Ein Verein für alle Generationen

Anette Rosellen: „Viele Kinder haben nur noch wenig Bezug zur Natur“

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Bereits beim Artenvielfalt-Volksbegehren hat Annette Rosellen dem Imkerverein federführend vertreten.

Es wird Zeit für einen Vorstandswechsel bei Gräfelfinger Imkern: Anette Rosellen wird die neue Vorsitzende. Im Interview verrät sie, wie sie mehr Öffentlichkeit und Angebote für Kinder schaffen will.

Gräfelfing – 90 Jahre alt wird der Imkerverein Gräfelfing in diesem Jahr. Pünktlich zum Jubiläum und mit viel Rückenwind des im Würmtal sehr erfolgreichen Volksbegehrens für Artenvielfalt, übernimmt jetzt eine neue Generation das Zepter: Der Verein wählte die Gräfelfingerin Annette Rosellen zur neuen Vorsitzenden. Was sie sich für ihre Amtszeit vorgenommen hat und wie der Verein sein Jubiläum feiern möchte, verrät Rosellen im Interview mit Hallo:

Frau Rosellen, vor 40 Jahren war Ihr Großvater Otto Hentschel bereits der Vorsitzende des Imkervereins. Wie ist es, jetzt in seine Fußstapfen zu treten?
Als mein Großvater noch lebte, konnte ich mir nie vorstellen, dass ich mal selbst Imkerin oder sogar Vereinsvorsitzende werde. Jetzt hätte ich so viele Fragen an ihn! Was aber schön ist: Im Verein gibt es ein paar Leute, die meinen Großvater noch kannten. Das hat mir den Einstieg defintiv leichter gemacht. Ich bin mir sicher, mein Großvater würde sich jetzt freuen. 

Welche Ziele haben Sie sich für den Verein gesteckt?
Wir wollen stärker in die Öffentlichkeit treten und die Bevölkerung mehr einbinden. Vor allem die Kinder, weil viele nur noch wenig Bezug zur Natur haben. Darum planen wir mit den Gemeindegärtnern Aktionen, bei denen wir mit Kindergruppen Blumenwiesen anlegen. Bereits vergangenes Jahr haben wir so eine Aktion schon an unserem neuen Lehrbienenstand durchgeführt.

Und außerdem?
Grundsätzlich möchte ich versuchen, den Verein generationenübergreifender zu machen. Vor einigen Jahren waren noch hauptsächlich Alteingesessene dabei, das hat sich zuletzt sehr verändert. Aber es ist auch extrem wichtig, die Älteren weiter mit im Boot zu haben. Denn die haben viel Wissen, was man in keinem Lehrbuch findet.

Mit Ihnen wird der Imkerverein Gräfelfing jetzt wieder von einer Gräfelfingerin geführt. Ändert das etwas?
Nur ein Zehntel unserer 160 Mitglieder kommt aus Gräfelfing, viele sind aus der Umgebung. Aber klar: In Gräfelfing wurde der Verein gegründet, deswegen werden wir hier auch damit anfangen, mehr Präsenz zu zeigen. Langfristig ist aber geplant, auch die anderen Gemeinden in unsere Vorhaben stärker einzubinden.

Wie wird das Jubiläum gefeiert?
Es gibt zwei Höhepunkte: Am Sonntag, 19. Mai, veranstalten wir einen Tag der offenen Tür. Dabei wird es Führungen über den Lehrbienenstand geben und Kinder können Honigglas-Etiketten malen. Außerdem unterstützt uns die „Schule der Phantasie“ mit Bastelaktionen.
Der richtige Festakt findet am Sonntag, 27. Oktober, im Gräfelfinger Bürgerhaus statt. Zu dem Anlass wird ein Film über den Verein präsentiert. Außerdem gibt es einen Vortrag von Randolf Menzel, dem Autor von „Die Intelligenz der Bienen“, der bei den Imkern als echte Koryphäe gilt.

Romy Ebert-Adeikis

Am Freitag, 26. April, hält ab 19.30 Uhr Ulrike Windsberger einen Vortrag über bienenfreundliche Gärten im Pschorrhof, Lochhamer Straße 78.

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