A bis Z mit Innegrit Volkhardt

Innegrit Volkhardt: „Geht nicht, gibt's nicht. Es geht fast alles, wenn man es will.“

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Innegrit Volkhardt auf der Dachterrasse - der Blue Spa Bar.

Innegrit Volkhardt führt in vierter Generation den Bayerischen Hof – in Hallo verrät sie ihr Erfolgsrezept und welcher ihrer prominenten Gäste einzigartig war.

Wenn Prominente in München zu Gast sind, wohnen sie im Bayerischen Hof. Vor 180 Jahren gab Ludwig I. das Luxushotel am Promenadeplatz in Auftrag, um königlichen Besuch angemessen empfangen zu können.

Bekannte Gäste: Prinz Charles und Herzogin Camilla

Daran hat sich bis heute nicht viel geändert: Natürlich nächtigten auch Prinz Charles und Herzogin Camilla jetzt bei ihrem München-Besuch in einer der Suiten des Fünf-Sterne-Hauses.

Im Alter von nur 26 Jahren übernahm Innegrit Volkhardt in vierter Generation die Hotelleitung von ihrem schwer erkrankten Vater Falk. „Mein Vater hat wahnsinnig viel vollbracht“, sagt Volkhardt.

Von ihm hat sie die Lust zum Bauen und Renovieren geerbt – und den Hang zum Perfektionismus. „Es geht fast alles, wenn man will“, betont die 53-Jährige, die regelmäßig Prominente und wichtige Staatsgäste begrüßt.

Trotzdem ist sie auf dem Boden geblieben – und entspannt am liebsten beim Ausmisten des Stalles ihrer Esel. Was neben der Blue Spa Bar ihr Lieblingsort ist und wie kritisch sie im eigenen Urlaub ist, verrät die Hotelchefin hier von A bis Z. von Sophia Oberhuber

Hoteldirektorin Innegrit Volkhardt (53) von A bis Z

Allüren haben wenn überhaupt die Begleiter der Stars. Sie sind verantwortlich dafür, dass vor Ort alles passt. Die Promis sind meistens ziemlich cool.

Begegnungen: Als Kind saß ich nachts vorm Fernseher und habe Muhammad Alis Kämpfe gesehen. Ihm dann zu begegnen, war einzigartig. Ich darf hier Menschen aus Politik, Wirtschaft und Entertainment erleben. Aber es gibt auch viele Begegnungen mit normalen Menschen, die seit Jahrzehnten Stammgäste sind. Die Schokolade mitbringen und Geschichten erzählen von früher.

Camilla und Charles: Es hat großen Spaß gemacht, Charles und Camilla bei uns untergebracht zu haben. Ich habe einen Mitarbeiter, dessen Lebenswunsch es war, die beiden zu begrüßen. Aus diesem Grund kamen sie dann unter anderem auch tatsächlich zu uns.

Druck hatte ich keinen bei der Übernahme des Hotels. Es war wenn dann das Gefühl von Verpflichtung den früheren Generationen gegenüber.

Einzelkämpferin: Meine Familie gibt mir starken Rückhalt, aber ich habe sie nie als etwas gesehen, was ich brauche, um mich weiterzubringen.

„Abschalten kann ich am besten bei meinen vier Eseln.“

Frauen: Als ich 1992 angefangen habe, war ich bei manchen Meetings die einzige Frau. Heute ist das anders. Hotel Management ist ein Job mit viel People Business. Vielleicht machen das Frauen im zwischenmenschlichen Umgang sogar mit einem Tick mehr Leichtigkeit...

Geht nicht, gibt's nicht: Meine Lehre habe ich bei Gerd Käfer gemacht. Er war ein großes Vorbild. Er hat so schwer gearbeitet. Sein Motto war: Geht nicht, gibt's nicht. Es geht fast alles, wenn man es will. Das habe ich von ihm gelernt.

Hier und Jetzt: Abschalten kann ich am besten bei meinen vier Eseln. Die sind morgens sozusagen meine Therapeuten bei der Stallarbeit und beim Putzen. Das sind so ruhige Wesen. Sie schaffen es, dass ich an nichts anderes denke als an den Moment.

Ideale: Ich kämpfe mit aller Kraft dafür, das zu erreichen, was ich vorhabe.

Jazz: Musik ist für mich etwas unheimlich Wichtiges. Ich mag das Disruptive, das Spontane, im Jazz. Nicht zu wissen, was im nächsten Moment passiert – so fühle ich mich oft in meinem eigenen Leben (lacht).

Konferenz: Bei der Sicherheitskonferenz ist die größte Herausforderung die Menschenmenge. Es findet ein bilaterales Gespräch nach dem anderem statt. Das sind Momente, in denen ich enorm stolz auf mein Team bin.

„Ich habe das Renovieren in den Genen.“

Lieblingsort: Ich fühle mich überall im Haus zuhause. Es ist alles unheimlich vertraut. Bis wir die neue Suite gebaut haben, war aber immer der Blue Spa mein Lieblingsort.

Michael Jackson war viel bei uns im Haus. Der ganze Promenadeplatz war einmal abgesperrt mit tausenden von Fans.

Neuerfinden: Ich habe das Renovieren in den Genen. Jeder in meiner Familie hat gerne gebaut.

Oberhäupter: Staatsbesuch bedeutet Sicherheitsvorkehrungen. Meistens finden im Vorfeld Sprengstoffdurchsuchungen statt. Sicherungskästen und Schächte werden beispielsweise plombiert.

Prozess: Im Verfahren um das geplante Hotel in der Kardinal-Faulhaber-Straße haben wir uns langsam angenähert. Das Haus wird halb so groß wie es vorgesehen war.

Qual: Herausfordernd finde ich es, wenn mich äußere Umstände verlangsamen. Zum Beispiel wenn ich keine Angebote bekomme, weil es keine freien Handwerkerfirmen gibt.

Rudern macht mir sehr viel Spaß. Da kann ich Abschalten. Ich treibe als Ausgleich zum Stress gerne Sport.

Staatsanwältin: Bei uns hat über viele Jahre ein Polizist gewohnt. Mit dem habe ich oft das Gericht besucht. Die Staatsanwaltschaft hat mich fasziniert. Über einen anderen Beruf als die Hotellerie habe ich aber gar nie richtig nachgedacht.

Tiefen: Im zweiten Weltkrieg wollten die Nazis das Haus übernehmen. Mein Großvater hat sich dagegen gewehrt. Nach dem Krieg gab es dann kein Geld und nur eine Ruine. Aber dafür viele fleißige Menschen, die beim Wiederaufbau geholfen haben.

Urlaub: Ich will nur meine Ruhe (lacht)

Urlaub: Ich will im Urlaub alles genau so haben, wie ich es will. Und ich will eigentlich nur eines: meine Ruhe (lacht). Deshalb fahren wir seit 15 Jahren auf die Malediven zum Tauchen. Meine schönste Begegnung war mit einem Hai. Wir haben uns gefühlt fünf Minuten lang angeschaut.

Vogelhäuschen: Als ich das erste Mal auf der Terrasse unserer neuen Suite stand, wollte ich dort sofort ein Vogelhäuschen aufstellen. Es ist so ruhig, dass man die Vögel zwitschern hört – mitten in der Stadt.

Wohnen: Früher hatten mein Vater und dann ich ein eigenes Zimmer im Hotel. Die haben wir aber beim Umbau geopfert. Ab und zu bleibe ich im Hotel, wenn es sehr spät wird oder wenn ich wie bei der Sicherheitskonferenz, mein Haus nicht alleine lassen will – aber ich übernachte jedes mal in einem anderen Zimmer.

Xmal habe ich schon auf das kleine Schild auf meinem Schreibtisch verwiesen, wenn mich jemand fragt, bis wann eine Aufgabe erledigt werden soll. Darauf steht: „am liebsten sofort.“ (lacht).

Youngster: Wir lernen sieben Ausbildungsberufe im Haus. Insgesamt haben wir knapp 700 Mitarbeiter aus mehr als 30 Nationen.

Zelten: Ich bin als Kind leidenschaftlich gern geritten. Bei Turnieren habe ich immer im Zelt übernachtet. Ich bin ein Mensch, der es schön findet, das eigene Glas unter der Regenrinne auszuwaschen.

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