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Damisch durch München

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Die Damischen Ritter der "Turmfalken" feiern den Fasching.
Die Damischen Ritter der "Turmfalken" feiern den Fasching. © Archiv

Nach dem Krieg haben sich die Mitglieder schrittweise kostümiert: Mit einem damischen Gesicht geht es jetzt beim Faschingsszug durch die Stadt

„München vereint“: So lautet die Vereinsserie, die in loser Reihenfolge in der Samstagsausgabe von Hallo München erscheint.

13.13 Uhr startet der Faschingsumzug der Damischen Ritter. Warum? „Weil das einen total damische Zahl ist“, erklärt Dietger Grosz lachend. Der 69-Jährige ist stellvertretender Vorsitzender der Turmfalken, die heuer ihr 90-jähriges Bestehen feiern. Der Name geht zurück auf das Turmstüberl im Löwenbräukeller, wo sich die Falken seit 1928 regelmäßig zusammenfinden. Damals waren sie „Revoluzzer“, die nach einer Abmahnung wegen „über Gebühr lustigen Benehmens“ die Bürger-Sängerzunft München verließen. Seit den 1950er Jahren hat der Verein ein zweites Gesicht, nämlich ein damisches. Nach dem Krieg haben sich die Mitglieder schrittweise kostümiert. „Erst mit Küchensieben auf dem Kopf, jetzt sind verrückte Hüte unser Markenzeichen“, so Grosz. Nach schwierigen Jahren geht es dem Münchner Fasching wieder besser. Auch dank der Ritter, die 2006 den Faschingsumzug nach Jahren der Abstinenz zurück in die Innenstadt brachten. Zudem richten sie einen großen Faschingsball sowie einen Kinderball aus. „In diesem Jahr erwarten wir 50 Wagen und Gruppen, die am Umzug teilnehmen.“ 

Am Sonntag, 4. Februar, ziehen die Damischen vom Sendlinger Tor über den Marienplatz zum Hofbräuhaus, wo anschließend weitergefeiert wird. Vorne an reitet der Herzog Kasimir, von Kabarettist André Hartmann verkörpert, der für die Narrenzeit den Verein anführt. Regulär ist Hans Peter Stadler Vorsitzender und damit Oberfalke. Denn die Damischen Ritter sind kein reiner Faschingsverein. Einmal im Jahr brechen die Mitglieder zur Falkenfahrt auf, dieses Jahr ist Prag das Ziel. Jeden November stimmt der Falkenchor für verstorbene Mitglieder das Schubert-Requiem im Alten Peter an. Auch dieses Event gehört fest zum Kalender: die Wiesn­bierprobe. Immer freitags eine Woche vor Wiesnstart treffen sich die rund 50 Mitglieder, zwischen 22 und 97 Jahren alt, im Hirschau. Dort wird auch das Jubiläum gefeiert und der Bierorden verliehen. Wer in diesem Jahr Ordensbruder von Christian Ude und Ottfried Fischer wird, ist noch geheim. 

Sabina Kläsener

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