Naturserie Teil 3

Bienen, Schmetterlinge und Co. in und um München - Insektenbestand schrumpft seit Jahren

Schmetterlinge
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Der „Admiral“ ist ein in München häufig vorkommender Schmetterling.

In und um München finden sich immer weniger Insektenarten, besonders Wildbienen sind bedroht. Man kann mit Verzicht auf Dünger und Pestizide selbst gegen das Insektensterben vorgehen.

Egal ob auf dem Land oder in der Stadt, der hellgelbe Zitronenfalter ist wohl jedem bekannt. Die Art ist nicht gefährdet und auch in München noch häufig zu finden. Im Gegensatz zu vielen anderen Insektenarten. Über die vergangenen Jahrzehnte ist der heimische Insektenbestand andauernd geschrumpft. Monokulturen und die Nutzung von Pestiziden treiben laut Bund Naturschutz den Rückgang enorm voran. Auch die Erschließung neuer Flächen zur Bebauung oder landwirtschaftlichen Nutzung zerstört den Lebensraum vieler Tiere und Insekten. So findet man auch in Bayern immer weniger Arten vor.

Die Münchner müssen aber trotz allem nicht komplett darauf verzichten, die bunten Falter und Bienen zu bewundern. Im Botanischen Garten in Nymphenburg können jedes Jahr knapp 500 Schmetterlinge aus der Nähe betrachtet werden.

Wildbienen akut vom Bienensterben bedroht - etwa 200 Arten rund um München bekannt

Über 100 Wildbienen- und mehr als 40 Hummelarten, die auch zur Familie der Bienen gehören, haben dort ebenfalls ihr Zuhause. Anders als die Honigbienen sind ihre wilden Verwandten akut vom Bienensterben bedroht. Michael Zettler, Mitglied des Imkervereins München, erklärt: „Die Honigbienen werden im Gegensatz zu den Wildbienen von ihren Imkern vor Krankheiten und Parasiten geschützt.“ Ein neuer Wildbienen-Lehrpfad im Norden des Englischen Gartens informiert Spaziergänger über die für unser Ökosystem so nützlichen Insekten.

Auch in der freien Wildbahn findet man an vielen Orten in und um München Schmetterlinge und Bienen. Rund 70 Schmetterlings- und knapp 200 Wildbienenarten sind hier nachgewiesen. Vor allem in Heideflächen, den Isarauen oder Gebieten wie der Allacher und Aubinger Lohe fühlen sich die Insekten wohl.

Selbst gegen Insektensterben vorgehen: Dünger und Pestizide meiden

Um dem Insektensterben entgegenzuwirken, kann jeder Einzelne etwas tun. Zum Beispiel, indem Garten oder Balkon bienen- und schmetterlingsfreundlich gestaltet werden: keine Dünger oder Schädlingsmittel benutzen, spezielle Saatgutmischungen pflanzen sowie Stauden und Sträucher und Monokulturen vermeiden. Auch selbstgebaute Insektenhotels sind ein wertvoller Beitrag. Beim Einkauf sollte man darauf achten, Lebensmittel zu kaufen, die ohne oder mit wenig Pestizideinsatz erzeugt wurden. „Auch die regelmäßige Erfassung der Arten, der Schutz und die Pflege von Biotopen sind wichtig“, sagt Annette von Scholley-Pfab, Mitglied des Arbeitskreises Schmetterlinge des LBV München.

Ein Bote des Frühsommers – der Admiral

Der „Admiral“ (Bild oben) zählt zu den ungefährdeten Arten und ist in München noch häufig vorzufinden. Hier sieht man ihn zusammen mit einem „Kleinen Fuchs“ auf den Blüten eines Schmetterlingsflieders, der zahlreiche Tagfalter anlockt. Dahinter ist eine Biene im Anflug. Den Admiral erkennt man an seiner braun-roten Zeichnung mit kleinen weißen und blauen Flecken an den Flügelspitzen. Die Art zählt zu den Wanderfaltern, die im Frühsommer aus Südeuropa einfliegen, um sich hier fortzupflanzen. 

Der Schwalbenschwanz hält sich gerne auf trockenen, warmen Rasenflächen auf.

Der Schwalbenschwanz

Die Zeichnung des „Schwalbenschwanzes“ gilt als unverwechselbar. Ihm gefallen trockene, warme Rasenflächen, Weibchen sind teilweise an Kräuter- und Gemüsebeeten zu finden. In München sind vor allem in Allach und dem Schwarzhölzl Bestände vertreten.

Der Braune Bär ist eine gefährdeter Nachtfalter.

Der Braune Bär

Zum Schmetterling des Jahres 2021 wurde der „Braune Bär“ ernannt. Er ist ein Nachtfalter und zählt zu den gefährdeten Arten. In München ist er zum Beispiel in der Moosschwaige und der Allacher Heide zu finden.

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