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Münchens Älteste: Die Buchhandlung Lentner lebt schon seit 320 Jahren Lesekultur

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Die Buchhandlung Lentner am Marienplatz – eingebettet in das Rathausgebäude.
Die Buchhandlung Lentner am Marienplatz – eingebettet in das Rathausgebäude. © Patricia Stücher

Hallo stellt die älteste Buchhandlung in München vor: Lentner im Rathaus hat seinen Ursprung bereits im Jahr 1698. Die Geschichte des Unternehmens und wie alt das älteste Buch ist.

München – eine Stadt mit Geschichte und Geschichten: In unserer aktuellen Serie begibt sich Hallo München auf die Suche nach den ältesten Vertretern ihrer jeweiligen Gattung. Manches ist sogar älter als die Stadt selbst. Diesmal stellen wir Ihnen die älteste Buchhandlung vor.

Im Rathaus ist die älteste Buchhandlung in München zu finden: Lentner seit 1698

In den alten Mauern des Rathauses findet man die älteste Buchhandlung Münchens. Der Ursprung des Unternehmens geht auf das Jahr 1698 zurück: Damals gründete Johann Hibler einen Buchladen. 1784 übernahm Joseph Lentner die Firma, die fortan seinen Namen trug.

1897 wurde das Unternehmen zum königlich-bayerischen Hoflieferanten ernannt. „Anfangs stand die Buchhandlung in der Kaufinger­straße. Leider wurde im Zweiten Weltkrieg durch Luftangriffe einiges der Firma zerstört, unter anderem das Archiv“ sagt Geschäftsführer Thomas Felber, dessen Familie seit 1960 Eigentümer des Geschäfts ist.

Thomas Felber von der Buchhandlungen Lentner.
Thomas Felber von der Buchhandlungen Lentner. © Patricia Stücher

„Der Neuanfang war 1945 am heutigen Standort Marienplatz. Die Buchhandlung teilte sich die Räume mit einer Parfümerie und wir mussten unsere Bücher auf Spiegeln präsentieren,“ ergänzt Felber. Kurze Zeit später baute ein Schreiner dann die auch heute noch bestehende Ladeneinrichtung und die Zwischendecke aus Abbruchholz und Balken der stark zerstörten Frauenkirche.

Buchhandlung Lentner in München mit Einrichtung aus dem Holz des Doms

Seitdem wurden dem traditionellen Sortiment über Theologie, bayerische Geschichte und mittelalterliche Kunst im Laufe der Zeit auch Kunstkalender, Reiseliteratur und Sachbücher der Politik hinzugefügt.

Dazu sagt Felber: „So vielseitig und facettenreich wie unsere Geschichte, ist auch unser Angebot.“ Die ältesten Bücher, die im Besitz der Buchhandlung sind, archiviert Felber im privaten Bereich.

Dazu gehören ein Gebetsbuch aus dem Jahr 1770 und ein Werk von Josef Friedrich Lentner, welches 1850 erschien. Der Titel lautet „Chronica von dem Geschloße und der Vesten ze Lebenberg“.

„Chronica von dem Geschloße und der Vesten ze Lebenberg“
„Chronica von dem Geschloße und der Vesten ze Lebenberg“ © privat

Auch heute habe das Geschäft noch Zukunft: „Corona war zwar schlimm, aber mit unseren anderen zwei Standorten hatten beziehungsweise haben wir uns gegenseitig unterstützt.“

Und man bleibe trotz aller Tradition immer auf der Höhe der Zeit. So hat Felber bereits im Jahr 2000 einen Onlineshop eingerichtet. Der Inhaber selbst kauft seine Bücher aber immer noch am liebsten vor Ort: „Es ist nachhaltig und gemütlich.“

In der Serie hat Hallo bereits Münchens älteste Person, das älteste Gasthaus, den ältesten Baum und ältesten Triebwagen in den Fokus gestellt.

Patricia Stücher

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