Zwischen Jury & Jura

GNTM 2021: Topmodel-Kandidatin Ashley Amegan aus München im Interview mit Hallo München

Ashley Amegan (23) aus München, hat es in die Top Ten der TV-Show „Germany’s Next Topmodel“ von Heidi Klum geschafft.
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Ashley Amegan (23) aus München, hat es in die Top Ten der TV-Show „Germany’s Next Topmodel“ von Heidi Klum geschafft.
  • Romy Ebert-Adeikis
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Eine Münchnerin hat es in die Top Ten von „Germany’s Next Topmodel“ geschafft. Hallo hat mit Ashley Amegan über das Modeln, persönliche Ziele und Vorurteile gesprochen.

Zum 16. Mal sucht Heidi Klum im Rahmen einer Fernsehshow „Germany’s Next Topmodel“ (GNTM). Unter den zehn verbliebenen Anwärterinnen auf den Titel ist auch Ashley Amegan aus Obersendling.

„Es ist mir wichtig, meine Plattform zu nutzen“, erklärt die 23-Jährige die Teilnahme an „GNTM“. Denn die Jurastudentin im siebten Semester will mehr als nur schön aussehen – etwa sich später beruflich für Kinder und Frauen in armen Ländern einsetzen.

Schon heute unterstützt sie ein Kinderheim in Togo, wo auch die Wurzeln ihrer Familie liegen. „Es gibt wenig, das mich so sehr erfüllt“, so Amegan. Auch für die leisen Töne will die Münchnerin einstehen, so wie in der Sendung: „Ich finde, es ist Zeit, eine Diskussion über die schönen Seiten der Introvertiertheit zu führen!“

Warum ihr diese bei Modelcastings durchaus hilft, welchen Vorurteilen sie begegnet und wieso es für sie in Deutschland keine schönere Stadt als München gibt, erklärt Amegan hier von A bis Z.

GNTM 2021: Ashley Amegan (23), Teilnehmerin bei „Germany’s Next Topmodel“, von A bis Z

Afro: Sie – mein Afro ist für mich weiblich – steht für einen wichtigen Teil meiner Identität und erinnert mich an meinen langen Weg zur Selbstakzeptanz gar -liebe.

Beruf: Derzeit sehe ich mich eher als Sprach- und Nachhilfelehrerin. Allerdings strebe ich eine völkerrechtliche Karriere an und befinde mich derzeit im Jurastudium. Das Modeln ist ein toller Ausgleich und die Form, in der ich am schönsten Kunst zum Ausdruck bringen kann.

Castingshow: Ich hatte mich vorher als Agenturmodel versucht. Ich wollte es mit GNTM probieren, weil ich am Ende eine Community aufbauen kann, mit der ich ein Plus in dieser Welt hinterlassen kann.

Disziplin als Model ist das A und O. Ich bewundere am meisten die Models, die zu hunderten Castings gehen, sich von vereinzelten „Neins“ nicht abbringen lassen und immer weiter an sich festhalten.

Einsatz: Mein Vater und ich sind im ständigen Austausch mit dem Leiter eines Kinderheims in Togo. Wenn es wieder möglich ist, möchte ich dorthin reisen und hoffe, dass es ihnen durch Spenden und dem Ausbau der Organisation bald noch besser geht. 

Familie ist für mich Zuhause und „Man-Selbst-Sein“. Sie erdet mich, erinnert mich an meine Ziele und wieso es wichtig ist, sich selbst und seinen Prinzipien treu zu bleiben.

Gastjuror: Am meisten als Gastjuror beeindruckt hat mich Nikeata Thompson (britische Choreografin & Tänzerin, Anm. d. Red.) mit ihrer lebensfrohen Art. Ihre gute Laune hat mich echt angesteckt!

Hofgarten: Im Hofgarten hatte ich eines meiner ersten Dates mit meinem Freund. Eine schöne Erinnerung. Aber ich liebe ihn auch für die sinnlichen Tänze, die in der Abenddämmerung im Dianatempel aufgeführt werden. 

Introvertierte Menschen sind nicht selten stille Beobachter. Oft werden sie dadurch unterschätzt. Im Modelleben war mir diese Eigenschaft oft von Vorteil, denn ich habe dadurch die Tendenz, meine Umgebung erstmal in Ruhe zu beobachten und mich dann der Atmosphäre nach anzupassen. Das hilft vor allem bei Castings.

Jura: Ich möchte mich vor allem für Kinder und Frauen in weniger privilegierten Ländern stark machen. Weil das am besten funktioniert, wenn man sich mit den Rechten der Länder auskennt, studiere ich Jura im Schwerpunkt Völkerrecht.

Kindheit: Mein Freund lacht immer, wenn ich mich als Münchner Kindl bezeichne, weil ich ja eigentlich in Fürstenfeldbruck aufgewachsen bin. Allerdings gibt es das nicht ohne München, da wir fast jedes Wochenende in der Stadt waren. 

Leistungssport: Ich habe ein Jahr in den USA verbracht und hatte das große Glück, in einer der stärksten Sport-High-Schools Michigans gelandet zu sein. Der Sprint wurde zu meiner Disziplin. Am Ende schaffte ich es mit meiner 400-Meter- Staffelgruppe zu den Staatenmeisterschaften.

Model Mission ist mein derzeitiges Podcast-Projekt. Ich möchte meine Community teilhaben lassen an meiner GNTM-Erfahrung, gebe aber auch einen nüchternen Einblick in die Modebranche, indem ich – immer mit wechselnden Gästen – über verschiedene Erfahrungen berichte.

Nachhilfelehrerin bin ich schon seit 2012 in Französisch, Englisch und Deutsch. Grammatik, Linguistik, Syntax… da gehe ich auf. Es gibt keine schönere Art, eine Kultur kennenzulernen. Seit diesem Jahr bin ich auch bei der Volkshochschule als Dozentin tätig.

Ober-Model Heidi: Heidi ist eine echte Entertainerin, stets professionell und in echt genau so wunderschön wie im Fernsehen!

Paris Fashion Week: Schon allein der Gedanke daran macht mir Gänsehaut. Paris ist für mich der Höhepunkt der Haute Couture. Jede Show strahlt Eleganz und Kultur aus. Mich dort zu sehen wäre ein Traum.

Qual: An meiner Spontanität muss ich noch arbeiten. Deshalb war vor allem das erste Video­shooting für mich das schwierigste.

Rassismus: Auch München ist nicht rassismusbefreit, und auch ich habe meine Erfahrungen machen müssen. 

Style: Derzeit stehe ich vor allem auf Oversized. Zuhause laufe ich gerne sportlich und mit zerzausten Haaren rum. Ansonsten liebe ich einen schönen Stilbruch und etwas aufzufallen, wenn auch mit weniger schrillen Farben oder Mustern.

TV: Die GNTM-Folgen schaue ich mir natürlich alle an, meistens bei einem Wein mit meinen Schwiegereltern in Spe oder meiner eigenen Familie. Sich im Fernsehen zu sehen, ist natürlich nichts Alltägliches. Oft geht das Anschauen also auch mit Nervosität daher. 

UN: Bei den Vereinten Nationen zu arbeiten, wäre mein Nonplus­ultra.

Vorbild: Ich denke nicht aktiv darüber nach, ein Vorbild sein zu müssen. Sonst bin ich noch zu streng mit mir. Allerdings ist mir bewusst, dass mir meine 14-jährige Schwester, aber auch Kinder mit Migrationshintergrund und junge Mädchen, dabei zuschauen, wie ich meine Ziele erklimme. Ich hoffe, es zeigt ihnen, dass sie auch ihre Ziele mit Bravour erreichen können.

Waris Dairie zeigt, wie sich Völkerrecht und Modeln verbinden lassen. Sie nutzte ihre Bekanntheit, um dem Thema der Genitalverstümmelung in Somalia mehr Aufmerksamkeit zu geben und wurde zur UN-Sonderbotschafterin ernannt. Eine echte Powerfrau und Multitaskerin.

X -mal wurde ich gefragt, ob ich Jura studieren oder modeln will? Beides! Die 20er sind da, um wild zu sein, sich auszuprobieren und vor allem auszuleben. 

Yoga habe ich vergangenes Jahr mal versucht – und war begeistert. Ein Sport, bei dem ich gleichzeitig entspannen und meine innere Mitte finden kann? Das find ich sehr cool!

Zickenkrieg bei GNTM ist einerseits verständlich. Bei so vielen Mädels, die zusammenwohnen, kommt es schneller zu Reibereien. Andererseits fände ich es cool, wenn viel mehr die Momente des Zusammenhalts akzentuiert würden. Denn davon gab es auch mehr als genug.

rea

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