Gesundheit: Dr. Roland Derwand

Dr. Roland Derwand: „Die Leute müssen nicht gleich eine Tour de France fahren“

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Dr. Roland Derwand wurde bei den Sportspielen der Mediziner dieses Jahr Radweltmeister.

In den letzten Wochen beleuchtete Hallo Themen rund um das Motto „Fit durch den Sommer“: Warum Fahrradfahren nicht nur die Kondition fördert, erklärt Dr. Roland Derwand.

„Gesund in Serie“ – unter diesem Motto beleuchtet Hallo München wöchentlich Themen der Medizin. Wie Sie fit für den Sommer werden, ist Thema unserer aktuellen Serie. Zum Abschluss verrät der Mediziner Dr. Roland Derwand, welche Vorzüge das Radeln bietet. 

Der Gräfelfinger ist selbst aktiver Rennradler und heuer in dieser Disziplin Weltmeister bei den Medi Games, den Sportweltspielen der Medizin, geworden. 

Radeln ist eine Allzweckwaffe. Denn wer sich regelmäßig in den Sattel schwingt, tut nicht nur etwas für seine Fitness. „Der Stoffwechsel wird angeregt, Herz und Lunge werden gestärkt. Außerdem haben Studien gezeigt, dass sich das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen halbiert, wenn man morgens zur Arbeit und abends wieder zurückradelt“, sagt Derwand.

Positive Auswirkungen auf Kreislauf, Gesundheit und Stimmung

Dr. Roland Derwand ist selbst aktiver Rennradler und steht Hallo für die heutige Ausgabe als Experte zur Seite.

Wer regelmäßig in die Pedale tritt, baue zudem Stress ab und sei daher schneller wieder entspannt. Und auch auf die Stimmung hat das Radeln Auswirkungen. „Im Gehirn werden Endorphine ausgeschüttet und man ist besser gelaunt“, erklärt Derwand. Darüber hinaus schliefen Radler besser und seien seltener krank.

Besonders geeignet sei Radeln für Ältere und Übergewichtige. „Das Hauptgewicht liegt auf dem Sattel. Beim Laufen belaste ich dagegen stärker die Gelenke.“ Auch für Leute, die schon länger keinen Sport mehr getrieben haben, sei Radeln ideal. „Der Einstieg ist leicht. Es kann gut dosiert und an den eigenen Fitnessstand angepasst werden“, so Derwand. 

Anfänger sollten klein anfangen. „Die Leute müssen nicht gleich eine Tour de France fahren. Weniger, aber regelmäßig zu radeln, bringt mehr.“ Zunächst sollte man etwa dreimal in der Woche zwischen 20 und 30 Minuten unterwegs sein. Nach einiger Zeit könne man die Anzahl der Touren steigern, dann die Länge und erst zum Schluss das Tempo.

Derwand empfiehlt Anfängern, mit einem Puls­messer zu trainieren: 180 minus Lebensalter sei die ideale Herzfrequenz zum Einstieg. „So kann ich relativ schnell auf ein gutes Fitnesslevel kommen.“

Lesen Sie auch: Radfahren in München: ADFC-Experte beantwortet die Fragen der Hallo-Leser

Vor der Tour: Fahrrad korrekt einstellen

Wichtig ist dabei, dass das Fahrrad richtig eingestellt ist. „Wenn die Sattelhöhe nicht passt, tritt man nicht so effektiv.“ Zudem könne es sogar zu Knieproblemen oder Rückenschmerzen kommen. „Wenn das rechte Pedal unten ist, soll die rechte Ferse es gerade noch berühren.“ Auch der Lenker sollte nicht zu tief sein, damit man keine Nackenprobleme bekommt. 

Derwand empfiehlt zudem Fahrradhandschuhe. Sie schützen gegen Blasen und Erschütterungen. Besonders wichtig ist Derwand aber, beim Fahrradfahren einen Helm zu tragen. „Ich hatte einen Unfall und dabei hat mir der Helm den Kopf gerettet. Der Helm war an drei Stellen gebrochen, der Kopf nicht.“

Zunehmend trifft man auch E-Bikes auf den Straßen. „Das ist super für Leute, die nicht so mobil sind“, sagt Derwand. Auch für Radler mit einem längeren Arbeitsweg eigneten sie sich gut. „Sie haben einen hohen Komfort, aber auch einen hohen Preis und ein hohes Gewicht.“ 

Vor allem letzteres führe häufig zu Problemen beim Beherrschen des Pedelecs. „Vor allem bergab gibt es eine schnell ansteigende Anzahl von Unfällen.“

Andreas Schwarzbauer

Ideale Verpflegung für die Radl-Tour

Wer eine Tour mit dem Fahrrad macht, sollte ausreichend trinken, empfiehlt Roland Derwand. Isotonische Sportgetränke enthalten wichtige Mineralien. Für den kleinen Hunger unterwegs seien Energieriegel und Bananen geeignet. In der Mittagspause sollte man zu fettiges Essen wie einen Schweinsbraten vermeiden. Auch für das Frühstück vor einer Tour gilt: nicht zu fett und nicht zu viel.

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Eine große Auswahl weiterer Gesundheitsthemen finden Sie in unserer Serien-Übersicht.

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