Tierrechtler demonstrieren

Circus Krone: Zoff um die Tiere

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Umstrittene Show: Dompteur Martin Lacey mit einem seiner Löwen im Circus Krone.

Am 3. März demonstrieren Tierrechtler vor dem Circus Krone gegen Tiere im Zirkus. Hallo sprach mit Befürwortern und Gegnern der Tierhaltung im Zirkus

Hannes Jaenicke, Alexandra Kamp, Simone Ballack und weitere Promis sind mit dabei, wenn die Tierrechtsorganisation Animals United am Samstag, 3, März, vor dem Circus Krone gegen Tiere im Zirkus demonstriert. Außer den allgemeinen Regelungen des Tierschutzgesetzes gibt es in Deutschland keine rechtlich verbindlichen Vorgaben für die Tierhaltung in Zirkusbetrieben. Ein Verbot ist derzeit nur auf kommunaler Ebene möglich, über 70 Städte und Gemeinden haben vollständige oder teilweise Verbote für Wildtierzirkusse beschlossen. In München ist das bisher nicht der Fall. „Ob sich die Situation in nächster Zeit ändern wird, hängt von zukünftigen politischen Entscheidungen auf Bundesebene ab. So steht die Novellierung der Leitlinien für die Haltung, Ausbildung und Nutzung von Tieren in Zirkusbetrieben oder ähnlichen Einrichtungen noch aus“, erklärt Johannes Mayer vom Kreisverwaltungsreferat. Hallo München hat Befürworter und Gegner von Tieren im Zirkus zu Wort kommen lassen. Daniela Borsutzky

„Die Freiheit der Berufsausübung endet hier!“

Viktor Gebhart ist ausdrücklich gegen die Haltung von Tieren im Zirkus.

Viktor Gebhart ist Geschäftsführer der Tierrechtsorganisation Animals United.

Herr Gebhart, wenn Sie mit einem Argument überzeugen müssten, welches wäre das

Die Freiheit des einen endet da, wo sie die eines anderen beschneidet. Tiere dürfen nicht ihrer Freiheit beraubt werden, nur um die Freiheit der Berufsausübung, auf die sich Tierzirkusse gerne berufen, zu wahren.

Welches Argument der Tiertrainer können Sie am schnellsten entkräften?

Das der familiären Liebe zu ihren Tieren und dass sie die „wahren Tierschützer“ seien. Ich würde meine Großmutter nicht in einem engen Transporter monatelang durch die Gegend karren, sie in Ketten legen, in Käfige sperren und mit physischer und psychischer Gewalt zu unnatürlichen Kunststücken nötigen.

Was haben Sie sonst noch entgegenzusetzen? 

Circus Roncalli hat zu Beginn des Jahres alle Tiere aus dem Programm genommen, das Zelt ist voll und die Kasse klingelt. Ebenso der größte Zirkus der Welt, Cirque du Soleil, macht jährlich einen derartigen Umsatz, davon können Tierzirkusse wie der Circus Krone nur träumen.

„Welches Tier darf sonst wöchentlich zum Tierarzt?“

Thomas Kroker ist weiterhin für Tiershows im Zirkus.

Thomas Kroker ist Leiter der Münchner Sektion der Gesellschaft der Circusfreunde.

Herr Kroker, wenn Sie mit nur einem Argument überzeugen müssten, welches wäre das?

Es gibt keine Form der Tierhaltung, die häufigeren und strengeren Kontrollen unterliegt als ein Zirkusbetrieb oder ein Zoo. Welches Tier kommt in den Genuss, mindestens einmal wöchentlich vom Tierarzt begutachtet zu werden

Welches Argument der Tierrechtler können Sie am schnellsten entkräften?

Das Märchen vom Leid der Tiere. In wissenschaftlich fundierten Testreihen wurde an verschiedenen Tierarten – Löwen und Elefanten – das Stresshormon Cortisol gemessen. Das Ergebnis war, dass weder Arbeit und Training, noch der Transport der Tiere zu erhöhten Stress- und Belastungswerten führten.

Was haben Sie sonst noch entgegenzusetzen? 

Artgerechte Tierhaltung gibt es nicht. Es gibt nur zwei Formen, nämlich gute und schlechte. Deshalb ist in jedem Einzelfall zu prüfen, ob eine Tierhaltung den Anforderungen entspricht oder nicht. Eine pauschale Aburteilung von Zirkus und Zoo-Betrieben darf es nicht geben.

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