Schauspieler Fritz Karl im Gespräch mit Hallo München

Fritz Karl: „Bei Paaren, die in die Vollen gehen, kracht es“

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Für den TV-Zweiteiler „Aenne Burda“ schlüpft Fritz Karl in die Rolle des Verlegers Franz Burda.

Seit den 90er-Jahren spielte in zahlreichen TV-Filmen und begeisterte ein Millionenpublikum: Schauspieler Fritz Karl verrät im Hallo-Interview, wieso es ihn jetzt nach München zieht

Seine aktuelle Rolle ist die des Verlagsgründers und Lebemanns Franz Burda. In der Realität managt der beliebte österreichische Schauspieler (50) seine Karriere, seine Beziehung mit Elena Uhlig und vier kleine Kinder. Wie ihm das gelingt und wieso er und seine Familie jetzt doch ins teure München ziehen, verrät er im Interview. von MAREN KOWITZ

Sie haben mal gesagt, München sei Ihnen etwas zu stressig und viel zu teuer. Was hat sich geändert, dass Sie hierherziehen?
Ich fühle mich hier deutschlandweit am wohlsten und meine Lebensgefährtin ist eher ein Stadtkind. Und hier kann ich meinen Leidenschaften nachgehen, ob Skifahren oder Fliegenfischen. Dafür muss man die teuren Wohnungen in Kauf nehmen – wobei das Wort Kauf hier nicht so angebracht ist (lacht). 

Und können Sie Ihre Leidenschaften schon ausleben?
Ja, ich habe das Glück, bei den Isarfischern aufgenommen worden zu sein. Ich muss zwar erst den deutschen Fischereischein machen, halte mich aber zur Zeit mit einem Touristenschein über Wasser, obwohl ich schon seit meinem sechsten Lebensjahr fische. Aber immerhin durfte ich schon bei den Isarfischern zur Wiesn beim Trachtenumzug mitlaufen. 

München ist auch einer der Hauptstandorte des Medienkonzerns Burda, dessen Gründer Franz Burda Sie jetzt in einem ZDF-Zweiteiler portraitieren. Wie kam es dazu? 
Die Regisseurin Franziska Meletzky wollte mich als Franz Burda. Ich habe kurz protestiert und gesagt, dass er ein großer, staatsmännischer Unternehmer war, dem ich als schmaler, kleiner Österreicher überhaupt nicht ähnlich sehe. Doch sie meinte, wichtiger sei ihr der Lebenshunger, der Charme, das Musikalische. 

Fritz Karl über seine Figur Franz Burda (hier mit Katharina Wackernagel als Aenne Burda): „In der Generation von Franz Burda herrschte die Meinung vor, mit über 50 eine Freundin zu haben, ist kein Ehebruch, sondern Brauchtum.“

Tatsächlich gibt es eine Szene, in der Franz Burda nach einem wichtigen Meeting alle dazu verdonnert, ein Volkslied anzustimmen und den Ton angibt...
Ja, ich singe in dem Film (Hallo verlost DVDs). Und spiele Klavier, was ich nicht sonderlich gut konnte. Ich habe wochenlang nur Tschaikowskys sentimentalen Walzer geübt. 

„Aenne Burda“ zeigt auch ihren Weg zur erfolgreichen eigenständigen Verlegerin, aber doch zum größeren Teil ihre komplexe Beziehung zu Franz Burda.
In der Zeit war eine offene Beziehung eigentlich unmöglich – doch sie haben sie geführt. Franz Burda war ein Lebemensch, der Affären hatte, seiner Frau aber nicht dieselbe Freiheit zugestand. Aber ihre Liebe war so stark, dass sie sich zusammengerauft haben und gemeinsam alt geworden sind. Franz Burda macht eine unglaubliche Entwicklung durch. Das fand ich an der Figur sehr spannend. 

Wie wichtig ist Ihnen persönlich Treue?
Schon sehr. Das ist keine Frage. Aber in der Generation von Franz Burda herrschte die Meinung vor, mit über 50 eine Freundin zu haben, ist kein Ehebruch, sondern Brauchtum. 

Erkennen Sie in der Aenne/Franz-Beziehung Parallelen zu Ihrer eigenen Beziehung mit Elena Uhlig?
Es sind jeweils zwei starke, temperamentvolle Persönlichkeiten, die da aufeinandertreffen. Lebensbejahend, immer vorwärts. Natürlich kracht es dann auch manchmal. Weil eine völlig andere Reibefläche da ist als bei Leuten, die nicht in die Vollen gehen. Wichtig ist, dass man sich wieder versöhnt. 

Viele der Streitereien zwischen Aenne und Franz rühren daher, dass der Erfolgsmann nicht gutheißt, dass seine Frau arbeitet – und auch noch Erfolg damit hat. Ist das nur der Zeit, den 50er-Jahren geschuldet?
Das gibt es heute öfter als man denkt. Es gibt ja auch politische und gesellschaftliche Strömungen, die eine klassische Rollenverteilung befürworten. Ich finde eine Frau, die eigenständig ihr Ding macht, unheimlich attraktiv und sexy. Ich brauche es nicht für mein männliches Ego, dass ich aus der Höhle gehe, das Tier erlege und nach Hause bringe – das finde ich kindisch.

Aber wie schaffen Sie beide es denn, zwei erfolgreiche Karrieren, vier Kinder und den Alltag zu managen? 
Wir haben eine bei uns angestellte Kinderfrau. Aber trotzdem gibt es natürlich immer Überraschungen, man braucht Springer in der Hinterhand, muss improvisieren, flexibel sein. Aber wenn ich da bin, mache ich Frühstück und Jause für die Kinder, bringe Frida in den Kindergarten und Gustl in die Schule. Eigentlich habe ich das subjektive Gefühl, ich mache alles allein (lacht). 

Zur Person

Fritz Karl und Hallo München-Redaktionsleiterin Maren Kowitz beim Interview im Café im Müllerschen Volksbad.

Er spielt den Verleger Franz Burda (Hallo verlost DVDs), in dessen Zeitschrift „Bunte“ ist Fritz Karl gern gesehener Interviewgeber. Seine Beziehung mit der Schauspielkollegin Elena Uhlig, mit der er zwei Söhne und zwei Töchter zwischen elf Jahren und neun Monaten hat, sorgt für beste Unterhaltung. Als seiner ersten Ehe hat der 50-Jährige bereits drei erwachsene Kinder. Karl lebte mit seiner Familie bis jetzt nahe seines österreichischen Heimatorts Gmunden, wo er am 21. Dezember 1967 geboren wurde. Nun ziehen die Sechs ins Münchner Lehel.

Seit den 90er-Jahren spielte Karl in zahlreichen TV-Filmen, ein Millionenpublikum feierte ihn 2006 als „Kandlerwirt“ in dem vielfach ausgezeichneten Marcus H. Rosenmüller-Kinohit „Wer früher stirbt ist länger tot“. 2018 spielte er die Titelrolle in der ARD-Anwaltsserie „Falk“.

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