Münchner Sportchampions (7): Sebastian Kleiner 

400-Meter-Läufer lief mit Schmerzen zum Titel

+
Volle Konzentration am Start.

Sebastian Kleiner ist in der Altersklasse M35 Deutscher Meister über 400 Meter – und Mediziner. Darum läuft er auch für die Hilfsorganisation „Ärzte der Welt“.

Thomas Müller und seine Teamkollegen vom Deutschen Fußball-Meister Bayern München kennt jeder. Wie sieht es aber mit den Meistern anderer Sportarten aus? Hallo stellt einige von ihnen in der Serie „Münchner Sportchampions“ vor.

„Um als Läufer erfolgreich zu sein, braucht man Biss, aber auch eine mentale Lockerheit“, sagt Sebastian Kleiner. Der 35-Jährige vom TSV Gräfelfing ist im Juli in der Altersklasse M35 Deutscher Meister über 400 Meter geworden. 

„Das war phänomenal, ein Traum ging in Erfüllung“, so Kleiner, der als Radiologe im Klinikum Rechts der Isar arbeitet. Dabei hätte der Münchner eigentlich gar nicht an den Start gehen dürfen. 

Wenige Tage vor der Meisterschaft verletzte er sich am Oberschenkel, als Mediziner hätte er vom Lauf abgeraten. „Aber ich war super in Form“, erklärt der 35-Jährige. „Ich hatte Schmerzen vom ersten bis zum letzten Schritt. Doch ich wollte wenigstens eine Medaille.“ 

Am Ende standen 52,37 Sekunden auf der Zeittafel – und damit der Meistertitel in seiner Paradedisziplin. 

Zur Leichtathletik gekommen ist Kleiner bereits als Schüler. Mit 20 wechselte er dann von München zum TSV Gräfelfing, weil es dort viele andere gute Läufer gab – und noch gibt. Im kommenden Jahr will der 35-Jährige mit seinen Trainingskollegen bei der Deutschen Meisterschaft als Staffel angreifen. 

Ob er 2020 auch als Einzelstarter zur Weltmeisterschaft nach Toronto fährt, ist aber nicht sicher. „Das ist schon ein großer Aufwand.“ Den hat Kleiner ohnehin täglich, um Sport, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. Auf die Gräfelfinger Sportanlage schafft er es meist nur am Wochenende, unter der Woche trainiert er abends für sich. „Das muss man wollen und dafür auch familiären Rückhalt haben.“ 

Gleichzeitig ist das Laufen sein Ausgleich zum stressigen Alltag als Arzt. „Man bekommt den Kopf frei, sieht mal was anderes als die Klinik. Und ein paar Titel mehr dürfen es auch gern werden.“ 

Romy Ebert-Adeikis

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Eine große Auswahl weiterer Gesundheitsthemen finden Sie in unserer Serien-Übersicht.

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Ski-Seniorinnen sausen zum Sieg – So erfolgreich sind die Münchner Rennfahrerinnen
Ski-Seniorinnen sausen zum Sieg – So erfolgreich sind die Münchner Rennfahrerinnen
Er räumt für Unterföhring alles ab
Er räumt für Unterföhring alles ab

Kommentare