Gemeinsam EU-Zukunft aushandeln

Mehr als Zusammenarbeit: Die Welt in München (5) - Zu Besuch im Generalkonsulat von Frankreich

Rückkehr nach Bayern: Von 2004 bis 2007 arbeitete Corinne Pereira schon einmal im Generalkonsulat in München.
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Rückkehr nach Bayern: Von 2004 bis 2007 arbeitete Corinne Pereira schon einmal im Generalkonsulat in München.
  • Romy Ebert-Adeikis
    VonRomy Ebert-Adeikis
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In München ist die Welt zuhause: 45 General- und 82 Honorarkonsulate gibt es in Bayern – die meisten davon natürlich in der Landeshauptstadt. In der aktuellen Serie hat sich Hallo bei den spannendsten Konsulaten der Stadt umgesehen – etwa dem französischen an der Schwanthalerhöhe.

MÜNCHEN Corinne Pereira ist sich sicher: Das schönste deutsche Bundesland für Franzosen ist Bayern. „Wir ähneln uns von der Kultur, der industriellen Basis, der wunderschönen Landschaft“, meint die französische Generalkonsulin. „Die Beziehung zu Bayern ist hervorragend. Das ist mehr als Zusammenarbeit – echte Integration“, schwärmt die Diplomatin. Genauso wie für München selbst.

Das französische Generealkonsulat in München steht an der Schwanthalerhöhe.

Generalkonsulat von Frankreich

Stadtviertel: Schwanthalerhöhe

In München seit: 1946

Repräsentant: Corinne Pereira

Im Amt seit:September 2021

Zuständig für: etwa 20 000 Staatsbürger Frankreichs in Bayern

*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Hallo hat sich zuvor schon in anderen Konsulaten umgesehen. Infos zu Hallos Besuch im Generalkonsulat Chinas finden Sie hier.

Hallo zu Besuch im Konsulat Frankreichs: Was die Konsulin an München schätzt

„Ich mag die Ruhe in der Stadt und vor allem den Hofgarten“, erzählt die 47-Jährige. Und im „französischen Viertel“ im Münchner Osten erkennt sie tatsächlich ein französisches Flair: „Es ist sehr charmant. Kleine Geschäfte, viele Restaurants, angenehm für Fußgänger.“

Dort nahm Pereira auch eine ihrer ersten Aufgaben als Generalkonsulin wahr: Am Bordeauxplatz wurde ein Wegweiser aufgestellt, der die Entfernung zur Münchner Partnerstadt zeigt. „Diese Partnerschaften sind für uns sehr wichtig, damit sich nicht nur Politiker treffen, sondern auch Gesellschaften.“ Über 500 solcher Städtekooperationen gibt es zwischen Bayern und Frankreich.

Wie Hallos Besuch im ungarischen Generalkonsulat ablief, können Sie hier lesen.

Hallo zu Besuch im französischen Konsulat: Über die bayerisch-französischen Beziehungen

Ein Grund: Die Beziehung zum Freistaat ist schon seit Jahrhunderten tief. Zahlreiche Hochzeiten zwischen dem französischen und bayerischen Hochadel hat es im Laufe der Geschichte gegeben. Bereits Anfang des 19. Jahrhunderts hatte München eine „Légation“ – eine Gesandtschaft.

Heutzutage prägen neben der Diplomatie auch Institutionen der Wirtschaft, Kultur und Bildung die Zusammenarbeit: vom Zentrum für wissenschaftliche Zusammenarbeit „BayFrance“ über das „Institute française“, die französische Schule Jean Renoir de Munich mit 1300 Schülern und Standorten in Giesing und der Maxvorstadt bis hin zu 20 französischen Außenhandelsräten in Bayern.

Als Generalkonsulin will Pereira die politische Zusammenarbeit noch mehr in den Fokus nehmen. „Am 1. Januar hat Frankreich die EU-Ratspräsidentschaft übernommen. Dazu organisieren wir auch Veranstaltungen in Bayern – etwa Vorträge an Universitäten“, sagt die Diplomatin. „Es ist mir sehr wichtig, zu erklären, wie Frankreich die EU gestalten will und zu hören, was die bayerischen Leute darüber denken.“

Im Mittelpunkt stehen für Pereira dabei zwei Schlagworte: die Souveränität Europas und das Zusammengehörigkeitsgefühl. „Europa ist manchmal sehr kompliziert, die Menschen wissen nicht, wie sie davon profitieren können“, glaubt die Generalkonsulin.

Hallo hat auch im Konsulat der USA vorbeigeschaut. Über was der amerikanische Konsul geredet hat, können Sie hier lesen.

Generalkonsulat macht Demokratie auch in der Ferne möglich 

Für die Franzosen stehen 2022 gleich zwei richtungsweisende Wahlen an: für das Parlament und den Präsidenten. Auch die Staatsbürger in Bayern können über die Zukunft ihres Landes mitbestimmen, betont Münchens Generalkonsulin Corinne Pereira.

„Es gibt etwa 14 000 Franzosen in Bayern, die wählen dürfen. Für sie organisieren wir die Wahlen hier vor Ort“, sagt die 47-Jährige. Dafür werden Wahllokale in der französischen Schule in Giesing und in Nürnberg eingerichtet – ein Angebot, das es auch bei früheren Wahlen schon gegeben hat.

Bisher wurde es aber nicht so stark genutzt. „Vielleicht war es bisher nicht so bekannt oder manche zögern, weil sie dafür extra in die Städte fahren müssen“, meint Pereira. Sie hofft heuer auf eine gute Wahlbeteiligung ihrer Landsleute. „Dieser Moment ist für die Demokratie sehr wichtig.“

Um wählen zu können, muss man sich auf einer Liste eintragen lassen. Infos dazu gibt es auf der Internetseite des Generalkonsulats unter https://de.ambafrance.org/-Munich-Consulat-.

Letztens war Hallo erst zu Besuch im Generalkonsulat Südafrikas. Alles zu unserem Besuch lesen Sie hier.

Quelle: www.hallo-muenchen.de

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