XXL-Pfarrverband für 16 000 Gläubige

Fünf Pfarreien im Norden schließen sich zusammen

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Pfarrer Johannes Kurzydem wird den neuen Pfarrverband leiten.

München-Nord: 16 000 Christen in einem Pfarrverband: Im Münchner Norden schließen sich fünf Pfarreien zusammen.

16 000 Christen in einem Pfarrverband: Im Münchner Norden schließen sich die Pfarreien St. Peter und Paul in Feldmoching, St. Christoph in der Fasanerie, St. Agnes in der Lerchenau, St. Johannes Evangelist in der Siedlung am Lerchenauer See und St. Matthäus im Hasenbergl zu einem der größten Pfarrverbände in ganz München zusammen. Der Leiter Pfarrer Johannes Kurzydem erklärt im Hallo-Interview die Gründe dafür und wie das Gemeindeleben künftig aussehen soll.

Herr Kurzydem, warum die Zusammenlegung?

Ich leite seit 2012 den Pfarrverband Feldmoching-Fasanerie und wurde 2016 gebeten, auch noch die Leitung vom Pfarrverband St. Matthäus-St. Agnes zu übernehmen, bis sich dort ein neuer Leiter findet. Es hat sich aber keiner gefunden – und beide gleichzeitig zu leiten war schwierig.

Wie war die Reaktion der Gemeindemitglieder?

Natürlich gibt es bei so einem Thema unterschiedliche Meinungen. Aber die Gemeindemitglieder wurden in die Entscheidung miteinbezogen, zum Beispiel bei Pfarrversammlungen. Die Pfarrgemeinderäte und die Kirchenverwaltungen stehen einstimmig dahinter. Dafür bin ich sehr dankbar.

Wird in Zukunft alles vereinheitlicht?

Nein, die Pfarreien sind sehr unterschiedlich, jede hat seinen eigenen Charakter. Es ist wichtig, den zu pflegen.

Was ändert sich jetzt?

Eine große Erleichterung ist, dass jetzt ein Pfarrverwalter für alle Pfarreien zuständig ist. Bei der Seelsorge wird sich nichts ändern. Wir werden weiter mit den Menschen Kontakt halten, jede Pfarrei hat ihren eigenen pastoralen Ansprechpartner.

Wie sieht sonst die Arbeitsaufteilung aus?

Wir versuchen, im Team zu rotieren, damit die Gläubigen jede Woche einen anderen Pfarrer erleben. Jeder predigt anders, jeder gestaltet die Gottesdienste anders, dadurch gibt es eine größere Vielfalt.

Der neue Pfarrverband trägt den Namen PACEM. Was hat es damit auf sich?

Die Idee stammt von den Gemeindemitgliedern. Im Namen sind die Initialen der Pfarreien erhalten und das lateinische Wort bedeutet Frieden. Das passt, wir treten ja auf, um den Frieden zu bewahren.

Wie soll sich der Pfarrverband in Zukunft weiterentwickeln?

Wir brauchen eine neue Form der Seelsorge, von einer versorgten Pfarrei zu einer mitsorgenden Pfarrei, in der die Gläubigen selbst Verantwortung übernehmen und die Initiative ergreifen. Die Bindungen der Menschen an die Gemeinde sind lockerer geworden. Der Glaube ist bei vielen stillgelegt, ich wünsche mir, dass er wieder belebt wird.

cla

Ein Gottesdienst zur Pfarrverbandgründung mit Weihbischof Rupert Graf zu Stolberg findet am Samstag, 13. Januar, um 17.30 Uhr in St. Matthäus, Eduard-Spranger-Straße 48, statt. Im Anschluss gibt es einen Stehempfang.

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