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Zwischen Flaucher und Venice Beach - Lilly Krug im Gespräch mit Hallo München

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Von: Sebastian Obermeir

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Münchner Schauspielerin und Hollywood-Star Lilly Krug, hier im Film „Shattered“ im Interview.
Münchner Schauspielerin und Hollywood-Star Lilly Krug, hier im Film „Shattered“ im Interview. © Ezra Olson

Die Hollywood-Karriere war Lilly Krug scheinbar in die Wiege gelegt: Die Tochter von Star-Schauspielerin Veronica Ferres startet jetzt im Film „Shattered“ an der Seite von John Malkovich durch. Dabei war der Weg bis vor die Kamera einer mit vielen Umwegen. In Hallo spricht die 21-jährige Münchnerin über große Fußstapfen und Türöffner.

Frau Krug, dass Sie neben der Schauspielerei Psychologie studieren, half bei Ihrer Rolle als die mysteriöse Sky, oder?

Oh ja. Um sich in eine Person, die so komplex ist, hineinzuversetzen und um Sky zu verstehen, muss man verstehen, was für eine verlorene Seele sie ist. Was sie antreibt. Da hilft Psychologie unfassbar.

Wie war es denn, diese blutüberströmte Szene zu drehen?

Etwas ganz anderes als ich je zuvor gemacht habe. Mein Makeup war jedenfalls leicht: einfach Filmblut über mich schütten…

Konnten Sie vor dem Film schon mit einem Samurai-Schwert umgehen?

Ich habe sechs Wochen lang Stunt-Training in L.A. gemacht. In den Nächten vor dem Dreh haben wir noch vor Ort geübt. Man darf bei so etwas wirklich keine Risiken eingehen. Am Ende war es eine Choreografie wie beim Tanz.

In den USA lief der Film schon. Ein Vorläufer für Ihre weitere Karriere?

Das ist das Schöne: Ein Film öffnet viele neue Türen. Es ist das größte Geschenk, Teil von Projekten sein zu dürfen, die mir Spaß machen und dabei wieder etwas zu lernen. Jetzt habe ich gerade ein Casting gemacht, da musste ich ein 10-Minuten-Video zusammenschneiden, wie ich Fußball spiele. 

Hier eine Zwischenfrage: Bayern oder 1860?

Bayern

Werden Sie den USA treu bleiben?

Ich bin vor zwei Jahren nach L.A. gezogen, war aber viel auf Reisen und habe oft aus dem Koffer gelebt. Ich möchte das Land also noch mehr kennenlernen. Aber ich glaube nicht, dass ich jemals zu 100 Prozent nach Amerika ziehen werde. Dafür bin ich zu europäisch. 

Nur in den USA könnten Sie auch nicht in so etwas wie zuletzt „Huber ohne Staller“ spielen…

Genau. Es ist wunderbar, wenn ich die Chance habe, zuhause zu arbeiten. Es ist immer schön, nach München zurückzukommen. Man merkt sofort: Das ist Zuhause.

Der Flaucher ist Ihnen also lieber als Venice Beach?

Hm, das kann ich jetzt so auch wieder nicht sagen – beide sind wunderschön auf ihre Weise.

Wie steht es denn um Ihr Bairisch?

Ich wünschte, es wäre besser. Ich kann nur die Lebkuchenherz-Sprüche…„I mog di“ zum Beispiel (lacht).

Wann wurde Ihnen klar, dass Sie Schauspielerin werden wollen?

Ich habe nach dem Abi etwas Zeit gebraucht, um rauszufinden, was ich machen möchte. Ich habe alles Mögliche ausprobiert. Und vor allen Dingen herausgefunden, was ich nicht machen will.

Zum Beispiel?

Ich habe ein IT-Internship gemacht. Das war überhaupt nichts für mich! Dann wollte ich Anwältin werden. Aber das hat auch nicht zu mir gepasst. Ich wollte alles ausprobieren, weil ich dachte: Meine Mama ist Schauspielerin, ich mache etwas anderes.

Bis?

Ich zufällig Teil eines Kurzfilms wurde. Das hat sich nicht wie ein Job angefühlt. Da fing es an, in meinem Kopf zu rattern und ich wollte herausfinden, ob die Schauspielerei nicht doch mein Feuer ist. Jetzt denke ich: Es ist sehr schade, dass ich mich so lange dagegen gewehrt habe. 

Steht Ihnen der Erfolg Ihrer Mutter im Weg oder öffnet er Türen? 

Es gibt Vor- und Nachteile. Ich darf ein paar mehr Leute kennenlernen, aber ich muss bei Castings trotzdem durch die Tür laufen und mit meinem Spiel überzeugen. „Oh, sie ist wie die Mutter“ – das habe ich bisher noch gar nicht gehört. Was sehr schön ist. Ich muss ehrlich sagen, mich überrascht, wie gut es getrennt wird.

Und was sagt Ihre Mutter zur Berufswahl?

Von meiner Mama und meiner Familie bekomme ich viel Unterstützung. Die gleiche wie bei IT oder Jura.

Hat ihr die Blutszene gefallen?

Und wie! Meine Schwester hat geheiratet und wir haben ein Hochzeitsvideo gemacht. Und meine Familie fand es lustig, ein Foto aus dieser Szene von mir als Profilbild für das Hochzeitsvideo zu nutzen. Sie lieben dieses blutüberströmte Bild so sehr. Jeder hatte so ein schönes Bild und ich dieses blutrünstige Foto! (lacht)

Zur Person

Geboren wurde Lilly Krug am 5. Juni 2001. Sie ist die Tochter der Schauspielerin Veronica Ferres und des Werbemanagers Martin Krug. Ihre eigene Schauspielkarriere nach dem Abi an der Bavarian International School in München startete die 21-Jährige eher zufällig, wie sie im Hallo-Interview erzählt. Nach kleineren Rollen in Filmen und Serien wie „Hubert ohne Staller“ ist sie jetzt als Femme Fatale im Hollywood-Streifen „Shattered“ erstmals in einer Hauptrolle zu sehen.

Krug lebt in Los Angeles, wo sie an der University of Southern California Psychologie studiert.

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