Münchner Sportchampions: 800-Meter-Läuferin Christina Hering

Nächster Stopp Tokio? Neuhauserin läuft über Grenzen

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An der Werner-von-Linde-Halle im Olympiapark trainiert Christina Hering – bis zu zehn Mal die Woche.

Sie liebt Geschwindigkeit und freie Beweglichkeit: Die Leichtathletin Christina Hering sprintet leidenschaftlich gern – und über Landesgrenzen hinweg.

München – Gerade schaute die ganze Sportwelt nach Doha – die Neuhauserin Christina Hering war bei der Leichtathletik-WM am Start: Sie ist eine der besten Läuferinnen Deutschlands. Im August hat die 24-Jährige von der LG Stadtwerke München ihren neunten Deutschen Meistertitel über 800 Meter gewonnen. 

Mit einer Zeit von 2:01,37 Minuten lief sie vor ihren Vereinskolleginnen Katharina Trost und Mareen Kalis zu Gold. In Doha war für Hering aber überraschend schon nach dem Vorlauf Schluss.

Zum Sport gekommen ist die Neuhauserin mit acht Jahren. Obwohl ihr Vater ein ehemaliger Bundesliga-Basketballer ist, trainiert sie im Postsportverein Leichtathletik. „Ich kann meinen Sport überall ausüben, brauche dafür nur meine Laufschuhe“, erzählt Hering, die mit 16 Jahren zu ihrem jetzigen Trainer und damit zum Leistungssport wechselte. Bereits zwei Jahre später räumte sie bei den Junior-Europameisterschaften Bronze ab, 2014 wird sie über ihre Distanz erstmals Deutsche Meisterin.

Für ihren Erfolg trainiert die Mittelstreckenläuferin mit ihrer Laufgruppe bis zu zehn Mal pro Woche je zwei Stunden – neben ihrem Managementstudium. Ausdauerlauf, Krafttraining, Sprinttechnik oder Ausgleichssport wie Yoga und Schwimmen stehen auf Herings Programm. 

„Es muss alles zusammenpassen: Kraft, Beweglichkeit, Ausdauer. Beim Wettkampf selbst ist aber meistens der Kopf die entscheidende Komponente.“ Dabei geht es Hering nicht darum, immer mehr Medaillen einzustreichen, sondern um Grenzerfahrungen. „Was mich antreibt ist, dass ich herausfinden will, wie weit ich meinen Körper bringen kann, wo meine Grenze liegt.“

Ein entscheidendes Jahr wird 2020: Einerseits fiebert Hering auf die Olympischen Spiele in Tokio hin. Andererseits beendet sie in dem Jahr ihr Studium. „Bis jetzt stand der Sport für mich immer an erster Stelle. Ob das mit der Belastung eines Vollzeitjobs möglich ist, wird man sehen.“

Romy Ebert-Adeikis

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