Max Beier im Gespräch mit Hallo München

Immer dieser Stress an der Fleischtheke!

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Nach seinem „Sturm der Liebe“-Aus zieht es Max Beier zurück auf die Bühne. 

Dieser Mann gönnt sich selbst nach dem Sturm keine Ruhe: TV-Star Max Beier spricht im Hallo-Interview über das Aus bei „Sturm der Liebe“ und seine Pläne für die Zukunft

Seine Tage als Fürstenhof-Techniker Tobias Ehrlinger sind gezählt: Stolze 156 Folgen war der 26-Jährige Teil der Telenovela „Sturm der Liebe“. Und die Nachwirkungen spürt der Haidhausener sogar im Supermarkt. Jetzt folgt aber nicht die Ruhe nach dem Sturm. Sondern er erobert mit seinem Kumpel David Hang die Kabarett-Bühnen. von Sebastian Obermeir

Mit dem MVG-Mietrad kommt Max Beier zum Interview. Ein extrabreites Lächeln auf den Lippen. Schnell zeigt sich aber: Der 26-Jährige ist nicht nur irgendein netter Haidhausener. Als die Kellnerin den Kaffee bringt, spricht sie ihn an: „Du bist von „Sturm der Liebe“, oder?

Herr Beier, werden Sie öfter von Fans angesprochen?
Ja, schon. Extrem oft im Supermarkt. Neulich an der Fleischtheke hat mich eine ältere Dame gefragt: „Sind Sie’s wirklich? Kaufen Sie auch Ihr Hackfleisch hier?“ Dann hat sie noch gesagt: „Ist ja schön, dass es Ihnen besser geht und Sie wieder gehen können!“ Und ich dachte nur: Hä? „Ja, Sie lagen doch im Bett, Ihr Bein war ja gelähmt!“

Ihre Figur Tobias wurde vergiftet. Kürzlich wurde bekannt gegeben, dass Sie bald nicht mehr Teil des „Sturms“ sind. Dem Serientod ist Tobias aber entronnen?
Es gab Ideen, dass Tobias sterben soll. Gottseidank kommt es jetzt aber anders. Obwohl wir nicht das Hauptpaar sind, haben wir eine Traumhochzeit bekommen. Wenn man tot ist, ist es natürlich auch schwierig wiederzukommen. Wobei – das gab’s ja auch schon. (lacht)

Tobias und Boris waren das erste homosexuelle Paar im Hauptcast. Gab es auch Gegenwind?
Eine Frau hat mal geschrieben: „Immer wenn Tobias und Boris auftreten, schicke ich die Kinder raus!“ Im Endeffekt bin ich aber überrascht, dass es so wenige Probleme gab. Ich habe damit gerechnet, dass ich Anfeindungen erhalte.

Die gab es aber nicht?
Im Gegenteil. Ich habe viele Nachrichten erhalten, wie dankbar die Leute sind, dass wir diese Rollen so verkörpern. Einige haben sogar dadurch den Mut gefunden, sich zu outen. Einer schrieb mir mal: „Meine Eltern schauen immer Sturm der Liebe und wenn Tobias und Boris schwul sein können, dann kann ich es auch sein.“ Mit solchen Reaktionen hätte ich wirklich nie gerechnet.

Eine Männerfreundschaft prägt auch Ihre Arbeit als Kabarettist. Mit David Hang haben Sie während der Schauspiel-Schule das Duo „Beier & Hang“ gegründet.
Wir sind mittlerweile fast wie Brüder. Wobei es echt schwierig zu sagen ist, ob David der kleine oder der große Bruder ist. Jeder hat seine Stärken und muss auch mal auf den anderen schauen.

Hallo verlost Tickets für das neue Programm des Duos.

Könnten Sie sich vorstellen, auch alleine auf der Bühne zu stehen?
Theoretisch ja. Ich könnte mir aber nicht vorstellen, alleine unterwegs zu sein. Bei uns ist es immer ein spaßiger Road-Trip! Außerdem: Wenn du einen schönen Auftritt hattest, dann kannst du dich gegenseitig beweihräuchern. Zum Publikum kannst du ja nicht sagen: „Heute war’s echt gut, muss man schon sagen!“ Mit einem Kollegen kann man das machen. Oder man kann sagen: „Woah, das war heute echt nix. Deine Schuld!“

Wie viel von Ihnen selbst steckt in Ihrer Show?
Wenn wir schreiben, steckt immer viel von uns selbst in den Texten. Was beschäftigt uns? Mit wem haben wir ein Problem und wieso? Im neuen Programm geht es um den Optimierungswahn und welche Auswirkungen der auf uns hat. Alles im Rahmen eines Selbstoptimierungsworkshops, um die Leute zu „Beklopptimieren“. Wir treten darin als Live-Life Coaches Max und David auf. Es kommen aber auch skurrile Figuren vor. Etwa ein CSU-Politiker, der dem Volk erklärt, wie man die bayerische Leitkultur nach Afrika exportiert. Unterstützt wird er dann vom Schlagersänger Andreas Canapé.

Auch Ihre Eltern sind Kabarettisten. War die Karriere somit programmiert?
Ich bin im Theater aufgewachsen. Immer wenn kein Babysitter da war, bin ich halt mitgekommen. Und ich durfte länger aufbleiben! Ich konnte die Texte auswendig, habe sie aber natürlich nicht verstanden. Wenn du so aufwächst, hast du nur zwei Möglichkeiten: Entweder du denkst, du willst nie wieder mit diesem Künstlerpack zu tun haben, oder du wirst einer von ihnen.

Was sagen Ihre Eltern jetzt?
Einerseits sind sie sehr stolz, andererseits sind sie die größten Kritiker. „Hier der Gag funktioniert nicht, das musst du raus streichen, da fehlt noch was!“ Ich habe wahnsinnig viel übernommen von ihnen. Es gibt Momente, wo ich auf der Bühne bin und Sachen mache wie mein Vater. Gar nicht mal bewusst. Bestimmte Bewegungen, Gesichtsausdrücke. Leute, die uns beide kennen, sagen dann: „Du bist wie dein Papa, aber jünger!“ Wir versuchen aber, unseren eigenen Weg zu finden.

Zur Person

Max Beier und David Hang gründeten noch an der Schauspiel-Schule das Kabarett-Duo „Beier & Hang“: „Wir sind mittlerweile fast wie Brüder. Wobei es echt schwierig zu sagen ist, ob David der kleine oder der große Bruder ist.“

Geboren wurde Max Beier am 21. Januar 1993 in München. Als Sohn des Kabarettisten-Ehepaars Jan-Peter Petersen und Angelika Beier war ihm die Karriere als Kabarettist quasi in die Wiege gelegt. 

Aber mit ihnen auf der Bühne zu stehen – „da prallen Welten aufeinander“, wie er im Interview verrät. „Da probst du für den gemeinsamen Auftritt und dann sagst du zu deiner Mutter: ‚Du Mama, das kannst du so nicht machen! Am Ende war es aber wahnsinnig cool.‘ 

Das Handwerk hat der Haidhauser aber nicht nur von seinen Eltern, sondern auch an der Neuen Münchner Schauspielschule gelernt. Wo er David Hang kennenlernte, mit dem er das Duo „Beier & Hang“ gründete (Hallo verlost Tickets für das neue Programm des Duos). Abseits der Bühne steht Beier vor der Kamera: Etwa gemeinsam mit David Hang im BR Campus Magazin oder als Tobias Ehrlinger in „Sturm der Liebe“.

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