Heiner Lauterbach im Gespräch mit Hallo München

Für immer treu? „Nur meinem Verein!“

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Heiner Lauterbach spielte schon 1998 in „Nächstes Jahr, gleiche Zeit“ an der Seite von Dominique Lorenz. Seither hat sich viel verändert – für die Figuren wie die Darsteller. Jetzt treffen sie in „Jahre später, gleiche Zeit“ wieder aufeinander (Hallo verlost Tickets).

Auf der Bühne wagt er jährlich einen Seitensprung. Doch wie sieht es in der Realität aus? Wem er im echten Leben treu bleibt, hat Schauspieler Heiner Lauterbach im Hallo-Interview verraten

Zwei verheiratete Menschen treffen sich jährlich für einen Seitensprung – das ist die Ausgangslage in „Jahre später, gleiche Zeit“, in dem der 65-Jährige die Hauptrolle spielt. Im Stück geht es nicht nur um Treue und das große „Was wäre wenn“, sondern auch um die Angst vorm Älterwerden. Ob sich da Parallelen zu seinem Leben ziehen lassen? von SEBASTIAN OBERMEIR

Herr Lauterbach, wie wichtig ist Ihnen Treue? Zunächst müsste man natürlich noch genau definieren: Was ist Treue und zu wem?
Zum 1. FC Köln habe ich eine ganz innige Beziehung, da bin ich seit 59 Jahren treuer Fan und werde es dem Verein immer bleiben. Aber ich glaube, oder befürchte, Sie sprechen von der Treue zum Partner. Da kommt es auf die Beziehung an. Treue spielt eine gewisse Grundrolle, wie wichtig sie ist, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Treue ist also nicht das Geheimnis einer guten Partnerschaft?
Das Geheimnis einer guten Partnerschaft ist, den richtigen Partner zu finden.

Und genau den in seinem Leben zu haben. Nicht wie die Figuren im Stück.
Das ist ja eine alles andere als gewöhnliche Situation. Beide haben andere Partner und sind verheiratet, dennoch haben sie auch einander. Wenn es eine normale Beziehung wäre, müsste man kein Theaterstück darüber schreiben (Hallo verlost Tickets).

Und wie in allen guten Stücken, wird es für die Figuren auch schwierig. Gewissensbisse kommen auf.
Weil sie eben mit anderen Partnern verheiratet sind.

Machen Ihnen Kussszenen Gewissensbisse?
Nein, als Schauspieler täuscht man ja immer nur vor. Egal ob man jetzt einen Kriminellen spielt und jemanden umbringt oder eine Liebesszene dreht – es ist nicht echt. Meine Frau weiß auch, dass das zu meiner Arbeit gehört und deshalb ist es kein Problem.

Bereits 1998 spielten Sie mit Dominique Lorenz im ersten Teil „Nächstes Jahr, gleiche Zeit“ die Hauptrolle. Mit welchem Gefühl gehen Sie an die Fortsetzung ran?
Mit einem schönen Gefühl, einem romantischen und melancholischen. Wir haben genau die gleiche Besetzung und die gleiche Regisseurin. Es ist sicher im Sinne des Verfassers des Stücks, Bernard Slade, dass genau die gleiche Konstellation zeigt, wie die Situation 25 Jahre nach der ersten Begegnung von George und Doris aussieht.

„Älterwerden gehört dazu“

Die beiden treffen sich einmal im Jahr. Wen würden Sie gerne öfter sehen?
Den von der Lottostelle, der kommt, wenn man einen Lottosechser hat. Obwohl, das würde auch reichen, ihn überhaupt nur einmal zu sehen. Aber ganz im Ernst: Meine Eltern sind in den letzten beiden Jahren gestorben und ansonsten sehe ich die Leute, die ich in meinem Leben brauche, regelmäßig. Klar gibt es manche, die würde man lieber öfter sehen, aber es ist auch normal, dass das nicht immer so leicht klappt.

Im Stück geht es auch ums Älterwerden. Wie gehen die Figuren damit um?
Im ersten Teil waren die beiden Mitte 20, jetzt haben sie ihre Midlife-Crisis schon hinter sich. Doris muss sich die Haare färben, er macht sich Gedanken über das Vergängliche.

Machen Sie sich die auch?
Nicht ganz so schlimm wie ­George. Älterwerden gehört dazu. Wir kämpfen alle mit der Natur und den Hormonen. Und wenn ich sehe, wie andere reagieren, dann weiß ich: Mir geht es doch recht gut damit. Natürlich gibt es witzigere Sachen als älter zu werden. Ich habe aber keine Lust, mich nur damit zu beschäftigen. Man muss in Würde altern.

Das heißt?
In meinem Alter braucht man nicht mehr in einer Diskothek zu feiern, sich die Haare zu färben, sich Speck absaugen oder liften zu lassen.

Wo werden Sie heute in genau einem Jahr sein?
Vermutlich da, wo ich genau jetzt auch bin: zuhause. Letztes Jahr hätte ich das auf den Tag genau sagen können, weil ich da bereits wusste, dass die Proben anstehen. Aber was ich nächstes Jahr mache? Was ich drehe, steht noch nicht fest. Wenn ich also wetten müsste: Ich wäre zuhause.

Zur Person

Ein Dream-Team: Heiner Lauterbach und seine Frau Viktoria. 

Heiner Lauterbach wurde am 10. April 1953 in Köln geboren. Der große Durchbruch gelang mit Doris Dörries Komödie „Männer“, in der Lauterbach neben Uwe Ochsenknecht die Hauptrolle spielte. Der Kölner gewann zahlreiche Fernseh- und Filmpreise und lieh seine Stimme als Synchronsprecher unter anderem Kevin Costner, John Malkovich oder Gérard Depardieu. 

1985 bis 2001 war Lauterbach mit der Schauspielerin Katja Flint verheiratet, trennte sich aber 1991. Von 1996 bis 2000 war Lauterbach mit der Schauspielerin Jenny Elvers liiert. Diese Zeit war geprägt von Partys und Exzess. Heute lebt er beschaulicher – mit seiner Frau Viktoria und zwei Kindern am Starnberger See.

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