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Wege aus dem Preis-Schock bei der Energie - Investieren, um günstig zu fahren 

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Von: Andreas Schwarzbauer

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Ein E-Auto an einer Ladestation. Werden E-Autos jetzt zu einer ernstzunehmenden Alternative für klassische Benziner?
Ein E-Auto an einer Ladestation. Werden E-Autos jetzt zu einer ernstzunehmenden Alternative für klassische Benziner? © dpa/Sven Hoppe

Im sechstem Teil der Energie-Serie geht es um E-Mobilität. Warum Elektroautos schon heute eine echte Alternative zum klassischen Benziner sind, erklärt ein Experte der Handwerkskammer.

MÜNCHEN Eine begrenzte Reichweite und mangelnde Lademöglichkeiten – diese Bedenken haben viele, wenn sie über den Kauf eines Elektroautos nachdenken. Wolfgang Christl, Leiter des Referats „Sonderprojekte E-Mobilität“ der Handwerkskammer (HWK) München, sieht darin aber keine Probleme mehr.

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*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. © Hallo München

Vielmehr seien die E-Autos beim Verbrauch eine günstige Alternative zum Benziner. „Die Wirtschaftlichkeit steht bei den aktuellen Treibstoffpreisen außer Frage“, sagt er. Die Tankfüllung für 100 Kilometer koste bei einem konventionellen Kleinwagen derzeit etwa zehn Euro. Bei einem Elektrowagen ist es weniger als die Hälfte. Wer ihn in der eigenen Garage an den Hausstrom hänge, müsse mit 3,60 Euro rechnen, wer an einer öffentlichen Säule lade mit 4,80 Euro.

Wolfgang Christl
Wolfgang Christl © privat

E-Mobilität als Alternative zum Benziner: Aufladen als größter Unsicherheitsfaktor

Dennoch zögern viele, sich ein Elektroauto anzuschaffen. Christl sagt: „Das Laden ist für viele die größte Unbekannte, aber man kommt mit einem Elektroauto eigentlich überall hin.“ Der Akku reiche je nach Größe zwar nur zwischen 200 und 500 Kilometer. Allerdings könne man ihn unterwegs problemlos und schnell aufladen. „Wenn man auf der Autobahn unterwegs ist und eine Kaffeepause macht, sollte man die Zeit nutzen und sein Fahrzeug an der Raststätte an die Ladesäule hängen. 20 Minuten reichen aus, denn man muss nicht warten, bis der Akku komplett voll ist.“

Er selbst fahre häufig mit seinem Wagen nach Norddeutschland und sei bisher immer problemlos angekommen. Gerade an den Autobahnen sei die Ladeinfrastruktur gut ausgebaut. Durchschnittlich jede zweite Raststätte habe bereits Lademöglichkeiten. Mit Zuschüssen wolle der Bund diese Zahl so erhöhen, dass eine flächendeckende Versorgung gewährleistet ist.

E-Mobilität als Alternative zum Benziner: Mangel an Ladestationen in München

Die Stadt München wiederum habe ein großes Förderprogramm gefahren, aber in den vergangenen Jahren eine Pause eingelegt. „In dicht besiedelten Gebieten hat man inzwischen vor allem sonntags Probleme, Ladepunkte zu finden. Es wird langsam grenzwertig“, sagt Christl. Derzeit laufe aber bereits eine große Ausschreibung der Stadt für eine Public-Private-Partnership: Die Stadt stellt öffentliche Flächen zur Verfügung, ein Unternehmen baut und betreibt darauf die Ladepunkte. Aber auch zu Hause können E-Autos geladen werden.

Die Ladesäule für das Zuhause

Im Eigenheim ist die sogenannte Wallbox die einfachste Lademöglichkeit für ein Elektroauto. „Sie ist genehmigungsfrei. Man muss den Netzbetreiber nur informieren und die Installation von einem Elektriker machen lassen“, sagt Wolfgang Christl. Die günstige Variante koste rund 1500 Euro.

Etwas komplizierter wird es für Mieter, die in einem Wohnblock leben. Sie haben zwar einen gesetzlichen Anspruch auf einen Ladepunkt, den sie aber selbst bezahlen müssen. Allerdings müsse geklärt werden, woher der Strom komme. In einer Tiefgarage mit mehreren Lademöglichkeiten sei ein Lastenmanagement sinnvoll, das bei einem hohen Stromverbrauch im Haus dafür sorgt, dass weniger Energie für das Laden der Autos verwendet wird. Zudem sollte die Anlage ausbaufähig sein. Die Kosten dafür gehen laut Christl in Richtung 10 000 Euro. 

Eine Schwierigkeit bei E-Autos seien die hohen Anschaffungskosten. „Wegen des geringen Angebots bei Gebrauchten muss ich immer einen Neuwagen kaufen.“ Die Preise dafür gingen bei knapp unter 30 000 Euro los. Es gibt jedoch eine Kaufprämie des Bundes, die der Verkehrsminister nun verlängern und erhöhen will. Lieferzeiten von zehn bis 15 Monaten könnten Käufer hingegen abschrecken.

In den vorherigen Teilen der Energie-Serie wurden die Funktionsweisen von Balkonkraftwerken, Bürgersolaranlagen und die Energiegewinnung aus Geothermie. Zudem erklärt ein Experte der SWM, wie man im Haushalt unmittelbar Energie und Strom sparen kann, ein weiterer Experte gibt Tipps zur Dämmung der Fensterrahmen, um Wärme im Haus zu behalten.

Infos für Interessierte

Die Handwerkskammer bietet zum Thema Infoveranstaltungen und Weiterbildungen an. Infos unter www.hwk-muenchen.de/elektromobilitaet

Quelle: www.hallo-muenchen.de

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