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Münchens Älteste (11): Die Haltestelle Goetheplatz ist deutlich älter als die Münchner U-Bahn

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Die U-Bahn-Station Goetheplatz heute: Der Halt ist nicht nur der älteste in München, sondern aufgrund seines langen Bahnsteigs auch etwas Besonderes.
Die U-Bahn-Station Goetheplatz heute: Der Halt ist nicht nur der älteste in München, sondern aufgrund seines langen Bahnsteigs auch etwas Besonderes. © Patricia Stücher

Münchens älteste U-Bahn-Station wurde schon lange vor der Inbetriebnahme der ersten U-Bahn-Linie gebaut. Was hinter der Geschichte der Haltestelle steckt:

München – eine Stadt mit Geschichte und Geschichten: In unserer aktuellen Serie begibt sich Hallo auf die Suche nach den ältesten Vertretern ihrer jeweiligen Gattung. Manches ist sogar älter als die 864 Jahre alte Isarmetropole selbst. Diesmal stellen wir die älteste U-Bahn-Station vor.

Münchens älteste U-Bahn-Station: Station am Goetheplatz für Reichsbahn geplant

2021 feierte die Münchner U-Bahn ihr 50-jähriges Bestehen. Was viele aber nicht wissen: Schon 30 Jahre bevor 1971 die erste U-Bahn-Linie – die U6 – in Betrieb ging, gab es die Haltestelle Goetheplatz. Dort wurde nämlich zwischen 1938 und 1941 der Lindwurmtunnel für die geplante Nord-Süd-S-Bahn der Reichsbahn gebaut. Die Arbeiten wurden kriegsbedingt eingestellt. Der Tunnel blieb aber erhalten. Somit ist der Goetheplatz die älteste U-Bahnstation Münchens.

„In der Kriegszeit diente er als Schutzbunker und einige behaupten, man hat dort auch Schwammerl gezüchtet“, sagt Klaus Onnich, stellvertretender Vorsitzender und Archivar des Vereins Freunde des Münchner Trambahnmuseums.

Gleich nach dem Krieg gab es erneute Pläne für eine unterirdische Bahnverbindung und somit entstand als zweite Haltestelle 1965 der Nordfriedhof. Der Rohbautunnel von 1941 wurde mit integriert und so ging 1971 die erste U-Bahnlinie zwischen Kieferngarten und Goetheplatz in Betrieb.

Münchens älteste U-Bahn-Station: Auch heute wegen Bahnsteiglänge besonders

Münchens älteste Feuerwache steht seit 1879.

„Den Namen U6 wählte man aus, da die Linie einen Teil der Strecke von der Tram 6 ablöste“, erklärt Onnich. Die Fahrpreise richteten sich nach der Strecke, die man fuhr. „Die Drei-Fahrten-Karte kostete gerade mal zwei D-Mark und auch die Strafe fürs Schwarzfahren war wesentlich geringer als heute und betrug nur zehn Mark“, sagt der 58-Jährige.

Die „Drei-Fahrten-Karte“ kostete damals nur 2 D-Mark.
Die „Drei-Fahrten-Karte“ kostete damals nur 2 D-Mark. © privat

Heute ist der Goetheplatz noch immer etwas Besonderes. Aufgrund seiner Maße: Der Bahnsteig dort hat nämlich als einziger eine Länge von 135 Metern. Normalerweise sind die Bahnsteige nur 120 Meter lang. „Dies stellt aber sowohl für Fahrer als auch für Fahrgäste kein Problem da, denn die U-Bahn hält auch hier ganz vorne und die Fahrgäste steigen da ein, wo die Türen offen sind“, sagt Maximilian Kaltner, Pressesprecher der MVG.

Münchens ältestes Bauwerk wurde bei einer Ausgrabung in der Innenstadt gefunden.

Auch die Aussparungen in den Wänden vom Lindwurmtunnel zeigen übrigens, dass der Halt Goetheplatz eigentlich für etwas anderes geplant wurde. In den Aussparungen sollten nämlich einst die Oberleitungsmasten der S-Bahn angebracht werden.

Patricia Stücher

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