Michael Patrick Kelly im Gespräch mit Hallo München

Michael Patrick Kelly: „Paddy habe ich hinter mir gelassen“

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„Ich bin manchmal sogar aufgeregter vor den sechs Kollegen zu singen als vor 10 000 Leuten.“ Stars im Publikum? Das macht Michael Patrick Kelly bei „Sing meinen Song“ schon ein wenig nervös.

Auf Tournee als Teil der Kelly Family, auf Solo-Tournee, im Gefängnis, im Kloster, bei „Sing meinen Song“ - Michael Patrick Kelly hat viel erlebt. Mit Hallo spricht er über sein Leben und seine Erfahrungen. 

Auf Tournee, im Gefängnis und während seinen sechs Jahren im Kloster – Glaube und Liebe begleiten den Kelly-Family-Star überall hin. In Hallo verrät der 41-Jährige jetzt, wie aus dem Teenie-Schwarm ein gereifter Solo-Künstler wurde und welche Rolle die Fernsehshow „Sing meinen Song“ dabei spielt. von Sebastian Obermeir

Herr Kelly, bei „Sing meinen Song“ waren Sie zuletzt als Teilnehmer dabei, in der aktuellen Staffel sind Sie Gastgeber. Eine Beförderung?
Das kann man ein wenig so sehen, ja (lacht). Auf jeden Fall ist es ein Mega-Geschenk wieder dabei sein zu können. Als der Anruf kam, ob ich wieder mitmachen will, war ich zuerst etwas zögerlich. Man kennt das ja: Wenn man wohin in den Urlaub fährt und da war es dann so schön, dass man sich fragt, ob es beim zweiten Mal nochmal so werden kann. Aber ich habe dann relativ schnell zugesagt.

Die Angst war also nicht berechtigt?
Es ist auch beim zweiten Mal eine wirklich wunderbare Erfahrung. Und vor der Aufgabe als Gastgeber hatte ich großen Respekt. Auch davor, vor den anderen zu singen. Das fühlt sich doch sehr ungewöhnlich an. Ich bin manchmal sogar aufgeregter vor den sechs Kollegen zu singen als vor 10 000 Leuten. Man weiß, da sitzen Künstler, die ganz genau hinhören, alle wissen, wenn man einen Ton nicht trifft.

Ist es für Sie eine größere Ehre, dass Ihr Song gesungen wird oder dass Sie einen Song von den anderen singen dürfen?
Es ist echt schön, wenn man auf der Couch sitzt und einfach zuhört. Wenn dann noch deine wichtigsten Songs so toll interpretiert werden – unglaublich. Viele Leute denken ja: Das kann doch nicht so emotional sein. Das ist es aber wirklich. Wir sind ja keine Schauspieler, außer Jeanette Biedermann. Wir können nicht auf Knopfdruck heulen.

Einst lebte er mit der Kelly Family in einem Schloss. Sein persönliches „Reset“ erlebte er dann aber in einem Klsoter.

In der ersten Folge sprachen Sie davon, dass die Show ein Loslösen von Ihrer Vergangenheit mit der Kelly Family und der Start Ihrer Solo-Karriere war. Wie meinten Sie das?
Meine letzte Tournee mit der Kelly Family ist ja schon 15 Jahre her. Dann war ich jahrelang im Kloster. Diese TV-Show hat der breiten Öffentlichkeit klar gemacht, dass ich nicht mehr der Teeny-Schwarm Paddy bin, sondern der gereifte Solokünstler Michael Patrick Kelly.

Was haben Sie aus dem Kapitel „Klosterleben“ gelernt?
Das Kloster war eine Art „Reset“ für mich. Wie ein Computer, der zu viele Viren und Bugs hat und man ihn neu aufsetzt. Das war eine der bisher wichtigsten Lebensphasen für mich. Ich habe mein Leben neu geordnet und versucht, die Antwort auf die Frage zu finden, wer ich bin. Der Glaube an Gott ist durch diese sechs Jahre im Kloster für mich viel realer geworden und seitdem der tiefste Kern meiner Person.

Ist der Glaube ein Gegenpol zum ganzen Fernseh-Stress und zum Erfolg?
Ich mache Holidays und Holy-days. Also einerseits Urlaub und andererseits verbringe ich bewusst Tage im Kloster und in der Natur, wo ich mich komplett zurückziehe. Der Glaube gibt mir da Kraft und Klarheit. Und ich habe eine glückliche Ehe, die mich sehr ausgleicht. Das sind meine zwei Säulen. Ich weiß, wie trügerisch Erfolg sein kann. Mein tiefstes Glück ist nicht eine goldene Schallplatte.

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Sondern?
Ich mache den Medienzirkus nur bedingt mit, und das wegen der Musik. Es geht mir um die Musik und die Menschen, die ich damit erreichen kann.

Sie sind in Irland geboren, in Deutschland sind sie ein Star. Wo ist Zuhause für Sie?
Ich habe schon immer ein Reiseleben gelebt. Kulturelle Wurzeln als solche habe ich nicht. Die wichtigsten Menschen um mich und der Glaube geben mir Heimatgefühle. In den letzten Jahren ist es aber so, dass ich mich in Bayern dahoam fühle. So langsam fühle ich mich ein wenig wie ein Bayer und trage manchmal sogar Lederhosen (lacht). Wenn ich am Flughafen München ankomme und dann nach Hause fahre, denk ich mir: „Jetzt bist du daheim-.“

Stimmt es eigentlich, dass Sie schon mal verhaftet wurden?
Ich habe 2003 in New York bei einer Friedensdemo mit einer irischen Friedensnobelpreisträgerin teilgenommen. Dafür wurde ich festgenommen. Ich engagiere mich immer noch für Frieden. Zum Beispiel habe ich eine Peace Bell geschmiedet. Im Ersten Weltkrieg wurden Glocken beschlagnahmt und zu Waffen gemacht. Ich habe diesen Prozess umgekehrt und Kriegsschrott zu einer Glocke gegossen. Ein G3-Gewehr, das meistverkaufte Gewehr der Welt, ist der Klöppel, mit dem sie angeschlagen wird. Auch bei meinem Konzert auf dem Königsplatz wird die Glocke eine Schweigeminute für den Frieden einläuten.

Zur Person

Am 5. Dezember 1977 in Dublin geboren, wurde Michael Patrick Kelly als drittjüngstes Mitglied der Kelly Family berühmt. Mit 15 schrieb er den Hit „An Angel“, bald wurde er zum musikalischen Leiter der Band. Der Erfolg zehrte aber an Kelly: 2004 zog er sich aus der Öffentlichkeit zurück und lebte als Mönch im Kloster. Nach sechs Jahren kehrte er ins Musikgeschäft zurück. Derzeit ist Kelly bei „Sing meinen Song“ als Gastgeber zu sehen. Und ob er bei der nächsten Staffel von „The Voice of Germany“ seinen „Winning-Coach-Titel“ verteidigen wird? „Dazu darf ich leider noch nichts sagen“, meint er im Interview.

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