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Münchens Älteste (12): Am Anfang gab es Löscheimer und Einreißhaken auf der Feuerwache 1

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Die Fahrzeughalle der Feuerwache 1: Im Jahr 1906...
Die Fahrzeughalle der Feuerwache 1: Im Jahr 1906... © Berufsfeuerwehr München

Münchens Feuerwache 1 ist die älteste der Stadt und steht schon seit 1879. Was hinter der Geschichte des über 100 Jahre alten Hauses steckt:

München – eine Stadt mit Geschichte und Geschichten: In unserer aktuellen Serie begibt sich Hallo auf die Suche nach den ältesten Vertretern ihrer jeweiligen Gattung. Manches ist sogar älter als die 864 Jahre alte Isarmetropole selbst. Diesmal stellen wir Ihnen die älteste Feuerwache vor.

Münchens älteste Feuerwache: Feuerwache 1 1879 gegründet

Retten, Bergen, Löschen und Schützen – das ist der Leitsatz der Feuerwehr. Die Berufsfeuerwehr der Stadt ist 143 Jahre alt und hatte anfangs ihren Sitz am St. Jakobsplatz. Gegründet wurde sie am 1. Juli 1879 vom Stadtmagistrat mit dem Ziel, schnellstmöglich qualifizierte Hilfe leisten zu können. 1904 bezog die Mannschaft dann die auch heute noch bestehende Hauptfeuerwache 1 an der Ecke Blumenstraße/Unterer Anger. Es ist der älteste noch heute verwendete Feuerwehr-Standort in der Stadt.

Münchens ältester Kiosk steht seit 1847 am Schyrenplatz 2.

„Die Mitglieder hatten dort als Utensilien Druckspritzen, Kesselspritzen, Löscheimer, Holzzuber, Einreißhaken und Leitern“, erklärt Florian Hörhammer, Brandamtmann der Feuerwehr. Bis 1913 gab es sogar pferdebespannte Requisiten- und Leiterwagen, diese wurden aber dann von Fahrzeugen mit Benzinmotoren abgelöst. „Auch in der Kriegszeit leisteten die Männer Dienst, aber viele wurden in den Wehrdienst eingezogen und verloren dann ihr Leben“, sagt Hörhammer.

Die Fahrzeughalle der Feuerwache 1 heute
... und heute. © Berufsfeuerwehr München

Münchens älteste Feuerwache: Haupthaus nur wenig renoviert bis heute

Im Laufe der Jahre hat sich die Feuerwehr stetig verändert und erneuert. Das gilt sowohl für die Technik als auch für Ausrüstung und Ausbildung. „Wichtige Schritte für die Arbeit der Retter waren die Einführung des Digitalfunks, die Modernisierung der Schutzausrüstung, aber auch die Einführung der stillen Alarmierung“, berichtet Hörhammer. Unter stiller Alarmierung versteht man, dass der Notruf über einen Funkmeldeempfänger an die Feuerwehrleute weitergegeben wird und nicht über eine laute Sirene am Dach. Eine weitere bedeutende Maßnahme war die Einführung einheitlicher Hilfsleistungslöschfahrzeuge für München, welche erst 2010 beschafft wurden.

Münchens ältester U-Bahnhof wurde noch vor der U-Bahn eingeweiht.

Das Haupthaus hat jedoch sein damaliges Aussehen, abgesehen von kleineren Renovierungen, bis heute nicht verändert. Nun ist es Sitz der Branddirektion des Kreisverwaltungsreferates und der Feuerwache 1. Ersterer obliegt die Führung der Berufsfeuerwehr, der Freiwilligen Feuerwehr sowie des Katastrophen- und des Zivilschutzes in der Stadt.

Seit wann es die älteste Ampel der Stadt gibt...

Seit 1979 befindet sich in dem Dienstgebäude auch das öffentliche Feuerwehrmuseum München – mit etwa 6000 Exponaten. Derzeit ist es jedoch aufgrund von Baumaßnahmen geschlossen und soll Mitte 2023 wieder eröffnen.

Münchens ältestes Bauwerk wurde bei einer Ausgrabung in der Altstadt gefunden.

Erst freiwillig 

1848 hat sich schon eine sogenannte „Turnerfeuerwehr“ gegründet, bestehend aus städtischen Arbeitern und Bürgern, die in Turnvereinen aktiv waren. Im Jahre 1850 wurden die Sportclubs jedoch schon wieder verboten, weil die Regierung Angst hatte, dass es politische Vereinigungen sind. Die offizielle Freiwillige Feuerwehr wurde dann 1866 in München gegründet. 

Patricia Stücher

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