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„Bei Schlagzeilen geht es oft mehr um Aufmerksamkeit“ - Wayne Carpendale im Gespräch

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Von: Sabina Kläsener

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„Wenn das erste Mal zwei unterschiedliche Familien zusammenkommen, scheppert’s weniger, weil sich alle zusammenreißen.“ So lief es bei Wayne Carpendale im realen Leben. In der Serie „Friedliche Weihnachten“ gibt es reichlich Zündstoff.
„Wenn das erste Mal zwei unterschiedliche Familien zusammenkommen, scheppert’s weniger, weil sich alle zusammenreißen.“ So lief es bei Wayne Carpendale im realen Leben. In der Serie „Friedliche Weihnachten“ gibt es reichlich Zündstoff. © Amazon.com

Der Schauspieler ist auf vielen Kanälen unterwegs – ab 9. Dezember in der Serie „Friedliche Weihnachten“, an den Feiertagen beim „Traumschiff“. Wie Familie Carpendale diese Zeit verbringt und wie er damit umgeht, wenn die Klatschpresse daneben liegt... 

Herr Carpendale, Sie sind in der neuen Serie „Friedliche Weihnachten“ zu sehen. Der Titel ist ironisch gemeint. Was bedeutet für Sie friedliche Feiertage?

Weihnachten bedeutet für mich, dass Familie zusammenkommt. Wenn das erste Mal zwei unterschiedliche zusammenkommen, scheppert’s aus meiner Erfahrung heraus weniger, weil sich alle zusammenreißen (lacht). Wenn man alleine mit der eigenen feiert oder die beiden Familien zusammengewachsen sind, kann es schon mal anders sein. Es sind friedliche Feiertage, wenn ich mit möglichst vielen Menschen zusammen bin, die mir Nahe stehen, mit gemeinsamer Zeit ohne Ablenkung. Seit vier Jahren hat sich das gewandelt: Seitdem bin ich Vater – oder Dada, wie mich der Kleine nennt. Davor waren Anne und ich im Familienkreis an Heiligabend irgendwie die Kinder. Aber diesen Titel haben wir jetzt gerne abgegeben.

Gibt es bei Ihnen Traditionen?

Bei den Carpendales wurden gerne Karten geschrieben, auch an diejenigen, die vor Ort da sind. Die Schwieger-Familie hat da erstmal komisch geguckt, denn der Adressat sitzt ja direkt neben dir, da kannst du es ihm auch gleich sagen. Aber das war und ist bei uns Tradition, die die Familie meiner Frau angenommen hat. Beim Essen ist man sich nicht ganz so einig geworden. Also machen wir Fondue und Raclette. 

Sie und Ihre Frau sind viel im TV: Was läuft denn privat auf dem Fernseher?

Wenn wir mal dazu kommen, dann sehr gern der Tatort. Wenn wir wirklich Zeit haben – was seit vier Jahren kaum noch der Fall ist (lacht) – dann auch gern mal ein paar Nächte lang Serien durchschauen.

Auf Instagram nehmen Sie manche Schlagzeilen über Ihre Familie in der Klatsch-Presse auf die Schippe. Ist das nach so vielen Jahren im Rampenlicht eine erprobte Strategie, damit umzugehen?

Strategie würde ich es jetzt nicht nennen. Aber das Schöne an Social Media ist, dass du mit einem Click sehr viele Menschen erreichen kannst und dann sogar diejenigen, die es wirklich interessiert, weil sie dir folgen. Und ich will jetzt nicht behaupten, dass man da so ist, wie man wirklich ist, aber zumindest kann man eine Nachricht direkt und ungefiltert nach außen tragen. Während ein Interview ja von einem Journalisten geführt und geschrieben wird. Und Schlagzeilen sind sowieso immer eine schwierige Sache – da geht es oft mehr um Aufmerksamkeit als um die Wahrheit. Davon abgesehen macht es mir Spaß, immer einen humorigen Part, Ironie und Selbstironie in meinen Posts dabei zu haben. 

Es gab aber auch den Fall, wo geschrieben wurden, Sie würden flüchten, weil Sie sich eine Auszeit genommen haben – klassisches Clickbait. Kommen da nicht auch mal Gedanken auf, sich zurückzuziehen?

Das sind dann die Momente, in denen ich eher mal ernsthaft poste, um so einen Quatsch geradezurücken. In dem Fall war mir die Schlagzeile persönlich egal, aber weh getan hat sie mir für Menschen, die wirklich, auch aus gesundheitlichen Gründen, mal eine Auszeit brauchen. Und die sagen: Genau so denkt mein Umfeld, wenn ich Schwäche zeige. Das ist die komplett falsche Botschaft.

Ein anderes Thema, für das Sie sich einsetzen: „trotz MS“. Ein persönliches Anliegen?

Ich kenne schon seit langem Menschen, die an MS erkrankt sind. Deswegen fand ich den Ansatz, trotz der Diagnose seine Ziele nicht aufzugeben oder sogar neue zu entwickeln, sehr schön. Zudem ist „trotz MS“ auch zu einer Anlaufstelle nach der Erstdiagnose geworden, was ich sehr wichtig finde. Denn dieser Moment, wenn du gerade erfahren hast, dass du eine Krankheit namens Multiple Sklerose hast, du nachhause kommst und diese beiden Wörter bei Google eingibst, ist schon ein sehr wichtiger.

Zur Person

Auf dem Internat in England kam Wayne Carpendale, geboren am 23. März 1977, zum ersten Mal mit der Schauspielerei in Berührung. Nach dem Abitur studierte der Sohn von Schlagersänger Howard Carpendale zunächst BWL, ging 1999 nach New York, um Schauspielunterricht am Lee Strasberg Institut zu nehmen. Bekannt wurde er durch die Soap „Unter uns“, spielt seitdem in zahlreichen Produktionen mit.

Seit 2007 ist er mit der Moderatorin Annemarie Warnkross liiert, seit 2013 verheiratet. Das Ehepaar engagiert sich bei der Ronald McDonald Kinderhilfe Stiftung und einer Flüchtlingsunterkunft in Kirchheim. Gemeinsam mit dem vierjährigen Sohn wird heuer erstmals im neuen Haus in Schwabing Weihnachten gefeiert.

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