Verena Altenberger im Gespräch mit Hallo München

Verena Altenberger – Die Frau mit der Lizenz zum Schießen

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Verena Altenberger, spielte schon in „Mission Impossible – Rogue Nation“ mit.

Für „Magda macht das schon“ lernte sie schnell mal Polnisch, für ein Krimi-Casting folgte der Waffenführerschein: Was als nächstes folgt, verrät Verena Altenberger im Interview

Selbst in Hollywood hat sich rumgesprochen: Die Österreicherin, die in „Mission Impossible – Rogue Nation“ spielte, gibt alles für ihre Rollen – für ihren Comedy-Erfolg „Magda macht das schon“ büffelt sie Polnisch, für ein Krimi-Casting machte sie den Waffenführerschein. Jetzt ermittelt sie als neue Münchner Kommissarin im Polizeiruf 110. von SEBASTIAN OBERMEIR

Frau Altenberger, die Pflege-Thematik ist hochaktuell. Glauben Sie, eine Comedy-Serie wie „Magda macht das schon“ kann gesellschaftliche Veränderungen anstoßen?
Ich bin fest davon überzeugt, dass man mit jeder Kunstform, egal ob Film oder Musik, die Welt ein bisschen verändern kann. Sonst würde ich es gar nicht machen. Außerdem finde ich, dass gelacht werden darf. Wir machen uns nicht über den Pflegenotstand lustig. Die Serie hat viel Situationskomik und Magda ist eine strahlend positive Frau in einem Beruf, der viel abverlangt. Das ist ein großes Statement.

Hallo verlost DVDs der dritten Staffel von „Magda macht das schon“.

In Mission Impossible 5 hatten Sie einen kurzen Auftritt. Was hätte Madga zu Tom Cruise gesagt? 
Sie hätte ihm bestimmt ein paar pointierte Sätze an die Stirn geschmettert, da bin ich sicher! Tatsächlich haben wir am Set aber nur etwas geplaudert.

Wie haben Sie sich Magdas polnischen Akzent angeeignet?
Meine Methode hat sich seit dem ersten Casting vor drei Jahren bewährt. Mein Agent rief mich damals an: „Übermorgen in Berlin, dieser Text – mit polnischem Akzent!“ Und ich dachte mir nur: „Oh Gott“. Zum Glück hatte ich Hilfe: Die polnische Köchin der Uni-Kantine hat mir einen Crashkurs gegeben. Sie hat mir den Text aufs Handy gesprochen und ich hörte ihn mir stundenlang an. Das mache ich immer noch so. Beim Joggen zum Beispiel. Wann immer Zeit ist. Beim Dreh in Berlin ist auch eine Sprachtrainerin vor Ort, die überprüft, ob alles stimmt, was ich mir so beigebracht habe. Vor allem, wenn Magda mit Verwandten Polnisch spricht.

„Ich mag das so sehr an meinem Beruf: Ich kann Orte entdecken“

Für „Polizeiruf 110“ kommen Sie jetzt nach München. Haben Sie den Bairisch-Coach schon?
Ich komme ja aus Salzburg und habe lange in Hallein gewohnt. Das ist drei Minuten bis zur Grenze, die Dialekte sind sich sehr ähnlich. Im Polizeiruf werde ich weitestgehend so sprechen, wie mir als Verena der Schnabel gewachsen ist. Für die Rolle stelle ich mir das so vor: Die Mama aus Salzburg, der Papa aus München.

Freuen Sie sich schon auf München?
Extrem! Ich mag das so sehr an meinem Beruf: Ich kann Orte entdecken, bin aber weder Tourist noch für immer dort. Durch Magda habe ich Berlin kennengelernt, jetzt freue ich mich, München noch mehr zu erkunden. Als ich auf dem Salzburger Land aufwuchs, waren die Wochenend-Trips nach München immer das Größte.

Auf welche Art lernen Sie die Stadt kennen?
Auf eigene Faust! Ich gehe wahnsinnig gern joggen. Bisher, wenn ich in München war, habe ich das so gemacht, dass ich in eine Richtung gelaufen bin, bis ich nicht mehr konnte. Beim nächsten Mal in die andere.  

Was werden Sie an Wien vermissen?
Wien hat so einen morbiden Charme. Die Stadt ist unterkellert und ich finde, die Leute sind da ähnlich. Sie haben viel schwarzen Humor und sind auf ihre eigene Art charmant. Da bin ich gespannt, ob ich in München auf Ähnliches stoße.

Im Polizeiruf vielleicht?
Ich darf noch gar nicht zu viel verraten. Der erste Drehtag steht jetzt an. Soviel aber: Die neue Ermittlerin Elisabeth Eyckhoff ist eine bodenständige Frau, die viel arbeitet. Sie ist Single und kinderlos. Sie hört mehr auf ihren Kopf als auf ihre Vorgesetzten. Und ihr erster Fall wird sie sehr emotional treffen.

Sie haben einen Waffenführerschein. Ist das ein Vorteil, wenn man eine Polizistin spielt?
Ich kam tatsächlich über ein Casting zu dem Waffenführerschein. Ich hatte mir überlegt: Was ist der größte Unterschied eines Polizisten zu anderen Berufen? Dass er ständig eine Waffe trägt. Ich wollte einerseits, dass es realistisch und gut aussieht, wie ich damit umgehe, aber ebenso wollte ich auf mich wirken lassen, wie gefährlich so eine Waffe ist. Dann habe ich so intensiv Schießtraining gemacht, dass ich mir dachte, jetzt mach ich halt den Schein! Ich mache keine halben Sachen. Die Rolle damals habe ich übrigens nicht gekriegt (lacht).

Zuerst Altenpflegerin, jetzt Polizistin. Welchen Rolle steht noch auf ihrer Wunschliste?
Ganz viele. Zum Beispiel eine Actionheldin. Ich würde aber auch gerne einen Film drehen, der an meine Salzburger Wurzeln erinnert. Ein aufwendiges Bergdrama vielleicht. Es war immer ein Wunsch, beruflich ganz viel verschiedene Dinge zu machen. Jetzt kann ich so viele unterschiedliche Rollen spielen und das ist das größte Glück für mich.

ZUR PERSON 

Die österreichische Schauspielerin Verena Altenberger wurde am 11. November 1987 in Schwarzach im Pongau geboren. Aufgewachsen im Salzburger Land, lebt sie seit zwölf Jahren in Wien, wo sie zunächst Publizistik- und Kommunikationswissenschaften und dann an der Musik und Kunst Universität der Stadt Wien Schauspiel studierte. 

Seither hat sie sich zum Shooting-Star der österreichischen Schauspiel-Szene entwickelt: Sie spielte am Burgtheater und ergatterte Rollen in zahlreichen Filmen, unter anderen in „Das Wunder von Wörgl“, „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ oder „Mission Impossible – Rogue Nation“. 

Ab 2019 wird sie im Münchner Polizeiruf 110 die Ermittlerin Elisabeth ­Eyckhoff spielen.

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