Interview und Verlosung

Hallo Interview mit Schauspielerin Uschi Glas: Gewinnt Kinotickets für "Fack ju Göthe 3"!

Hallo Interview mit Schauspielerin Uschi Glas: Gewinnt Kinotickets für "Fack ju Göthe 3"!
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Im Film Pädagogin - im echten Leben engagiert sich Uschi Glas für Schulkinder.

München: Uschi Glas spielt im Kino eine Pädagogin mit Burnout, im echten Leben ist sie im Dauereinsatz für Münchner Schulkinder: das große Interview und 240 Karten fürs Mathäser Kino gibt es bei uns!

Sie ist seit Jahrzehnten die Quoten-Queen des deutschen Films. Aktuelles Beispiel trotz kleiner Rolle: Die „Fack ju Göhte“-Reihe, von denen jetzt der dritte Teil im Kino startet. Welche Parallelen es zu ihrem echten Leben gibt, wie sie sich für Münchner Schüler einsetzt und wo es dringenden Handlungsbedarf gibt, verrät die 73-Jährige hier. von Marco Litzlbauer

Frau Glas, in der „Fack ju Göhte“-Reihe spielen Sie eine Lehrerin mit Burnout. Wie leicht hätte es eine solche Lehrerin mit Ihnen früher gehabt?

Definitiv nicht leicht. Ich kann mich noch erinnern, wie wir mit einer unserer Kunstlehrerinnen umgegangen sind. Bei der hat man buchstäblich die Unsicherheit und Angst gespürt. Da waren wir unmöglich – was mir bis heute sehr leid tut. Aber so waren und sind Kinder, wenn Lehrer Schwäche zeigen. Umgekehrt war mir die liebste Lehrerin Frau Dr. Füssel – obwohl sie sehr streng war. Aber eben auch sehr gerecht.

Streng aber gerecht – wäre es eigentlich so einfach?

Das ist bei weitem nicht so einfach wie es klingt. Man muss das wirklich leben. Aber es stimmt: Kinder brauchen Leitlinien. Es darf nicht egal sein, ob sie die Hausaufgaben machen.

Welches Feedback bekommen Sie von Lehrern auf die „Fack ju Göhte“-Filme?

Durch meinen Verein „brotZeit“ habe ich viel Kontakt zu Schülern und Lehrern. Wenn ich da früher vom Rektor als Uschi Glas vorgestellt wurde, die sich um das Projekt kümmert, herrschte unter den Schülern so eine „Ist-Schon-Recht“-Stimmung. Jetzt nehmen mich die Kinder als Lehrerin Ingrid Leimbach-Knorr wahr – sie bestürmen mich und wollen alles ganz genau wissen: Wie es war, als mein Arm im Film gebrannt hat. Ob ich wirklich in die Tiefe gesprungen bin. Und das, obwohl die Rolle ja klein ist. Aber auch die Lehrer waren alle drin – teilweise zusammen mit ihrer Klasse. Sie sehen hinter den Pointen die echten Themen wie Mobbing und die vielen abgehängten Kinder, denen das Loser-Sein auf die Stirn gestempelt ist. Für die Beteiligten eines solchen Films ist das ein großes Kompliment.   

Sie haben Ihren Verein angesprochen. Mittlerweile versorgen die Helfer von „brotZeit“ Schüler von über 190 Schulen in Deutschland mit einem Frühstück, weil diese es sich selbst nicht leisten können. In einer Wohlstandsgesellschaft doch eigentlich unvorstellbar.

Auch ich konnte es 2008 nicht glauben: Aber bei uns gibt es Ecken, in denen Kinder hungern! Und das Problem sind nicht die aktuellen Flüchtlinge, die integrieren sich schnell. Es sind die Kinder von Menschen, die schon seit einer Generation und mehr bei uns wohnen. Es ist weder Toleranz noch Integration, sondern einfach Wurstigkeit, dass man sagt: Sollen die doch in Milbertshofen oder im Hasenbergl machen, was sie wollen. Fakt ist doch: Wenn die Eltern keinen Job finden, weil sie immer noch kein Deutsch sprechen, dann ist auch die nächste Generation verloren. Die Kinder gehen um 13 Uhr nach Hause und sehen sich via Satelliten-Fernsehen Sendungen in der Sprache ihrer Eltern an. Da gibt es Schüler, die können in der 4. Klasse noch kein Deutsch.

Was muss sich in Ihren Augen ändern?

Wo Integration nicht durch die Eltern funktioniert, sind wir als Gesellschaft gefragt. Deshalb bin ich zum Beispiel für Ganztagsschulen und für Hausaufgabenbetreuung. Das können wir uns finanziell easy leisten – jedenfalls im Vergleich zu den Kosten, die durch Hartz IV und Co. entstehen, wenn Kinder die Schule ohne Abschluss verlassen und keine Chance auf einen Job haben. Das kostet Milliarden. Man muss handeln, bevor junge Menschen in diesen Loser-Strudel reinkommen.

Und die aktuellen Flüchtlingskinder integrieren sich problemlos?

Ich habe wirklich oft Kontakt zu den entsprechenden Schülern und Lehrern. Wir sind ja mit unserem Projekt genau an diesen Brennpunkt-Schulen – 32 alleine in München und Umland. Und jeder dieser Schulleiter ist begeistert, wie vorbildhaft das aktuell funktioniert. Die Kinder sind froh, der Gefahr entkommen zu sein – lernen wie verrückt Deutsch.

Sie sind trotz CSU-Nähe eine Gegnerin der Obergrenze – haben mit Seehofer, Söder und Co. schon hitzige Diskussionen darüber geführt.

Es werden zu oft Äpfel mit Birnen verglichen. Es gibt Zuwanderer, Asylbewerber und Flüchtlinge. In den Debatten wird das ständig durcheinandergewürfelt. Zuwanderung kann ich begrenzen: Wenn ich nur so und so viele Fachkräfte aus dem Ausland brauche, ist das in Ordnung. Aber Flüchtlinge? Die um ihr Leben fliehen? Das verbieten schon die Genfer Konvention und das Grundgesetz. Aber ehe Sie mich jetzt fragen: Nein, ich gehe nicht in die Politik (lacht).

Im Wahlkampf hat man Sie ja sogar auf FDP-Plakaten gesehen.

Thomas Sattelberger (FDP-Bundestagskandidat für den Münchner Süden, Anm.d.Red.) hatte mich zu einer Diskussion eingeladen, die ich sehr spannend fand. Dass ich dann gleich auf einem Plakat abgebildet werde – quasi als Wahlkampfhelferin – war nicht unbedingt gentle­manlike.

Zur Person

In der „Fack ju Göhte“-Trilogie spielt Uschi Glas eine Lehrerin mit Burnout. Wie die Münchnerin selbst als Schülerin war? „Mein Vater hat immer gesagt: ,Uschi, wenn du frech sein willst, musst du gut sein. Frech und dumm ist keine gute Kombination.‘ Ich war zwar keine Einser-Schülerin, dennoch habe ich das beherzigt.“ Ihr eigentliches Talent lag aber nicht im Klassenzimmer, sondern vor der Kamera. Egal, ob in „Winnetou“, „Polizeiinspektion 1“ oder „Zwei Münchner in Hamburg“ – was immer sie anfasste, wurde zum Erfolg. Mittlerweile engagiert sich die Schauspielerin aus dem Münchner Osten für viele soziale Projekte. Für „brotZeit“ (www.brotzeitfuerkinder.com) wurde sie bereits mehrfach geehrt. „Das Lob gebührt aber eigentlich anderen. Die Idee ist zwar von mir, aber getragen wird der Verein durch die aufopferungsvolle Arbeit von über 1100 Senioren, die sich jeden Morgen um 6.30 Uhr in eine Schule stellen und Frühstück machen.“ An Rente denkt die 73-Jährige übrigens auch künftig weder im sozialen Bereich noch in Sachen Dreharbeiten: „Ich gönne jedem seine Ruhe, aber für mich wäre es der größte Albtraum, wenn ich nichts tun dürfte. Ich brauche Aufgaben und will neugierig bleiben.“

Verlosung

Wir laden 240 Leser in "Fack ju Göthe 3" ein!
Teilnahmeschluss: 19. Oktober

Der vermutlich umschwärmteste Lehrer aller Zeiten ist zurück: Am Donnerstag, 26. Oktober, startet „Fack ju Göhte 3“ im Kino – mit Elyas M’Barek alias Zeki Müller in der Hauptrolle. Der sieht sich erneut Chaos pur ausgesetzt: Die Schule ist sanierungsbedürftig, die Direktorin gestresst und die Schüler maximal frustriert. Beste Vorzeichen also dafür, dass der dritte Teil in die Fußstapfen der ersten beiden tritt. Die waren 2013 und 2015 die erfolgreichsten des jeweiligen Kinojahres in Deutschland. Mit etwas Glück können Sie den neuesten Streich sogar gratis erleben: Hallo München und der Mathäser Filmpalast, Bayerstraße 3-5, verlosen 240 Karten für „Fack ju Göhte 3“ am 29. Oktober (10.30 Uhr).

Das Gewinnspiel ist beendet.
Vielen Dank für Ihr Interesse! Besuchen Sie unsere Seite gerne wieder.

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