Sauerlach: Die Schulhunde der Friedrich-von-Aychsteter-Grundschule

Alle lieben Nike und Findus

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Nikes Augen sind eisblau, die von Findus schokobraun: Die Kinder der Klasse 4d und die beiden Schulhunde verbindet eine tiefe Freundschaft.

Beißen die? Nein, Nike und Findus sind zwei sogenannte Schulhunde, die Kinder im Umgang mit Vierbeinern trainieren sollen. Jetzt machten sie Station an der Sauerlacher Grundschule. Die Kids waren begeistert!

Auf den ersten Blick ein normales Klassenzimmer, die 4d hat Unterricht bei ihrer Lehrerin Doris von Essen. Ein gewöhnlicher Schultag in der Friedrich-von-Aychsteter-Grundschule? Nein. Denn es ist Mittwoch, der Tag, an dem immer Nike kommt. Heute hat die Schulhündin sogar ihren Kollegen Findus mitgebracht. Die Kinder strahlen.

Nike und Findus nehmen ihre Aufgabe ernst, behalten die Buben und Mädchen aufmerksam im Blick. Nikes Augen sind eisblau, die von Findus schokobraun. Beide kennen ihren Platz, haben sich hingelegt, warten auf ihren Einsatz. „Allein schon ihre Anwesenheit beruhigt die Kinder, sie arbeiten viel konzentrierter mit“, beobachtete Doris von Essen. Sie ist das Frauchen der schönen Australien Sheperd-Hündin. Die Familie wohnt in Höhenkirchen. Um als Schulhund arbeiten zu können, müssen sich Vierbeiner zuvor qualifizieren, müssen Wesenstests bestehen, die Hundeschule besuchen. „Nike wurde als Schulhund ausgebildet und geprüft“, sagt von Essen. Wenn sie nicht in der 4d unterwegs ist, besucht sie auch andere Schulen im Landkreis. Dann allerdings auch im Rahmen des Sicherheitstrainings „Kind und Hund – Beißt der?“, das die Münchner Tierärztin Dr. Hildegard Jung vor etwa zwölf Jahren ins Leben rief. Das Projekt läuft in Kooperation mit dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus. „Nike ist mit ihren anderthalb Jahren der jüngste Schulhund im Landkreis München“, erzählt das Frauchen stolz.

Findus hingegen ist mit neuen Jahren ein erfahrener Rüde, den nichts so leicht erschüttert. Nicht mal eine lebhafte Klasse von neun- und zehnjährigen Kindern. Manchmal darf er freilich auch in die Erste, wenn Astrid Waindinger dort Unterricht hat. Sie ist die Leiterin der Friedrich-von-Aychsteter-Grundschule. „Wir haben Findus im Welpenalter über den Tierschutz bekommen“, erzählt die Pädagogin. Er stammt aus Griechenland. Gemeinsam mit vier Geschwistern wurde er nach Deutschland eingeflogen. Mit den Schulkindern spielt er am liebsten „Leckerlis suchen“. Die Aufgabenstellung ist klar: Die Buben und Mädchen verstecken - und Findus` Supernase findet.

„Der Kontakt zu den Hunden stärkt die emotionalen und sozialen Kompetenzen der Kinder“, betont Astrid Waindinger. Die erfahrene Pädagogin ist vom Erfolg des Projekts an der Schule begeistert. Aber auch den Hunden macht die Sache sichtlich Spaß. Die Gassi-Liste an der Tür zum Rektorenzimmer ist stets lang, alle Kinder wollen auf dem Schulhof mit den Vierbeinern Runden gehen. „Die Jüngsten dürfen das aber nur mit einem Paten aus der Vierten“, erklärt Findus Frauchen. Im Vorfeld wurden die Eltern über das Projekt informiert und reagierten durchweg positiv. „Wir mussten vorher natürlich auch klären, ob es vielleicht Kinder mit einer Hundehaar-Allergie gibt“, erläutert Doris von Essen.

Viel über Hunde gelernt

Viel haben die Kinder schon über Hunde gelernt, damit das Miteinander auch funktioniert. Sie wissen, dass sie keine Angst zu haben brauchen, wenn sie sich an Regeln halten. Im Klassenraum und am schwarzen Brett hängen kleine Schilder, die die Kinder mit ihren Lehrerinnen erarbeitet haben. Auf einem steht etwa „Hände hinterher waschen“, auf einem anderen „Nike niemals ärgern“ und ihr „nichts wegnehmen“. Auf einem anderen steht „leise sein“. Warum? „Hunde können viel besser hören als Menschen, Lärm ist für sie nicht gut“, weiß jetzt der Viertklässler Moritz. Die Kinder richten sich im Unterricht gern danach. „Meistens jedenfalls“, lacht Schulleiterin Waindinger. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.schulhunde.de.

krb

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