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Gesundheits- und Trendsports im Hallo-Check ‒ Wie gut ist eigentlich Nordic Walking? 

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Von: Romy Ebert-Adeikis

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Hallo-Redakteurin Romy Ebert-Adeikis (re.) hat mit Nordic-Walking-Trainerin Katrin Wurster eine Schnupperrunde durch den Westpark gedreht, um dem Sport näherzukommen.
Hallo-Redakteurin Romy Ebert-Adeikis (re.) hat mit Nordic-Walking-Trainerin Katrin Wurster eine Schnupperrunde durch den Westpark gedreht, um dem Sport näherzukommen. © HM

Nordic Walking ist komplex, aber für jeden machbar. Eine Trainerin klärt im Hallo-Check über die Vorteile und Hürden des besonderen Gehsports auf.

„Gesund in Serie“ – unter diesem Motto beleuchtet Hallo München wöchentlich Themen der Medizin. Unsere neue Serie widmet sich dem Gesundheitssport. Im Selbstversuch und mit Experten hat Hallo beliebte Aktivitäten und Trends genau unter die Lupe genommen.

Im ersten Teil zeigt Nordic-Walking-Trainerin Katrin Wurster die Vorteile und Hürden des besonderen Gehsports auf.

Gesundheits- und Trendsports im Hallo-Check: Wie gut ist eigentlich... Nordic Walking? 

Steil ist der Anstieg nicht, den ich im Münchner Westpark vor mir habe. Angespannt bin ich trotzdem. Im Schnelldurchlauf hat mir Katrin Wurster, Leiterin des Nordic Fitness Center in München, die Grundlagen eines effizienten Nordic-Walking-Trainings gezeigt.

Jetzt soll ich alles zusammenbringen. „Ordentlich anschieben“, ruft sie mir zu. Und: „Du bist wieder aus dem Rhythmus!“ Stöcke setzen, Hände öffnen – und ja immer Arme und Beine diagonal nach vorne bringen. Ich gebe zu: Koordinativ bringt mich das an die Grenze.

„Bei den meisten macht es zwischen dem sechsten und achten Mal ‚Klick‘“, beruhigt mich Wurster. Sie weiß: „Nordic Walking ist einfach, aber auch komplex.“ Die 52-Jährige war eine Pionierin des Sports in Deutschland, lehrt ihn inzwischen im 20. Jahr.

Entstanden ist er in den 90er-Jahren in Finnland als Sommertraining für Skilang­läufer. „Daraus hat sich relativ schnell ein Ganzjahressport für jedermann entwickelt“, sagt die Sendlingerin. Zu ihren Kursen kommen Menschen zwischen Mitte 20 und Mitte 60, Frauen wie – wenn auch deutlich weniger – Männer. Einzige Einschränkung für den Sport: „Wenn man grundsätzlich schlecht gehen kann, wird es schwierig“, erklärt Wurster.

Auch die Ausrüstung ist einfach: Wichtig sind die richtigen Stöcke (siehe Kasten). Die Schuhe sollten einen guten Halt geben und das Abrollen des Fußes ermöglichen. „Da geht jeder Sport- oder Laufschuh“, sagt die Expertin. Und laufen könne man überall: „In München gibt es zwar keine ausgeschilderten Nordic-­Walking-Strecken. Aber es geht überall entlang der Isar, im Englischen Garten, Forstenrieder Park oder an der Würm ganz wunderbar.“

Viele Krankenkassen bezuschussen Nordic-Walking-Kurse

Gemessen an den geringen Voraussetzungen seien die positiven Effekte beim Nordic Walking erstaunlich, findet Wurster. „Es ist Kardio- und Ausdauertraining, Gang- und Haltungsschule in einem. Viele Muskeln sind gleichzeitig aktiv.“ Mit der richtigen Technik werde der ganze Körper trainiert. Das merke auch ich, als ich schließlich den Westpark-

Anstieg erklommen habe. Nicht meine Beine zeigen eine erste Müdigkeit – sondern die Oberarme. „Das ist ganz normal, kommt vom Anschieben mit den Stöcken“, sagt Wurster.

Das aktive Mitnehmen der Arme ist ein Aspekt, der das Nordic Walking wirklich effizient macht. Daneben gilt: den Körper aufrecht halten, die Füße ordentlich abrollen und den Stock abwechselnd fest greifen und loslassen. „Wer die Ausdauer trainieren will, sollte eine bis eineinhalb Stunden konzentriert gehen“, empfiehlt die Sendlingerin. Der Vorteil: Weil die Bewegungen fließend sein sollen, Tempo und Intensität individuell gewählt werden können, werden die Gelenke weniger stark belastet als etwa beim Joggen. Die Bewegung an der frischen Luft könne außerdem dazu beitragen, Stress abzubauen, das Immunsystem zu stärken oder Rückenschmerzen vorzubeugen.

Von vielen Krankenkassen wird die Teilnahme an zertifizerten Nordic-Walking-Kursen darum als Gesundheitsprävention bezuschusst. Dafür muss der Patient in der Regel die Kosten zunächst vorstrecken, nach Vorlage einer Teilnahmebescheinigung bekommt er Geld zurückerstattet. „Leider“, sagt Wurster, „kommen viele erst, wenn es bereits irgendwo zwickt“.

So bestimmt man die Stocklänge

Für eine saubere Technik beim Gehen ist die richtige Stocklänge zentral. Als Faustregel gilt: die eigene Körpergröße mit 0,66 multiplizieren. Pi mal Daumen sollte die Handschlaufe am Stock auf Höhe des Bauchnabels sein. Wichtig bei der Schlaufe: Sie sollte zweigeteilt sein – für den Daumen und die restlichen Finger. Die Stöcke selbst bestehen in der Regel aus Aluminium oder Carbon.

Im zweiten Teil erklärt Pilates-Trainerin Gina Mathis, warum die klassische Form nicht fürs Selbsttraining daheim oder für Gruppen geeignet ist.

Im dritten Teil erklärt eine Expertin, warum Spazierengehen eigentlich oft überbewertet wird.

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