Der Moderator von A bis Z

Thorsten Otto: Die Stimme von Bayern 1 im Interview mit Hallo München

Thorsten Otto
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Thorsten Otto moderiert auf Bayern 1 die „Blaue Couch“.
  • Claudia Theurer
    vonClaudia Theurer
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Thorsten Otto moderiert auf Bayern 1 die „blaue Couch“. Normalerweise interviewt er Menschen mit Geschichten. Jetzt ist er im Interview mit Hallo München.

Bei Bayern 1 ist Thorsten Otto der Mann für einfühlsame Gespräche. Auf der „Blauen Couch“ begrüßt er montags bis donnerstags jeweils ab 19 Uhr interessante Gäste, die aus ihrem bewegten Leben erzählen – das müssen nicht unbedingt Promis sein.

Sein persönlichstes Gespräch ist das, auf das er am längsten gewartet hat: das erste Gespräch mit seinem Vater. In seinem sechsteiligen Bayern-1-Podcast „Sohn sucht Vater“ erzählt der 57-jährige Moderator die berührende Geschichte, wie er als 13-Jähriger nach einem Streit mit seiner Mutter erfährt, dass sein „Papa“ gar nicht sein richtiger Vater ist.

Wie froh er ist, den richtigen Vater getroffen zu haben, wie er mit der Pandemie umgeht oder warum sein größtes Manko seine Ungeduld ist, erzählt Thorsten Otto in Hallo München von A bis Z.

Bayern 1: Moderator Thorsten Otto von A bis Z im Interview mit Hallo München

Abtörner sind für mich Menschen, die unehrlich sind. Die mehr vorgeben, als sie sind. Und auch ewige Jammerer.

Blaue Couch: Die „Blaue Couch“ ist unbedingt meine Bühne. Sie bietet die Möglichkeit, sich nicht nur zu unterhalten, sondern auch, dass sich die Menschen öffnen und den einen oder anderen Gedanken mitzunehmen.

Corona ermüdet zusehends. Ich bin aber optimistisch und hoffe, dass wir die Pandemie diesen Sommer hinkriegen.

Darling: Everybody’s Darling bin ich auf keinen Fall. Franz-Josef Strauß hat einmal gesagt: Everybody’s Darling is everybody’s Depp.

Empathie und Einfühlungsvermögen sind wichtig. Man muss sich in die Situation der Gesprächspartner reinversetzen. Ich behandle alle Menschen mit gleich viel Respekt.

Fauxpas passieren mir ständig. Auch ich vergreife mich manchmal im Ton. Das ist unvermeidlich.

Gourmet: Man sieht es mir ja an, dass ich gerne esse. Gutes Essen ist wichtig.

Harmonie-Bengelchen bin ich nicht. Ich gehe Konflikten nicht aus dem Weg. Ich gehe nach einem Streit aber auch auf andere immer wieder zu. Da bin ich ganz gut drin.

Ideale habe ich eigentlich nicht. Ich bin ein Fan von Peter Ustinov oder Obama. Ich mag Menschen, die gerade stehen.

Jonglieren muss ich in meinen Interviews unbedingt. Es ist das beste Konzept, um Gespräche zu improvisieren. Jonglieren macht Spaß und ist wichtig.

Kandidaten suchen wir immer zu dritt aus. Wer ein spannendes Leben hat, ist immer willkommen. Die müssen auch nicht sympathisch sein.

Leidenschaft brauche ich unbedingt in meinem Job. Das kann durchaus auch mal anstrengend sein, aber wenn ich keinen Spaß mit schönen Geschichten habe, mache ich auch keine Interviews.

Manko: Mein größtes Manko ist meine Ungeduld. Lange Zeit wollte ich auch von allen gemocht werden. Bis ich gemerkt habe, dass es sich ohne diese Eigenschaft wesentlich entspannter lebt.

Nervosität vor Sendungen habe ich nicht mehr. Aber manchmal habe ich ein angenehmes Kribbeln bei Gästen, auf die ich mich sehr freue. 

Optimismus habe ich von Grund auf. Ich neige aber auch zum Grübeln. Und denke mir dann immer: Am Ende wird alles wieder gut.

Pendantisch bin ich nicht. Bei mir muss nix im rechten Winkel liegen, aber ich habe hohe Ansprüche an mich selbst, da bin ich schon perfektionistisch.

Quote: Unsere Quote zeigt, dass wir mit der „Blauen Couch“ sehr viele Hörer haben. Das freut einen natürlich.

Reisen würde ich gerne mal wieder nach New York oder in die italienischen Marken und dort in einem Café sitzen.

Seelenheil: Das Seelenheil meiner Gäste ist mir sehr wichtig. In meinen Gesprächen möchte ich sie vor sich selber schützen. Es ist nicht meine Art Promis bloßzustellen, um etwas aus ihnen herauszukitzeln!

Traum: Mein Traum wäre es, mit meiner Familie in New York zu leben. Aber das wird ein Traum bleiben. Ich habe versucht, bei Sendern dort anzuheuern, aber leider warten sie nicht auf mich.

Urgestein: Bin ich das? Wenn mir damals 1998 jemand gesagt hätte, 23 Jahre später bist du immer noch beim BR, hätte ich gesagt, du spinnst! Aber ich bin immer noch gerne dabei!

Vater: Das ist eine emotionale Geschichte. Aber ich bin dankbar, ihn getroffen zu haben. Das nimmt mich immer noch sehr mit. Wir sind aber auf dem besten Weg, Freunde zu werden. Wir führen viele Gespräche und ich bin dran, ein Stück Beziehung aufzuarbeiten.

Wichtige Interviewpartner waren Angela Merkel, Elke Heidenreich, Herbert Grönemeyer oder Roger Willemsen. Aber es gab auch die sogenannten Normalos. Jeder hat seine eigene spannende Geschichte erzählt.

X-Mal habe ich mir geschworen, meinen Gesprächspartnern noch genauer zuzuhören. Sowohl privat als auch beruflich.

Yoga mache ich zu selten. Obwohl meine Frau ein Studio hat. Was das betrifft, bin ich ein fauler Sack.

Ziel: Als Ziel habe ich mir gesetzt, ein besserer Familienmensch zu werden. Meine Karriereziele habe ich erreicht.

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