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Erneuerbare Energien in München: So funktionieren Balkon-Kraftwerke, Stecker-Solargeräte & Co.

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Von: Katrin Hildebrand

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In den meisten Fällen hängen die Solaranlagen an der Balkonbrüstung.
In den meisten Fällen hängen die Solaranlagen an der Balkonbrüstung. © Indielux

Einige Bürger greifen nun auf sogenannte Balkonkraftwerke zur Energieerzeugung zurück. Was das ist und wie die Kraftwerke funktionieren...

MÜNCHEN Der Name führt in die Irre. Ein Balkonkraftwerk muss nicht auf Balkon oder Terrasse stehen. Es kann genauso gut an der Hauswand befestigt sein. Bernd Bötel nennt diese Art Anlagen auch „Stecker­solargeräte“.

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*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. © Hallo München

Der Haidhauser hat sich mit Gleichgesinnten zur Initiative München Solar 2030“ zusammengetan. Deren Ziel ist es, Menschen zu energetischer Nachhaltigkeit zu animieren. „Diese Geräte sind ein leichter Einstieg“, sagt er.

Ein Experte der SWM gibt im ersten Teil der Energie-Serie Tipps, wie man im Haushalt Energie und Geld sparen kann.

Bernd Bötel
Bernd Bötel © privat

Erneuerbare Energien in München: So funktionieren Balkonkraftwerke

Theoretisch kann fast jeder so Energie gewinnen. Es gibt jedoch einiges zu beachten. Ein Balkonkraftwerk darf eine Maximalleistung von 600 Watt nicht übersteigen. Das bedeutet: Der Wechselrichter darf nicht mehr als 600 Watt ins Hausnetz einspeisen. Beim Kauf also darauf achten.

„Alles, was darüber liegt, wird rechtlich komplizierter“, sagt Bötel. Dennoch muss auch jeder, der ein ganz simples Steckersolargerät betreiben möchte, dies bei der Bundesnetzagentur und dem Betreiber des Stromnetzes anmelden. Damit das schnell geht, bieten Netzwerke wie „München Solar 2030“ dabei Hilfe an.

Erneuerbare Energien in München: Vor der Installation müssen bürokratische Hürden genommen werden

Bevor es richtig losgehen kann, müssen Eigentumsfragen geklärt werden sowie der Ort, an dem die Solaranlage das Licht einfangen soll. Wer Balkon oder Terrasse hat, ist im Vorteil. Solange das Kraftwerk dort installiert wird, benötigt man kein Einverständnis anderer.

Nur jene, die das Gerät an der Hauswand befestigen wollen, müssen ihren Vermieter oder die Eigentümergemeinschaft fragen, sofern sie in einem Mehrparteienhaus leben. Günstig für die Solargeräte ist es, wenn sich die dazugehörige Steckdose draußen befindet. „Ansonsten muss man das Kabel umständlich nach innen führen oder und immer wieder ein- und ausstecken.“

Bötel meint, gerade jetzt sei der perfekte Zeitpunkt fürs eigene Balkonkraftwerk. „Bei der aktuell angespannten Energielage findet man für eine solche Maßnahme wirklich sehr gute Argumente.“

Infos gibt es unter anderem bei https://muenchen.solar2030.de und www.bauzentrum-muenchen.de.

Rentiert sich das Kraftwerk?

Zwischen 400 und 1000 Euro muss ein Haushalt im Schnitt für ein Steckersolargerät investieren. Die Apparate werden als Mini-PV, Plug-In-Kraftwerk, Steckdosen-Solargerät oder ähnliches angeboten. Laut Bötel halten sie 20 bis 40 Jahre. „Sie amortisieren sich nach vier bis acht Jahren, bei steigenden Stromkosten sogar früher.“ Ein häufiger Irrtum ist, zu glauben, dass die Balkonkraftwerke für ihren Nutzer Energie speichern. Sie leiten die gewonnene Solarenergie direkt weiter.

„Die größten Erträge werden mittags generiert“, erklärt Bötel. „Wer also mittags nicht zu Hause ist, kann sie nicht nutzen, und die Überschüsse gehen unvergütet in das Stromnetz.“ Auch bei Stromausfall nutzt das Gerät nichts. „Ohne Wechselstrom aus dem Netz funktioniert der Wechselrichter an der Anlage nicht, und sie schaltet sich ab.“

Spar-Tipp für daheim

Ausschalten statt Dauerladen: Stand-By frisst unnötig Strom, daher gilt: Ladegeräte nach dem Laden aus der Steckdose ziehen, Elektrogeräte richtig ausschalten. Jedes Lämpchen, das leuchtet, signalisiert: es fließt noch Strom. Energieexperten empfehlen deshalb abschaltbare Steckdosenleisten.

Das Umweltbundesamt schätzt, dass der Standbyverbrauch der Geräte in Deutschland Stromkosten von rund vier Milliarden Euro pro Jahr verursachen. Grundsätzlich soll auch die Nutzungsdauer von Elektrogeräten ausgereizt werden. Also das Handy nicht wegwerfen, weil ein Riss im Display ist. Allein der Rohstoffverbrauch und die Herstellung kosten Energie und belasten die Umwelt

In den anderen Teilen der Serie ging es um Tipps zum Energiesparen und Funktionsweisen von Bürgersolaranlagen und Geothermie und die Vermeidung von Wärmeverlust.

Quelle: www.hallo-muenchen.de

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