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Münchens Älteste #31: Die betagteste Baugenossenschaft Deutschlands hat ihren Sitz an der Isar

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Genossenschaftswohnungen an der Lugwig-Richter-Straße.
Auch an der Ludwig-Richter-Straße befinden sich Genossenschaftswohnungen. © Baugenossenschaft 1871

Die Älteste Baugenossenschaft Münchens ist über 150 Jahre alt. Das Unternehmen setzt sich seit seiner Gründung für bezahlbaren Wohnraum ein. Die Geschichte:

München – eine Stadt mit Geschichte und Geschichten: In unserer aktuellen Serie begibt sich Hallo auf die Suche nach den ältesten Vertretern ihrer jeweiligen Gattung. Manches ist sogar älter als die 864 Jahre alte Isarmetropole selbst. Diesmal stellen wir Ihnen die älteste Baugenossenschaft vor. 

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Münchens älteste Baugenossenschaft setzt sich für bezahlbaren Wohnraum ein

In boomenden Metropolregionen wie München ist Wohnraum besonders teuer. Laut Mietspiegel zahlt man aktuell zwischen 13,72 und 16,07 Euro je Quadratmeter. Doch auch 20 Euro und darüber sind längst Alltag. Durchschnittsmieten von sechs Euro je Quadratmeter klingen da wie ein Märchen.

Und doch gewährt „Die Baugenossenschaft von 1871“ mit Sitz an der Nymphenburger Straße genau diese derzeit ihren Mitgliedern. Laut Marktforschungsinstituten entspricht das etwa der durchschnittlichen Miete in München von 1985.

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Das Unternehmen setzt sich seit 152 Jahren für bezahlbaren Wohnraum in München ein. Damit ist sie nicht nur die älteste noch aktive Wohnungsbaugenossenschaft der Stadt, sondern auch Deutschlands. Gerade in Zeiten der Inflation sei die Arbeit von Genossenschaften „so wichtig wie nie zuvor“, sagt Vorsitzende Sandra Marko.

Sandra Marko, Vorsitzende der Baugenossenschaft von 1871.
Sandra Marko ist Vorsitzende der ältesten Baugenossenschaft Deutschlands. © Baugenossenschaft 1871

Münchens älteste Baugenossenschaft wurde 1871 gegründet

Und doch ist der Wohnungsmangel nicht neu. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann ein kräftiger industrieller Aufschwung, der großen Zuzug in die Großstädte bedeutete. Vor allem sozial schwache Mitbürger litten schon damals unter einer erheblichen Wohnungsnot.

Auch in München. Im Juni 1871 berief dort der Arbeiterbildungsverein eine Versammlung ein, bildete ein Gründungskomitee und beschloss am 28. Oktober 1871 schließlich die Genossenschaft. 197 der Anwesenden ließen sich als Gründungsmitglieder registrieren.

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Bereits 1872 wurden die ersten 44 Wohnungen und zwei Läden an der Nymphenburger Straße 129-135 gebaut. Heute besitzt die Genossenschaft 970 Wohnungen und zählt 1400 Mitglieder. Das Unternehmen verfügt über Wohnanlagen in den Stadtvierteln Blumenau, Fürstenried, Ludwigsvorstadt, Laim, Neuhausen und Thalkirchen.

Münchens älteste Sammlung beherbergt Schätze aus aller Welt.

Die „Baugenossenschaft von 1871“ nimmt aktuell keine neuen Mitglieder auf

Auch wenn die Genossenschaft nach langer Pause 2020 wieder mit Neubauten ‒ in der Blumenau ‒ begonnen hat, liegt das Hauptaugenmerk auf der Instandhaltung. Der Wohnraum solle nicht nur bezahlbar, sondern auch nutzbar sein.

Wohnungen bei der „Baugenossenschaft von 1871“ können nur Mitglieder und deren Kinder mieten. Frei zu vergeben seien aktuell aber keine. Auch neue Mitglieder nehme man momentan nicht auf.

Auf die Frage, was sich der Vorstand von der Politik wünsche, antwortet Marko: „bezahlbare Grundstücke“. Genau wie viele andere Genossenschaften sei man in dieser Hinsicht von der Stadt abhängig ‒ auch, wenn man in der guten Situation sei, bereits viele Bestandsobjekte zu haben.

150. Geburtstag

Da 2021 ein Corona-bedingtes Kontaktverbot galt, finden die Feierlichkeiten zum 150. Geburtstag der Genossenschaft erst heuer statt. Neben anderen Gästen wird am Donnerstag, 11. Mai, auch OB Dieter Reiter erwartet.

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