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Wiesn weltweit (1): So läuft das Oktoberfest in Japan

So läuft die Wiesn in Japan - Der Pasinger Michael Metzenmacher (li.) mit seiner Musikkapelle in Inuyama.
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So läuft die Wiesn in Japan - Der Pasinger Michael Metzenmacher (li.) mit seiner Musikkapelle in Inuyama.
  • Romy Ebert-Adeikis
    VonRomy Ebert-Adeikis
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  • Andreas Schwarzbauer
    Andreas Schwarzbauer
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Keine Bierzelte und Wurstsalat aus Weißwürsten - dafür aber Bier aus München. Ein Pasinger erzählt von der Wiesn in Japan. Er trat dort mit seiner Musikkapelle in Inuyama auf.

Zum zweiten Mal in Folge müssen die Münchner auf ihre Wiesn verzichten. Doch „Oktoberfeste“ finden inzwischen rund um die Welt statt. Auf jedem Kontinent gibt es Bierfeste, die dem Münchner Original – mal mehr, mal weniger getreu – nacheifern. In unserer Serie „Wiesn weltweit“ nehmen wir und einige reiselustige Münchner Sie mit auf eine Tour durch die Bierzelte der Welt.

Biergarten statt -zelt und Döner statt Hendl: Bereits fünfmal hat der Pasinger Michael Metzenmacher (30, Foto li.) mit seiner Musikkapelle zum Oktoberfest im japanischen Inuyama, nördlich der Megametropole Nagoya, aufgespielt. Im dortigen Freizeitpark werden Gebäude aus aller Welt nachgestellt, inklusive eines bayerischen Dorfes, vor dessen Kulisse das japanische Oktoberfest stattfindet.

Dabei sei es mit dem Münchner Original, auf dem Metzenmacher auch schon musikalisch im Einsatz war, eher nicht vergleichbar: „Es war nur ein Bruchteil der Leute da und unsere Auftritte bestanden aus 30-minütigen Shows, bei denen ein Moderator vorher die Musikstücke und die Tracht erklärt hat“, erzählt der Pasinger. Im Anschluss standen die Musiker noch für Fotos mit den Besuchern bereit.

Zudem gab es keinerlei Bierzelt, Metzenmacher und seine Kollegen standen stattdessen zwei Wochen lang in einem Biergarten auf der Bühne.

Die Wiesn in Japan - Ein Münchner tritt mit seiner Musikkapelle auf dem Oktoberfest in Inuyama auf

Immerhin gab es Münchner Bier und bayerische Speisen – allerdings manchmal in ungewohnter Version: „Der Wurstsalat bestand beispielsweise aus Weißwürsten“, berichtet Metzenmacher. Darüber hinaus fanden sich auch Brote mit französischem Käse oder Döner auf der Speisekarte. „Es waren eher typisch europäische Gerichte.“ Das für den japanischen Gaumen ungewohnte Sauerkraut habe es nur „in homöopathischen Dosen“ gegeben.

Das Publikum sei anfangs zurückhaltend gewesen und habe von der sechsköpfigen Kapelle ziemlich zum Mitmachen animiert werden müssen. „Aber wenn die Besucher auf Betriebstemperatur waren, dann sind sie abgegangen“, meint Metzenmacher. Ihm haben die Reisen nach Japan viel Spaß gemacht. „Man bekommt mehr von dem Alltag dort mit und der ist komplett anders als bei uns. Das ist der Reiz für mich.“

Das Oktoberfest in Inuyama ist bei weitem nicht das einzige in Japan. Vor fünf Jahren wurden bereits 59 Veranstaltungen im Land gezählt. Die müssen nicht zwingend im Herbst stattfinden, es gibt auch Feste im Frühjahr oder Sommer. Das größte japanische Oktoberfest wird zehn Tage lang in der Hafenstadt Fukuoka gefeiert. In das dortige Festzelt passen bis zu 3000 Besucher.

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