A bis Z mit Starkoch Alfons Schuhbeck

Alfons Schuhbeck: "Den 70. feier ich nicht am Platzl!"

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Alfons Schuhbeck wird 70: An´s aufhören denkt er noch lange nicht.

Starkoch Alfons Schuhbeck hat am 2. Mai runden Geburtstag – seine Pläne für die Altersteilzeit verrät er in Hallo von A bis Z.

Fragt man Alfons Schuhbeck, wo er seinen 70. Geburtstag verbringt, gibt er sich geheimnisvoll. Seine augenzwinkernde Antwort: „Ausnahmsweise mal nicht am Platzl.“ 

Denn dort im Herzen Münchens trifft man Bayerns bekanntesten Koch meistens an. Er ist mit den Restaurants „Orlando“ und „Südtiroler Stuben“, einer Kochschule, mehreren Läden und einer Eisdiele vertreten.

Von Ruhestand will Alfons Schuhbeck nichts wissen

Und das managt der Unternehmer nebst seiner eigenen Fernsehshow und diversen anderen regelmäßigen TV-Auftritten.

Doch von Ruhestand will er nichts wissen: „Ich bin im Alter meiner Jugend. Ab 90 Jahren mache ich dann nur noch halbtags“, erklärt er.

Was er bis dahin noch geschafft haben will, wo es die wertvollsten Kohlenhydrate gibt und wie sich in seinen fast 50 Berufsjahren das Koch-Sein verändert hat, verrät er hier von A bis Z. Maren Kowitz

Starkoch Alfons Schuhbeck (69) von A bis Z

Ausdauer setzt Freude an der Arbeit voraus und die hat man als Koch.

Biographie: An meiner interessiert mich nicht was war, sondern was ist. Noch bin ich ein optimistischer Mensch, der positiv denkt und Mut zu Neuem hat.

Chiemgau: Hier sind die Wurzeln, die mein Denken und Handeln in der Kindheit und Jugend prägten. Der Chiemgau ist die Landschaft, die ich nicht nur fest im Kopf, sondern auch tief im Herzen habe – und wegen ihrer Schönheit so gern vor Augen.

Druck in der Küche gab’s in meinen jüngeren Jahren. Weil die Restaurants sechs bis sieben Tage in der Woche mittags und abends offen hatten und eine Riesenkarte mit zwei Menüs plus zwei bis drei Dutzend à-la-carte-Gerichte boten.

Entwicklung in München: Die Globalisierung und alles, was damit verbunden ist, macht ja um München keinen Bogen. Wo früher kleine Wirtshäuser oder familiäre Läden waren, sind heute die Leuchtreklamen von internationalen Fastfood-Ketten und Kaffeeshops.

esunde Ernährung sollte Schulfach werden "

FC Bayern ist der am meisten polarisierende Fußballklub in Deutschland und in der Welt nach dem Oktoberfest die zweitbekannteste Münchner Attraktion. Ich koche für den FC Bayern seit 30 Jahren.

Gesunde Ernährung sollte Schulfach werden und Kindern vermitteln, dass unser Essen mitentscheidet, wie wohl wir uns fühlen, wodurch wir matter oder munterer sind. Bei diesem Thema gibt es bei der Politik großen Nachholbedarf genauso wie beim Klimawandel.

Heimat ist dort, wo mir alles vertraut ist. Wo ich mich wohlfühle. Wo mich die Menschen so nehmen wie ich bin.

Irrwege gibt’s viele im Leben. Einer ist, beim Lebensmittelkauf oder Essengehen zu glauben, dass man vom Sparen gesund und munter wird.

Jubiläumsfeier liegt mir privat völlig fern, ist aber ein gern gehörtes Wort in der Gastronomie.

Kartoffel ist eines der wertvollsten Kohlenhydrate, die wir haben. 100 Gramm haben 69 Kalorien und die Kartoffel ist basisch.

Lebensfreude: München ist für mich eine Stadt voller Lebensfreude, sozusagen die deutsche Hauptstadt der heiteren Gelassenheit. Weizenbier mit Champagner, Hightech mit Bohème, Diva mit Dirndl.

"Ich lege großen Wert auf die Tradition."

Musik: Während der teatro-Saison mache ich mir und hoffentlich auch den Gästen den Spaß, am Schluss der Show ein oder zwei beliebte Songs zu singen, am liebsten Country wie „Sweet Caroline“ – oder „I did it my way“.

Neu: Nicht alles was neu ist, ist immer gut. Ich lege großen Wert auf die Tradition.

Oktoberfest: Der Reiz der Wiesn ist für mich die überschäumende Demonstration dessen, was Bayern so liebenswert macht: das leben und leben lassen! Und wo gibt’s denn Hendl immer so frisch und knusprig wie auf der Wiesn?

Platzl: Dass ich hier im Herzen Münchens arbeiten und leben darf, empfinde ich als großes Geschenk. Die Atmosphäre inspirierte mich, in meinen Restaurants die bayerische Küche mit ihrem herzhaften Charme und die italienische Küche mit ihrer Heiterkeit des Südens zu verbandeln.

Quote: Die Einschaltquote ist das A und O des heutigen Fernsehens. Ich danke den Zuschauern, dass sie mir seit 30 Jahren auf die Finger sehen.

Ruhestand ist mir so fern wie das Nachtrauern über Enttäuschungen. Ich vertrödele keine Zeit mit Gewesenem und mit Dingen, die ich nicht ändern kann.

Sterneküche ist das Symbol für gesundes und genussvolles Essen. Leider hat sie den Beigeschmack von teuer, aber gutes Essen hat nichts mit Luxus zu tun. Spaghetti mit aromatischer Tomatensauce können genauso ein Vergnügen sein wie der mit Cognac flambierte Hummer.

Er kochte schon im Weißen Haus in Washington

TV-Auftritte sind sicher hilfreich für meine Aktivitäten. Aber meine Gäste erwarten nicht, dass sie mich bald wieder auf dem Bildschirm sehen, sondern heute Abend im Restaurant. Und sie kommen nicht wieder, weil ich bekannt bin, sondern nur, wenn es geschmeckt hat.

Urlaub: Die letzten 35 Jahre habe ich keinen Urlaub gemacht! Jetzt würden mir hin und wieder ein paar Tage gut tun.

Vegan: Ich sehe keinen Sinn darin, mich einseitig zu ernähren, habe aber nichts gegen Menschen, die es tun. Im Gegensatz zu dem Eindruck, den die Medien erwecken: Vegan ernährt sich bloß ein knappes Prozent der Deutschen.

Wurzeln: Ich erkannte in meinen jungen Jahren im oberbayerischen Waging, dass es dort wenig Sinn macht, mit der damals groß in Mode gekommenen Nouvelle Cuisine Erfolg haben zu wollen. Ich sah meine Chance in der Alternative: die Rückbesinnung auf die regionalen Wurzeln und die Modernisierung traditioneller Rezepte.

Xundheit für meinen Körper, den ich jeden Tag 16 Stunden fordere, bewahre ich mir durch ausgewogene Ernährung, viel Wasser (möglichst mit ein paar Tropfen Ingwer) und positives Denken.

Yes: Ich durfte sogar schon im Weißen Haus in Washington und bei den Kennedys zuhause kochen. In New York hatte ich die Ehre, für Leonard Bernstein zu kochen.

Zeit zu haben – das ist der einzig wahre Luxus für mich.

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