Münchner Sportchampions: Luftkissenfahrer Mario Kohl

Zum Erfolg schweben: Unterföhringer ist Hovercraft-Europameister

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Weil ihr Fahrzeug in der Luft schwebt, führen die Rennen sowohl über Land als auch über Wasser.

Mario Kohl macht sich fit für das nächste Rennen. Dabei nimmt er einiges auf sich und reißt dafür durch ganz Europa....

München – Konzentriert schraubt Mario Kohl (22) an seinem knallgrünen Hovercraft. Er muss sein Luftkissenfahrzeug fit für das nächste Rennen machen. Der Unterföhringer fährt bei internationalen Wettbewerben mit und ist dabei äußerst erfolgreich. 

2018 wurde er Europameister in der Formel S. Heuer tritt er für den 1. Deutschen Luftkissenfahrclub München aus Oberföhring in der nächst­höheren Klasse, der Formel 2, an. 

Momentan liegt er auf Platz zwei. Ob er nochmal Europameister wird, entscheidet sich am kommenden Wochenende in Stockholm. Ähnlich wie beim Autorennen fahren die Hovercraft-Sportler über abgesteckte Strecken. 

Unvergleichliches Fahrgefühl: Mit hoher Geschwindigkeit beschleunigt Mario Kohl mit seinem Hovercraft aus den Kurven.

Sehr leicht kommt es zu Unfällen

Weil ihr Fahrzeug in der Luft schwebt, führen die Rennen sowohl über Land als auch über Wasser. Schon durch die kleinste Unachtsamkeit könne es zu einem Unfall kommen.

 „Rippenbrüche sind an der Tagesordnung“, sagt Kohl. „Denn häufig überschlagen sich die Fahrer und das Gefährt landet auf ihnen.“ Trotzdem ist er von dem Sport gefesselt. Seit er zwölf Jahre alt ist, fährt Kohl Rennen. 

Über seinen Vater kam er zu dem Sport. „Es ist einfach der Wahnsinn. Ich bin auch Motocross oder Kart gefahren, aber das ist alles nicht damit vergleichbar“, schwärmt er. „Allein die Beschleunigung mit 70 bis 80 Stundenkilometern aus den Kurven...“ 

Trainingsmöglichkeiten fehlen in München

Um dieses Gefühl zu erleben, nimmt Kohl einiges auf sich. Die Rennen sind in ganz Europa und die Anreise muss der 22-Jährige selbst finanzieren. Zudem mangelt es in München an Trainingsmöglichkeiten. 

„Um zu trainieren, fahren wir zwei- bis dreimal im Jahr nach Italien.“ Sein Erfolgsgeheimnis: „Man muss wissen, wann man den Gegner ziehen lässt, um keinen Unfall zu riskieren.“ Außerdem sei die Pflege des Fahrzeugs ein wichtiger Erfolgsfaktor. 

Andreas Schwarzbauer

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