Unbekannt: Schnee und Formalität

„Kultur verbindet“ - Die Welt in München (4): Hallo zu Besuch bei der Generalkonsulin von Südafrika

Roleta Julieta Susana Lebelo ist für vier Jahre  – also noch bis 2024 – Südafrikas Generalkonsulin in München.
+
Roleta Julieta Susana Lebelo ist für vier Jahre – also noch bis 2024 – Südafrikas Generalkonsulin in München.
  • Marie-Julie Hlawica
    VonMarie-Julie Hlawica
    schließen

In München ist die Welt zuhause: 45 General- und 82 Honorarkonsulate gibt es in Bayern – die meisten davon natürlich in der Landeshauptstadt. In der aktuellen Serie hat sich Hallo bei den spannendsten Konsulaten der Stadt umgesehen – etwa dem Generalkonsulat Südafrikas am Sendlinger Tor.

MÜNCHEN Mit ihren erst 38 Jahren ist Roleta Julieta Susana Lebelo vielleicht die jüngste diplomatische Vertreterin eines Landes in München. „Ich freue mich sehr, dass ich meine Heimat repräsentieren darf – auch wenn Corona wirklich vieles erschwert hat.“

*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Besuchen sonst durchschnittlich etwa 100 Personen pro Woche das südafrikanische Generalkonsulat am Sendlinger Tor, sind es zur Zeit nur rund 70: „Zur Sicherheit aller mussten wir bei den Sprechstunden auf feste Terminvereinbarungen etwa zur Passverlängerung oder für Visaanträge bestehen. Dabei mag ich offene Türen und spontane Begegnungen!“

Generalkonsulat von Südafrika

Stadtviertel: Ludwigsvorstadt

In München seit: 1960er-Jahre

Repräsentant: Roleta Julieta Lebelo

Im Amt seit: März 2020

Zuständig für: 2600 Südafrikaner in Bayern und Baden-Württemberg

Hallo im Generalkonsulat Südafrikas: Das sind die Aufgaben der Generalkunsulin

Lebelo ist in Limopo oberhalb Pretorias geboren, hat Statistik studiert. München ist ihr erster Auslandseinsatz. Als Generalkonsulin für Bayern und Baden-Württemberg sind gerade kulturelle Ereignisse – etwa die Einweihung des Nelson-Mandela-Platzes in Nürnberg 2020 – und firmenpolitische Gespräche in beiden Bundesländern ihr Auftrag.

„Insgesamt 600 deutsche Firmenpartner gibt es bereits in Südafrika, dazu zählen große Unternehmen wie Siemens oder Daimler, aber auch kleine Start-ups“, sagt Lebelo. Die Verbindung der beiden Länder werden durch gute Geschäftsbeziehungen verbessert. „Nur so können wir gegenseitig von unserem Wissen, Technik und Know-How profitieren – nicht nur was den Handel betrifft, sondern besonders menschlich.“

Ebenfalls am Herzen liegen ihr Schulaustausch- oder Studienprogramme, etwa im Rahmen des Bayerischen Afrikapakets. „Kultur verbindet: So kommen alle Generationen und Nationen zusammen“, sagt Lebelo. Mit den Organisatoren des Münchner DOK.fest ist sie darum ebenso im Gespräch, wie mit Musikern aus ihrer Heimat, die in Deutschland auftreten könnten.

Hallo zu Besuch im Generalkonsulat Südafrikas: Konsulin Lebelo über die Unterschiede im Alltag

Ihr Einsatz als Diplomatin in München macht die junge Südafrikanerin stolz, auch wenn einer ihrer Söhne in der Heimat geblieben ist, um seine Karriere als Rugby-Spieler zu verwirklichen. Der jüngere besucht die europäische Schule in München: „Und er spricht viel besser Deutsch als ich!“

Was Lebelo in München neu kennenlernte? „Schnee! Ich musste erst lernen, damit umzugehen!“ Dafür vermisst sie in Deutschland die Schärfe im Essen. „Was hier als ,scharf‘ angeboten wird, nennt man bei uns: mild gewürzt.“

Ein weiterer Unterschied: „Bei uns lächelt man und begrüßt sich auf der Straße und in Geschäften. Selbst, wenn man sich nicht kennt. Ich musste akzeptieren, dass man das nicht tut und der tägliche, gesellschaftliche Umgang viel förmlicher ist.“

Bayerisches Afrikapaket

2019 hat der Freistaat Bayern ein Maßnahmenpaket beschlossen, um Afrika stärker als „Kontinent der Chancen“ wahrzunehmen und eine nachhaltige Entwicklung einzelner Länder zu unterstützen. Dafür wurde 2019 auch ein Bayerisches Afrikabüro eröffnet – im äthiopischen Addis Abeba. Besonders im Fokus steht aber auch Südafrika, denn Bayern unterhält seit 1995 eine Partnerschaft zur südafrikanischen Region Westkap (Kapstadt).

So ist in Zusammenarbeit mit der Hope Kapstadt Stiftung im Township Delft ein Ausbildungscenter – das Bayerische Haus – entstanden. Ziel ist, das deutsche System der Dualen Ausbildung in Südafrika bekannt zu machen. Zudem soll ein Zentrum für frühkindliche Entwicklung entstehen. 

Quelle: www.hallo-muenchen.de

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Unsichtbare Krankheiten (7): Heute ist „Tag der Schilddrüse“ – Unterfunktion als neue Volkskrankheit?
SERIEN
Unsichtbare Krankheiten (7): Heute ist „Tag der Schilddrüse“ – Unterfunktion als neue Volkskrankheit?
Unsichtbare Krankheiten (7): Heute ist „Tag der Schilddrüse“ – Unterfunktion als neue Volkskrankheit?
Alptraum Sonnenallergie
SERIEN
Alptraum Sonnenallergie
Alptraum Sonnenallergie
Die fünf Sinne (5): Selten aber leidvoll – Menschen mit Hyperosmie nehmen Gerüche extrem stark wahr
SERIEN
Die fünf Sinne (5): Selten aber leidvoll – Menschen mit Hyperosmie nehmen Gerüche extrem stark wahr
Die fünf Sinne (5): Selten aber leidvoll – Menschen mit Hyperosmie nehmen Gerüche extrem stark wahr
Weltreise durch München (9): 50 Jahre kroatische Kicker in der Stadt
SERIEN
Weltreise durch München (9): 50 Jahre kroatische Kicker in der Stadt
Weltreise durch München (9): 50 Jahre kroatische Kicker in der Stadt

Kommentare