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Warum immer mehr Menschen an Heuschnupfen leiden

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So schön die Blumen auch blühen, für viele Allergiker stellen sie eine Qual dar.
So schön die Blumen auch blühen, für viele Allergiker stellen sie eine Qual dar. © picture alliance / Friso Gentsch

Aus der Reihe „Rund um Allergien“: Immer mehr Menschen leiden an Heuschnupfen, welche Faktoren dafür verantwortlich sind und was man dagegen tun kann, erklärt Hallo

„Gesund in Serie“ – unter diesem Motto beleuchtet Hallo München wöchentlich Themen der Medizin. In den kommenden Wochen dreht sich dabei alles um Allergien. Durch die aktuellen warmen Temperaturen kommt die Vegetation rasend schnell in Fahrt, weshalb starker Pollenflug Heuschnupfen-Allergikern das Leben schwer macht. Im Interview erklärt Dr. Franziska Ruëff, Fachärztin für Dermatologie und Allergologie, warum es immer mehr Pollenallergiker gibt und was man tun kann.

Dr. Franziska Ruëff

Dr. Franziska Ruëff
Dr. Franziska Ruëff © laf

Frau Dr. Ruëff, immer mehr Menschen leiden an Heuschnupfen. Laut einer Studie in Großbritannien hatten in den 1970ern fünf Prozent der Kinder zwischen neun und zwölf Jahren eine Pollenallergie – inzwischen sind es über 15. Woran liegt das?

Zum einen reagieren die Pflanzen auf veränderte Umweltfaktoren wie eine Veränderung des Klimas und Umweltverschmutzung. Zum Teil produzieren die Pflanzen allergenhaltigere Pollen. Auch geänderte Lebens- und Ernährungsgewohnheiten der Menschen spielen eine Rolle.

Inwiefern beeinflusst das die Anfälligkeit für eine Allergie?

Wenn die Schleimhäute beispielsweise durch Abgase geschädigt werden, sind sie anfälliger für eine Erkrankung der Atemwege und eine Allergie. Zudem gibt es die These, dass durch immer höhere Gesundheits- und Hygienestandards unser Immunsystem weniger auf Infektabwehr gerichtet ist und das dann allergische Reaktionen gegen harmlose Pollen begünstigt.

Was läuft im Körper falsch bei einer Allergie?

Das Immunsystem reagiert in übersteigertem Maße auf harmlose Dinge. Bei der Pollenallergie sind die Symptome allergischer Schnupfen und Bindehautentzündung. Auch die tieferen Atemwege können betroffen sein. Im schlimmsten Fall kommt es zu Asthma.

Ist eine Allergie erblich?

Eine gewisse erbliche Veranlagung spielt bei manchen Allergie-Krankheiten wie Heuschnupfen eine Rolle. Sie beispielsweise sind Atopikerin, das bedeutet, Sie haben eine erblich bedingte Veranlagung dazu, eine Allergie zu entwickeln.

Woran erkennen Sie das?

Sie haben blasse Haut, eine doppelte Lidfalte am Unterlid und viele Fältchen an den Handinnenflächen. Das sind typische körperliche Merkmale.

Was kann man gegen Pollenallergie tun?

Man kann sich in der Apotheke ein Antiallergikum geben lassen, in Form von Tabletten, Nasenspray oder Augentropfen. Beim Nasenspay ist es wichtig, dass es kein gewöhnliches Erkältungsspray ist, da dieses abhängig macht. Wenn man mehr als zwei Wochen im Jahr Beschwerden hat oder bei Atemproblemen, sollte man einen Arzt aufsuchen.

Kann man den Heuschnupfen auch irgendwie dauerhaft loswerden?

Es gibt die Methode der Hyposensibilisierung. Durch wiederholte Gabe des Allergens wird der Körper daran gewöhnt und die Immunreaktion somit abgeschwächt. In der Regel dauert das drei Jahre. 

Die Verabreichung erfolgt über Tabletten, Tropfen oder Spritzen, teilweise das ganze Jahr lang oder nur in bestimmten Monaten, das hängt sowohl vom Allergieauslöser wie auch von der Art des Präparates ab. Eine dauerhafte Heilung ist aber nicht garantiert. Wenn man nach einem Jahr noch überhaupt keine Verbesserung merkt, sollte vielleicht das Präparat gewechselt werden. 

Aufgrund einer Verordnung müssen gerade die Hersteller ihre Präparate auf Wirksamkeit überprüfen. Dabei hat sich gezeigt, dass viele Präparate verbesserungsbedürftig sind und manche mussten wegen mangelhafter Wirksamkeit auch vom Markt genommen werden.

Laura Felbinger

Einfache Kniffe gegen Heuschnupfen

• Textile Pollenfilter vors Fenster hängen oder an der Klimaanlage im Auto anbringen.

• Abends Duschen, um Pollen aus den Haaren zu waschen und die Kleidung draußen ausschütteln.

• Die Nase mit lauwarmem, leicht salzigem Wasser ausspülen.

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