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Red Bulls-Verteidiger Maxi Daubner im Exklusiv-Interview über Saisonstart und Nationalmannschaft

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Von: Kevin Wenger

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EHC-Verteidiger und „Alleskönner“ Maxi Daubner im Interview.
EHC-Verteidiger und „Alleskönner“ Maxi Daubner im Interview. © Red Bull München/City Press

EHC-Verteidiger Maxi Daubner ist das Schweizer Taschenmesser der Münchner. Der flexible Verteidiger über den Saisonstart und seinen Spitznamen...

Maxi Daubner (25) hat die Nachwuchsakademie von Red Bull durchlaufen und gehört inzwischen fest zum Münchner Kader. Wie er die aktuelle Saison bewertet und warum er einen besonderen Spitznamen hat, erklärt er im Interview:

Herr Daubner, wie fällt Ihr Fazit zum ersten Saison-Viertel aus?

Insgesamt sind wir sehr gut in die Saison gestartet, abgesehen von der Auftaktniederlage in Köln, bei der wir einiges falsch gemacht haben. Das Spiel haben wir aufgearbeitet und die Fehler in den nächsten Spielen nicht mehr gemacht. Defensiv standen wir stets stabil und offensiv haben wir kaltschnäuzig unsere Tore gemacht.

Zu den Leistungen in der CHL können Sie vermutlich ein ähnliches Resümee ziehen…

Ja, in der Champions League haben wir uns das Ticket fürs Achtelfinale gleich nach vier Spielen gegen Bratislava (SVK) und Rapperswil-Jona (SUI) gesichert. Danach war der Gruppensieg unser Ziel, das wir leider nicht erreichen konnten. Im direkten Duell mit Tappara Tampere (finnischer Meister und Vorjahresfinalist der CHL Anm.d.Red.) haben wir zwei Niederlagen einstecken müssen. Im Hinspiel waren wir zwischenzeitlich mit 3:1 in Führung, mussten uns aber im Penaltyschießen geschlagen geben. Wir haben gezeigt, dass wir uns nicht verstecken müssen. Ob wir als Erster oder Zweiter in die K.-o.-Runde einziehen: Wenn wir den Titel holen wollen, müssen wir sowieso jeden Gegner schlagen. 

Im Achtelfinale wartet Mitte November mit dem EV Zug der Schweizer Meister. Ein alter Bekannter…

Zug ist ganz klar eine absolute Top-Mannschaft. Alle bisherigen Partien zwischen Zug und München waren hochklassig und hart umkämpft. Nichts anderes erwarte ich von den nächsten beiden Aufeinandertreffen.

In den letzten Spielen ist die Leistungskurve des EHC Red Bull München abgesunken und man musste die Tabellenspitze abgeben. Haben Sie Gründe für die schlechteren Leistungen?

Gegen Schwenningen (1:5-Niederlage) und Bremerhaven (0:1-Niederlage) haben wir nicht unbedingt unsere beste Leistung abgerufen, das steht außer Frage. Als Sportler ist es natürlich schwer, in jedem Spiel konstant abzuliefern. Im Spiel gegen Schwenningen haben wir zu viele Tore in den Specialteams (Über- und Unterzahl, Anm.d.Red.) kassiert. Auch gegen Bremerhaven war es ein Unterzahltor, das den Unterschied ausgemacht hat. Wir werden die Spiele auswerten, unsere Fehler analysieren und in den nächsten Spielen ausmerzen.

Die Belastung mit teilweise drei Spielen pro Woche gepaart mit einigen Ausfällen wird dabei auch immer größer. Wie gehen Sie persönlich damit um?

Generell spielen wir lieber als wir trainieren. Der eng getaktete Terminplan hilft mir sehr, in einen Rhythmus zu kommen. Im Sommer haben wir uns bestmöglich auf dieses Programm vorbereitet. Dementsprechend wollen wir den Terminplan nicht als Ausrede gelten lassen. Manch anderen Teams geht es nicht anders.

Sie spielen schon recht lange für die Red Bulls, dabei nicht immer auf der gleichen Position. Sie spielen als Verteidiger, obwohl Sie eigentlich Stürmer sind. Wie ist diese Umschulung zustande gekommen?

Das hat damals im Jugendbereich angefangen, als ich noch für die Red Bull Hockey Juniors in der Alps Hockey League gespielt hatte. Als in der Defensive Not am Mann war, ist mein damaliger Coach auf mich zugekommen und hat mich gefragt, ob ich mal als Verteidiger spielen möchte. Dass ich auf beiden Positionen eingesetzt werden kann, wusste natürlich auch Don (Jackson, Cheftrainer Anm.). So wurde ich auch zu Beginn meiner Zeit in München des Öfteren in der Verteidigung eingesetzt, unter anderem in meinem ersten DEL-Spiel. Diese Saison ist meine erste offizielle als Verteidiger.

Ist Ihnen diese Umstellung damals leicht gefallen?

Schon als Stürmer habe ich eine etwas defensivere Rolle gespielt, deshalb habe ich mich in der Verteidigung direkt wohlgefühlt. Ich befinde mich immer noch im Lernprozess, aber innerhalb der Mannschaft unterstützen wir uns gegenseitig und tauschen uns über Erfahrungen aus. Davon profitieren wir alle.

Einen Drang, wieder als Stürmer zu spielen, verspüren Sie also nicht…

Nein, ich spiele gerne als Verteidiger und habe meine Rolle im Team gefunden.

Sie können auch schon einige Spiele für die Nationalmannschaft in Ihrer Vita vorweisen. Ist die Rückkehr in die DEB-Auswahl (Deutscher Eishockey Bund) für Sie ein Ziel diese Saison?

Ich habe die Nationalmannschaft im Hinterkopf, vor allem weil es für jeden Spieler eine riesige Ehre ist, sein Heimatland zu repräsentieren. Aber ich muss realistisch bleiben: Es ist meine erste richtige Saison als Verteidiger und muss mich weiter beweisen. Ich will zunächst meine Leistung in München bringen und mit der Mannschaft erfolgreich sein, bevor ich auf die WM schiele. Ich würde mich aber natürlich über eine Nominierung freuen.

Von den Fans werden Sie gerne „Derby-Daubi“ genannt. Ist Ihnen das bekannt?

(lacht) Ja, ich kann mich auch gut erinnern, wann der Spitzname entstanden ist. Bei einem Spiel in Augsburg vor einigen Jahren habe ich den Siegtreffer erzielt. Mich freut diese „Auszeichnung“ natürlich. Und in Derbys zu treffen, ist immer besonders schön.

Dann will „Derby-Daubi“ auch in den kommenden Derbys, zum Beispiel in einer Woche gegen Straubing, wieder seinem Namen alle Ehre machen…

(lacht) Das wäre natürlich das i-Tüpfelchen, wenn es mal wieder in einem Derby klappen würde. An erster Stelle stehen aber die drei Punkte.

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