendlinger Bauernbühne: Monika Nitschke im Gespräch mit Hallo München

Über die Jahrzehnte wurden auf der Sendlinger Bauernbühne unzählige bairische Produktionen aufgeführt, wie hier der „Gspenstermacher“.
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Über die Jahrzehnte wurden auf der Sendlinger Bauernbühne unzählige bairische Produktionen aufgeführt, wie hier der „Gspenstermacher“.

Sendling: Monika Nitschke, stellvertretende Leiterin der Bauernbühne, verrät im Interview, was die Bauernbühne im halben Jahrhundert alles erlebt hat und wo die Reise mit dem Dialekt hingeht.

„Zefix!“ oder „Ois guade!“ – es gibt sie noch, die bairischen Vokabeln in München. Allen voran in der Sendlinger Bauernbühne, die im Dezember ihr 50-jähriges Bestehen feiert. Die Amateurbühne hat sich ganz der Erhaltung der bairischen Mundart verschrieben und kämpft seit einem halben Jahrhundert mit jeder Aufführung um ihren „sakkrisch guaden“ Dialekt. 

Monika Nitschke (Foto), stellvertretende Leiterin der Bauernbühne, verrät im Interview, was die Bauernbühne im halben Jahrhundert alles erlebt hat und wo die Reise mit dem Dialekt hingeht.

Frau Nitschke, die Sendlinger Bauernbühne feiert Jubiläum. Wie ist sie denn entstanden?

Das war ein absoluter Zufall. Mitte der 60er haben sich Handballer des Vereins FTM Süd zu einem bairischen Sketch zusammengerauft und der lief so gut, dass bis 1967 schon das erste Theater auf die Beine gestellt war. Heute sind wir 40 Mitglieder zwischen 17 und 70 Jahren, die zweimal im Jahr aufführen – natürlich alle im Dialekt.

Haben Sie es schwer, heute noch neue Mitglieder zu finden?

Ja, wir alle merken, dass die Mundart immer weniger gesprochen wird. Trotzdem ist seit kurzem ein Aufschwung zu merken. Nur meine beiden Töchter ziehen da noch nicht ganz mit.

Können Sie das erklären?

Die zwei verstehen alles, was ich sage, aber sprechen können sie es nicht, eben wie die meisten Münchner. Aber sobald sie mich dann nicht mehr verstehen, weil ich zu stark im Dialekt rede, wissen sie: Es gibt Ärger (lacht).

Innerhalb der 50 Jahre sind sicher auch Pannen auf der Bühne passiert. Was war denn das Schlimmste?

Da war alles dabei. Einmal war einer unserer Schauspieler so heiser, dass seine Rolle aus dem Hintergrund gesprochen wurde. Aber wie es heißt: die Show muss weiter gehen.

Und was steht für die nächsten 50 Jahre an?

Der Traum wäre, zeitgenössische Stücke in die Mundart zu übersetzen und so zu zeigen, dass bairisch alles ist – aber noch lang nicht tot!

J. Langhof

Die Feier der Bauernbühne findet am Samstag, 9. Dezember, ab 18 Uhr im Saal der FTM Süd, Engelhardstraße 26-28, statt.

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