In Bewegung sein – aber richtig!

Gesund im Alltag (4): Münchner Sportmediziner über Tipps, Tricks und so manchen Irrglauben 

Sonnenuntergang beim Schloss Nymphenburg
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Gesundheit durch richtige Bewegung.
  • Romy Ebert-Adeikis
    VonRomy Ebert-Adeikis
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Sport ist gut für die Gesundheit, aber auf was sollte man z.B. beim Joggen achten? Ein Experte gibt außerdem Tipps, was bei Muskelkater, Krämpfen und Rückenschmerzen hilft.

„Gesund in Serie“ – unter diesem Motto beleuchtet Hallo München wöchentlich Themen der Medizin. Aktuell klären wir, wie man seinen Alltag gesund gestaltet – zum Beispiel mit Sport.

Ob man sich auch zu viel betätigen kann, wie gut Joggen dem Körper tatsächlich tut und was gegen Muskelkater hilft, erklärt Dr. Christian Schneider, Facharzt für Sportmedizin am Orthopädiezentrum Theresie.

Dr. Christian Schneider

Joggen: Mit Aufwärmen und guten Schuhen kein Problem

Manche schwören darauf, andere warnen vor zu großen Belastungen: Die Rede ist vom Joggen. „Unser Körper ist ja eigentlich dafür gemacht, dass wir uns bewegen“, sagt Sportmediziner und Orthopäde Christian Schneider Zwar komme es beim Aufsetzen der Füße zu Stauchungen der Gelenke, vom Knöchel über das Knie bishin zur Hüfte. „Aber ein gesunder Körper sollte das beim Joggen abfedern können.“

Wer auf ein gutes Schuhwerk achtet, habe ohnehin einen ausreichenden Puffer unter den Füßen. Außerdem vor dem Sporteln wichtig: „Immer gemütlich warmlaufen und im Idealfall noch zwei oder drei Gymnastikübungen machen“, empfiehlt Schneider.

Hat man nach dem Joggen trotzdem Rückenschmerzen, sollte die Haltung unter die Lupe genommen werden. „Viele gehen beim Laufen zu sehr ins Hohlkreuz“, erklärt der Facharzt. Klar ist: Hat man bereits Schmerzen, zum Beispiel im Knie, sollte man diese behandeln lassen, bevor man Laufen geht. „Der Sport soll ja auch Spaß machen und nicht nur wehtun.“

Heißes Bad hilft bei Muskelkater

Gegen schmerzende Muskeln nach dem Wandern oder Schleppen von Umzugskisten hilft vor allem Eines: ab in die Badewanne oder den Whirlpool. „Das warme Wasser führt zur Durchblutungsförderung und lindert den Schmerz“, verrät Schneider. Manchmal reicht es auch, den Mineralstoffvorrat aufzufüllen – zum Beispiel mit speziellen Sport-Müsliriegeln.

Krämpfe bekämpfen

Ein gern gegebener Tipp, wenn’s unangenehm zwickt: Magnesiumtabletten. „Da ist schon was dran“, bestätigt Schneider. „Durch das Schwitzen gibt es Verschiebungen im Elektrolyt-Haushalt. Das kann Krämpfe auslösen.“ Der Mineralstoff kann dies wieder ausgleichen, zumal der Körper durch das Auflösen der Tabletten in Wasser auch eine Flüssigkeitszufuhr bekommt.

Wichtig ist aber, so Schneider: „Immer nur eine pro Tag nehmen! Zu viel Magnesium führt zu Durchfall.“ Ist immer der gleiche Muskel von Krämpfen betroffen, kann auch ein Magnesiumspray helfen. „Das sprüht man vorm Schlafengehen auf besagte Stelle“, so der Sportmediziner.

Prophylaktisch vor dem Sport könne man wenig tun, „außer sich vorher gut aufwärmen und dehnen“. Bestehen Krämpfe über einen längeren Zeitraum ist ein Besuch beim Arzt aber unumgänglich, so Schneider.

Schmerz lass nach!

„Bei Rückenschmerzen legen sich alle auf die Couch oder ins Bett, dabei ist das genau das Falsche“, sagt Sportmediziner und Orthopäde Schneider. Sobald man sich wieder bewegen kann, sollte man das auch tun – zumindest spazieren gehen oder leichte Übungen. „Sonst wird der Schmerz länger nicht weggehen oder wiederkommen.“

Auch bei Gelenkschmerzen gibt es falsche Vorstellungen. „Es muss nicht immer Kühlen sein“, sagt Schneider. Gereizten Gelenken könne auch Wärme helfen. „Kälte und Wärme fördern die Durchblutung.“

Auf die Signale des Körpers achten

„Grundsätzlich gibt es kein ‚zu viel‘ an Sport“, sagt Sportmediziner Schneider. „Wichtig ist, auf die Signale des Körpers zu hören.“ Reagiert der mit Schmerzen oder Schwellungen ist eine Pause definitiv angebracht. Außerdem: „Manche Menschen flüchten sich in Sport wie Workaholics in Arbeit“, so Schneider. Dann ist ein Besuch beim Psychologen auf jeden Fall ratsam.

In der Serie „Gesund im Alltag“ verraten Experten außerdem, welche Lebensmittel wirklich gut tun, welche Hausmittelchen wirklich helfen und welche nur vermeintliche Helfer in der Hausapotheke stecken.

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