Bausteine der Zukunft

150 Jahre Schule in München: Herausforderungen, Ziele und Bauprojekte

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150 Jahre Pauken in Münchner Schulen: Das Referat für Bildung und Sport feiert Jubiläum.

Hier wird sein anderthalb Jahrhunderten gepaukt: Das Referat für Bildung und Sport feiert sein 150-jähriges Bestehen. Welchen Herausforderungen sich die Einrichtung demnächst stellen muss...

München – Der 14. Mai 1969: Die Geburtsstunde des Referats für Bildung und Sport (RBS), als der Münchner Magistrat beschließt, einen „städtischen Schulrath“ aufzustellen. Seitdem wurde viel gebaut und gebüffelt, wie in dieser Klasse der Volksschule an der Hohenzollernstraße, heute Städtische Hermann-Frieb-Realschule, in den 20er-Jahren. Mit 124 städtischen Schulen ist die Stadt München die größte kommunale Schulträgerin Deutschlands. Zudem entfallen rund 40 Prozent aller Kita-Plätze auf 430 städtische Einrichtungen. Oberstes Ziel: individuelle Förderung, Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit.

Doch eine Herausforderung besteht seit Anbeginn: die rasant wachsende Stadtbevölkerung. Die Stadt investiert Milliardenbeträge in Neubauten, Erweiterungen und Sanierungen. Das ist dringend nötig, denn bis 2030 wird die Einwohnerzahl voraussichtlich auf 1,7 Millionen steigen. 76 Maßnahmen für 4,16 Milliarden Euro umfassten das erste und zweite Schulbauprogramm – Hallo stellt drei davon vor (siehe unten).

Am 21. Mai legt das RBS dem Stadtrat eine Vorschau für das dritte Bauprogramm vor, das weitere 27 Maßnahmen inklusive zehn neuer Standorte umfasst. Im Herbst soll der endgültige Beschluss folgen.

Sabina Kläsener

Aktuelle Bauprogramme: Zwischen Interim und Neubau

Im Kampf gegen Raummangel wurden bereits zwei Schulbauprogramme gestartet, ein drittes wird im Herbst beschlossen. Grundlage ist eine Bedarfsanalyse der verschiedenen Schultypen. „Im Ganztag versucht man durch Doppelnutzung der Räume mehr Raum zu schaffen“, erklärt Stadtschulrätin Beatrix Zurek. Weil Raum endlich sei, versuche man durch kreative Lösungen Platz zu sparen. Zum Beispiel indem man Sportflächen oder den Pausenhof auf Dächer verlegt. „Wir lassen uns was einfallen, damit genug Raum für alle da ist.“ 

Hallo erklärt exemplarisch drei Maßnahmen des zweiten Schulbauprogramms.

Asam-Gymnasium:

Großbaustelle vor der Haustür: Der Hof des Asam-Gymnasiums.

Ein Neubau zur Erweiterung entsteht derzeit beim Asam-Gymnasium. Auf einer Länge von 34,5 Metern und einer Höhe von 21 Metern beherbergt der fünfgeschossige Kubus Tiefgarage, Mensa, Pausenhalle und Klassenräume. Nach Westen schließt sich ein eingeschossiger Sporthallenbau mit einer Länge von 58 und einer Höhe von 7,30 Metern an. Auf dem Hallendach entsteht ein Allwetterplatz. Die reinen Baukosten belaufen sich auf 45,8 Millionen Euro – die Projektkosten liegen insgesamt bei 53,9 Millionen Euro. Als Ziel ist eine Aufnahme des Schulbetriebs in 2021 ausgegeben.

Sportbereich Wackersberger Straße:

Bekommt eine neue Dreifachsporthalle sowie eine Tiefgarage.

Für den Sportbereich der Gymnasien Dante und Klenze soll eine Zielplanung entstehen. Das Klenze-Gymnasium bekommt eine neue Dreifachsporthalle mit Tribüne und Tiefgarage mit 33 Stellplätzen. Die bisherigen Sporthallen sind nicht mehr sanierungsfähig. Die Schwimmhalle des benachbarten Dante-Gymnasiums hingegen soll Teil des nächsten Bauprogramms sein.

Oskar-von-Miller-Gymnasium:

Das Interimsquartier in Modulbauweise bietet Platz für rund 1000 Schüler.

Am Standort Ungererstraße 191 ist seit dem Schuljahr 2019/20 das Staatliche Oskar-von-Miller-Gymnasium ausgelagert. Das Schulgebäude wird aktuell general-instandgesetzt. Das Gebäude aus dem Jahr 1913 ist in ungenügendem baulichen Zustand mit erheblichen Mängeln im Brandschutz, Statik und Haustechnik. Kosten: 48,9 Millionen Euro. 

Das Interimsquartier in Modulbauweise bietet Platz für rund 1000 Schüler des fünfzügigen Gymnasiums und ist mit 40 Klassenräumen ausgestattet. Außerdem befinden sich in der Pavillonanlage fachtheoretische Unterrichtsräume und Speisesaal beziehungsweise Aula als Versammlungsstätte. In der Folge kann es als Ausweichquartier für andere Schulen dienen. 

Die Standzeit ist auf zehn Jahre und einen Monat ausgelegt. Die Kosten für das Interimsgebäude belaufen sich auf etwa 42,4 Millionen Euro.

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