A bis Z mit Schauspieler Maximilian Brückner

Maximilian Brückner: „Oberbayern ist meine Heimat"

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Maximilian Brückner feierte seinen 40. Geburtstag mit über 100 Leuten im Wirtshaus von einem Spezl.

Große Party im Wirtshaus: Mit 40 Jahren startet der Schauspieler Maximilian Brückner noch einmal neu durch und wagt sich an ein völlig neue Genres.

Maximilian Brückner ist Bayerns Schauspiel-Allzweckwaffe: Im Volkstheater gibt er den denkwürdigen „Boandlkramer“, als Tuba spielender Tatort-Kommissar ermittelte er im Saarland und für seine Rolle als koksender, korrupter Bürgermeister in der BR-Serie „Hindafing“ erhielt er 2018 den Bayerischen Fernsehpreis.

Ab Mai ist Brückner auf der großen Leinwand zu sehen

Ab 2. Mai ist Maximilian Brückner nun auf der großen Leinwand zu sehen: im tief berührenden Drama „Das schönste Paar“. Das Ehepaar Malte (Brückner) und Liv (Luise Heyer) wird im Urlaub auf Mallorca überfallen und Liv vor den Augen ihres wehrlosen Mannes vergewaltigt. Das Paar lernt mit dem traumatischen Erlebnis umzugehen, bis Malte dem Täter zufällig begegnet und es zur Konfrontation kommt.

Im Hallo-Interview verrät der bodenständige Rosenheimer, wieso er unser Strafrecht für einen Witz hält, bei welcher Rolle er zur Vorbereitung auch einmal Wikipedia genutzt hat und mit wie vielen Spezln er seinen 40. Geburtstag im Januar gefeiert hat.

Sophia Oberhuber

Schauspieler Maximilian Brückner (40) von A bis Z

Abschalten kann ich am besten daheim mit meiner Familie und Freunden.

Bauernhof: Wir haben einen Mehrgenerationenhof in Bad Endorf. Da wohnt die ganze Familie zusammen. Natürlich gibts da auch mal Streit, wie in jeder Beziehung halt. Ich finds aber sehr schön.

Charakter: Ich kann sehr ungeduldig sein und dann kann ich auch mal kurz explodieren. Aber danach ist auch schon wieder alles vergessen.

Durst nach Rache ist glaube ich eher Männer-Sache. Das fand ich auch am Film spannend: Wie Mann und Frau mit dem gleichen Problem umgehen.

Englisch: In der finnischen Serie Arctic Circle musste ich Englisch sprechen. War gewöhnungsbedürftig, aber wenn man dann mal durchgehend am Sprechen war, ging’s sehr gut.

Familie ist für mich das Wichtigste im Leben und mein Rückzugsort.

Google: In „Zwischen Himmel und Hölle“ habe ich Martin Luther gespielt. Ein Buch habe ich zur Vorbereitung nicht gelesen. Ich habe ihn aber gegoogelt – und mal kurz bei Wikipedia reingeschaut (lacht).

Maximilian Brückner  bei der Verleihung des Bayerischen Fernsehpreises.

Hindafing: Wir drehen im Moment die zweite Staffel. Die Zuschauer haben natürlich eine Erwartungshaltung, aber ich glaube, wir schaffen das.

"Die Inszenierung vom Brandner Kaspar am Volkstheater ist wie mein Baby"

Inspiration: Für meine Rollen lerne ich natürlich meinen Text. Aber manchmal bekomme ich erst beim laufenden Dreh ein Gespür dafür, wie die Person gehen oder reden könnte.

Jubeltag: Meinen 40. Geburtstag im Januar habe ich mit über 100 Leuten im Wirtshaus von einem Spezl gefeiert.

Kaspar: Die Inszenierung vom Brandner Kaspar am Volkstheater ist wie mein Baby. Wir haben es irgendwie geschafft, das Stück zu unserem zu machen. Des gfreid mich heute noch. Und wann darf man sonst schon mit drei seiner Geschwister und den besten Spezln auf einer Bühne stehen und den Boandlkramer spielen?

Liebe bleibt beständig, wenn man durchgehend kommuniziert. Malte und Liv schaffen es im Film nur, weil sie ehrlich miteinander reden.

Musik: Im Film spiele ich E-Bass. Ich hab früher sogar mal Bass gespielt beziehungsweise ein wenig drauf rumgezupft. Sonst spiele ich Tuba.

Nachwuchs: Wir haben eine zweijährige Tochter. Sie ist einfach nur toll.

Oberbayern ist meine Heimat. Bei uns ist es so schön, dass ich gar nicht mehr in den Urlaub fahren muss, denn es fühlt sich dort schon wie Urlaub an.

Person: Mein Charakter im Film, Malte, ist ein Lehrer, der Konflikte durch Sprechen lösen will. Bei ihm liegt die Aggressivität in der Ruhe des Charakters.

Qual: Ich liebe meinen Job, aber du bist auch viel allein. Man ist in irgendwelchen Hotelzimmern und von der Familie getrennt. Nach einem langen Dreh freut man sich dann schon auf zu Hause und auf die Liebsten.

"Unfassbar finde ich an manchen Stellen unser Strafrecht"

Regie braucht sehr viel Zeit. Als ich Ludwig Thomas Magdalena am Volkstheater inszeniert habe, war das ziemlich hart. Nochmal möchte ich das nicht, außer es kommt vielleicht mal das richtige Projekt.

Skifahren mag ich sehr. Ich gehe auch gerne Touren, aber habe aufgehört, überall kreuz und quer raufzusteigen. Wir haben schon so viel abgeholzt in den Bergen und die Tiere sollen ihre Ruhe haben. Deshalb bin ich am liebsten auf den Pisten, die sind ja eh schon für uns Menschen hergerichtet.

Theater ist meine Basis. Dort habe ich mein Handwerk gelernt. 2017 wollte ich eine kurze Dreh-Pause und habe das Stück Baumeister Solness gespielt.

Unfassbar finde ich an manchen Stellen unser Strafrecht. Wenn man Steuern hinterzieht, wird man wie ein Schwerstverbrecher eingesperrt. Aber mit einer Vergewaltigung zerstört der Täter nicht nur ein Leben. So wie es jetzt gehalten ist, ist es ein Witz. Man muss aufpassen, dass man nicht zu rigoros wird, wenn man sich vorstellt, dass das dem eigenen Kind passiert.

Vergewaltigung: Unser Film zeigt beide Seiten auf – nicht wie in den meisten Filmen nur die Sicht der Frau. In „Das schönste Paar“ muss der Mann zusehen, wie seine Frau vergewaltigt wird. Er kann ihr nicht helfen, weil ihn die Täter festhalten. Das ist grauenhaft.

Wein oder Bier? Ganz klar Bier. Am liebsten Augustiner – oder Schönramer ist auch ein sau gutes Bier.

Xtreme Rollen machen mir so Spaß, weil man sich um 180 Grad dreht. Es ist die Passion, immer weiterzugehen und auch die Chance, dass man auf die Schnauze fällt und es irgendwie versemmelt.

Y–Achse: Ich hatte bisher immer Glück und es ist nach der Schauspielschule kontinuierlich aufwärts gegangen. Dafür musste ich aber auch was tun, dass ich die schauspielerische Bandbreite bekomme.

Zukunft: Ich wünsche mir, dass ich gesund bleibe und meine Familie gesund bleibt – ach und am liebsten die ganze Welt gesund bleibt. Ich hoffe, dass die Leute aus Unsicherheit nicht so komisch rechts werden.

Auch Klimaaktivistin Antonia Messerschmitt hat Hallo alle Fragen von A bis Z beantwortet.

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