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Ungarische Kultur und klare Kante - Hallo zu Besuch im Generalkonsulat der Republik Ungarn

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Von: Romy Ebert-Adeikis

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Das ungarische Konsulat vertritt 100.000 Ungarn in Bayern.
Das ungarische Konsulat vertritt 100.000 Ungarn in Bayern. © Romy Ebert-Adeikis

In München ist die Welt zuhause: 45 General- und 82 Honorarkonsulate gibt es in Bayern – die meisten davon natürlich in der Landeshauptstadt. In der aktuellen Serie hat sich Hallo in den spannendsten Konsulaten der Stadt umgesehen – etwa dem Generalkonsulat von Ungarn in Bogenhausen.

MÜNCHEN Gábor Tordai-Lejkó ist ein Mann, der Widersprüche vereint: „Ich bin einer der Jüngsten im Bayerischen Konsularkorps und doch der Dienstälteste“, sagt der 40-Jährige, der seit 2015 Generalkonsul von Ungarn in München ist. Darum ist er zugleich der Sprecher aller ausländischen Diplomaten in Bayern. „Dass es hier so viele Konsulate gibt, zeigt die Wichtigkeit der Region weltweit“, erklärt Tordai-Lejkó.

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*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. © Hallo München

Bereits 1922 existierte in München ein Ungarisch Königliches Konsulat, das mit dem Zweiten Weltkrieg wieder verschwand und erst 1989 wiederbelebt wurde. 2018 kaufte Ungarn für das Generalkonsulat eine prachtvolle Villa in Bogenhausen. „Mit etwa 30 Mitarbeitern ist das Münchner Generalkonsulat vergleichbar mit einer mittelgroßen Botschaft unseres Landes.“ Schließlich ist Deutschland wichtigster Handelspartner Ungarns, bayerische Firmen wie Audi und BMW haben dort Standorte.

Der ungarische Generalkonsul Gábor Tordai-Lejkó.
Der ungarische Generalkonsul Gábor Tordai-Lejkó. © Generalkonsulat Ungarn

Ungarische Vertretung in München: Kultureller Austausch eine Kernaufgabe - Überwindung von Differenzen

Neben konsularischen, politischen und wirtschaftlichen Tätigkeiten, liegt ein Schwerpunkt des Generalkonsulats auf der Präsentation ungarischer Kultur. „Wir haben viele Kooperationen: mit der Langen Nacht der Museen und der Musik, mit der jüdischen Gemeinde oder dem Gasteig“, sagt Tordai-Lejkó.

Auch Ungarische Filmtage und Spezialitäten-Wochen am Rindermarkt gibt es. Dem Deutschen Museum schenkte Ungarn 2019 ein Bogányi-Flügel – ein futuristisches Saiteninstrument aus Karbonmaterial. Gleichzeitig betreut das Generalkonsulat die von Vereinen betriebenen Wochenendschulen, in denen 700 Schüler in Bayern auf Ungarisch unterrichtet werden.

Ungarisches Erbe in München: 75 Wohnhäuser der Jahrhundertwende haben ungarische Architekten entworfen – wie hier an der Franz-Joseph-
Straße 19.
Ungarisches Erbe in München: 75 Wohnhäuser der Jahrhundertwende haben ungarische Architekten entworfen – wie hier an der Franz-Joseph- Straße 19. © Kassandra Fischer

Weniger positiv als die Verbindung zu Bayern sieht der ungarische Generalkonsul die Beziehung seines Landes zur EU. Die hatte seit der Regierungsübernahme Viktor Orbáns 2010 immer wieder die Haltung Ungarns zu Rechtsstaatlichkeit und Minderheitenrechten angeprangert. „Da wird mit zweierlei Maß gemessen, man könnte alle Mitgliedsstaaten kritisieren“ verteidigt Tordai-Lejkó die Politik seines Landes.

Das lehnt eine weitere Integration in die europäischen Gemeinschaft zunehmend ab – trotz großer finanzieller Zuwendungen. „In Ungarn wird aber keine Politik gegen die EU gemacht, sondern eine Politik für unser Land“, erklärt sich der Generalkonsul den Widerspruch. „In den meisten Politikfeldern gibt es große Gemeinsamkeiten.“ Deswegen schließt Tordai-Lejkó einen EU-Austritt Ungarns auch konsequent aus: „Nie im Leben“.

Generalkonsulat von Ungarn

Stadtviertel: Bogenhausen

In München seit: 1922/1989

Repräsentant: Gábor Tordai-Lejkó

Im Amt seit: Januar 2015

Zuständig für: etwa 100 000 ungarische Staatsbürger in Bayern

Das macht der Doyen

Der Doyen ist der Sprecher eines Diplomatenkorps. „Es ist vor allem eine repräsentative Aufgabe“, erklärt Ungarns Generalkonsul Gábor Tordai-Lejkó, der seit zweieinhalb Jahren das Amt des Doyen in Bayern innehat. So nimmt er Termine wahr, zu denen nicht alle Diplomaten eingeladen werden können oder trifft Amtsträger wie Oberbürgermeister oder Landtagspräsidenten im Namen des gesamten Korps.

Zudem werden Aktivitäten für die (General-)Konsuln organisiert – vor der Pandemie etwa ein jährlicher Oktoberfestbesuch. „In Hauptstädten ist der Doyen in der Regel der diplomatische Vertreter des Vatikans“, sagt Tordai-Lejkó. Unterhält der Kirchenstaat dort kein eigenes Konsulat ist der dienstälteste Diplomat zuständig. Das gilt auch für Orte wie München, die keine Hauptstädte sind.

Quelle: www.hallo-muenchen.de

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