A bis Z mit André Hartmann

André Hartmann: „Wer Klavier spielt, hat Glück bei den Frauen...“

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In Hallo verrät André Hartmann was Schwabing für ihn bedeutet und wer für ihn der König des Viertels ist.

Der Schwabinger Kunstpreis geht an André Hartmann – warum sein Viertel für ihn die Krönung ist und wer es heimlich regiert, verrät er im A bis Z.

München – Sie teilen sich alles – vor allem die Liebe zu Schwabing: der Monaco Franze und André Hartmann, dem gerade der Schwabinger Kunstpreis verliehen wurde.

Der Musikkabarettist ist fleißiger und seriöser als die Serien-Figur und der bessere Pianist und Stimmenimitator – den meisten ist Hartmann bekannt als Double von Gerhard Schröder oder Christian Ude auf dem Nockherberg.

Doch er und der ewige Stenz sind sich ähnlich. „Ich bin jemand, der sich sehr viele Freiheiten nimmt und genieße an Schwabing, dass dieser Stadtteil fast nie schläft“, erklärt der Musiklehrer, der fast neben dem 24-Stunden-Kiosk an der Münchner Freiheit wohnt. Was das Viertel für ihn bedeutet und wer für ihn der König Schwabings ist, lesen sie hier. 

Maren Kowitz

Musikkabarettist und Stimmenimitator André Hartmann (43) von A bis Z

Anders: Meine Bestimmung für die Bühne ist deutlich herausgekommen. Ich arbeite nur noch in Teilzeit als Lehrer und werde mich bald ganz von der Schule zurückziehen.

Bildungssystem: Muss überarbeitet werden. Ich komme von der Front und sehe viele Probleme. Vor allem, dass alles so theoretisiert wird. Der Schulbetrieb besteht zu 80 Prozent aus Protokollen und Vorgaben vom Ministerium.

CSU: Ich mache politische Stimmen nach, aber nicht mit politischen Inhalten. Das machen andere besser als ich das könnte. Es wäre schlimm, wenn jeder alles machen würde.

Damische Ritter: Heuer war meine elfte Faschingssaison als deren Gallionsfigur, Herzog Kasimir. Ich bin hineingewachsen und genieße es sehr.

Erbe Monacos: Das Spannende am Monaco Franze ist: So wären sehr viele Männer gerne, erlauben es sich aber nicht oder haben dann doch andere Zwänge. Wobei sein Spatzl für mich der wahre Held der Serie ist, weil sie genau weiß, was läuft und das Ganze mit der notwendigen Güte betrachtet und ihn auch nicht hängen lässt, wenn es ihm schlecht geht.

Fränkischer Kabarettpreis: Ich freue mich sehr, dass im Jahr 2019 auch Wolfgang Krebs ihn erhalten hat. Ich sehe ihn sehr als mein Vorbild und finde ihn großartig. Trotzdem musste ich etwas selbstzufrieden schmunzeln, dass ich ihn längst zu Hause stehen habe.

Gisela: Ich habe wohl den letzten Auftritt der Schwabinger Gisela miterlebt. Ich hatte sie für den Geburtstag meines Onkels gebucht – kurz vor ihrem Tod 2014.

Hochschule für Musik: Dort habe ich Klavier studiert. Ich gehöre bestimmt zu den guten bis sehr guten Pianisten. Aber acht Stunden Klavier üben käme für mich nicht in Frage. Ich bin ein sehr fleißiger Mensch, aber ich kann meinen Fleiß nicht auf eine Sache konzentrieren.

Imitator: Es ist schwierig geworden. Es gibt kaum einen Politiker, der länger als ein Jahr im Amt ist und eine charakteristische Stimme hat. Ich werde mich vom Imitieren langfristig auch verabschieden.

Jung: Jedem, der sagt, Schwabing stirbt, antworte ich: Sieh dich um. Hier herrscht das pulsierende Leben. Überall sind Kinder und Jugendliche.

Krone: Entlang des Altstadtrings liegen drei Tore: Karlstor, Sendlinger Tor, Isartor, im Norden muss man weiter fahren bis zum Siegestor, wo Schwabing anfängt. Rein geographisch gesehen ist Schwabing die Krone Münchens.

Laudator: Ich habe Christian Ude gebeten, meine Laudatio zu halten. Wenn es einen König von Schwabing gäbe, dann wäre er es für mich.

Monaco & Fränz heißt mein neues Programm, in dem ich zum Enkel des Monaco werde. Ich spiele es im Hofspielhaus, meinem Lieblingstheater, das leider nicht in Schwabing ist. Sagen wir in Süd-Schwabing.

Nockherberg: Es war eine tolle Zeit. Ich freue mich jedes Jahr auf Fastenpredigt und Singspiel und habe nur punktuell etwas auszusetzen. Es ist das bayerische Satire-Event.

Original: Ein Münchner Original ist für mich der langjährige Wiesn-Wirt Wiggerl Hagn. Seine Sprechweise, seine Münchner Vergangenheit, sein Bart. Und er hat viel für München getan. Was das Wiesn-Drama betrifft: Ich glaube, dass es jedem Wiesn-Wirt passieren kann, dass bei der Abrechnung Unsauberkeiten auftauchen.

Peinlich: Ich liebe Promis und spreche sie auch oft an. Aber neulich wollte ich Mario Barth im Vereinsheim einen Gruß an einen gemeinsamen Bekannten ausrichten. Er hat aber stoisch weitergeredet und seinen Kopf nicht mal gehoben, während mich seine Entourage total abgebügelt hat.

Quast: Der selbst ernannte Drache von der Burgstraße ist ein echtes Wahrzeichen Münchens. Veronika von Quast, als deren Pianist ich auf der Bühne angefangen habe, inspiriert mich bis heute, obwohl ich sie seit etwa 25 Jahren kenne.

„Schwabing ist bundesweit der Begriff für Bohème“

Ratsch-Kartell: In meinem Talkshow-Format lade ich interessante, sympathische Menschen ein. Mich hat besonders gefreut, dass die Kessler-Zwillinge zugesagt haben – das war ein legendärer Abend.

Stenz: „Wer Klavier spielt, hat Glück bei den Frauen...“ Es ist schon so, dass man als Musiker viel Gelegenheit hat, Stenz zu sein. Mir ist es allerdings so wichtig, von möglichst allen geliebt zu werden, dass ich auf persönliche Eskapaden verzichte.

Typisch Schwabing: Schwabing ist bundesweit der Begriff für Bohème.

Unvergessen: Es ist beachtlich, wie präsent Gerhard Schröder – meine Paradestimme – 14 Jahre nach seinem Weggang immer noch ist.

Veganer: Im doppelten Sinne ein gefundenes Fressen für jeden Kabarettisten. Gerade die ländliche Bevölkerung kann damit nichts anfangen, nach dem Motto: „Was, Du isst kein Fleisch? Dann isst halt a Wurst.“

Wach: Ich genieße an Schwabing, dass dieser Stadtteil fast nie schläft – ich wohne sehr nahe an dem 24-Stunden-Kiosk.

X-Kreuz: An einem solchen wurde mein Namensgeber, der heilige Andreas, gekreuzigt. Ich bin zahlender Katholik.

Yeti: Habe ich noch nie gesehen, obwohl ich schon neunmal in Nepal war. 1998 habe ich die Nepalhilfe Starnberg gegründet und inzwischen zwei Schulen aufgebaut.

Zukunft: Wir können in 20 Jahren nicht mehr so existieren wie jetzt. Da muss man umdenken und aufs Autofahren verzichten oder auf Fleisch und es nicht als Strafe sehen, sondern als freiwilligen Beitrag für die Umwelt.

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