Weltreise durch München (3): 

Nichts tun in bella Monaco – Einen Tag italienischen Müßiggang und Essen

Ein Tag Italien-Urlaub für Carla Caggiano – mit Gondoliere Max Koch in Nymphenburger Schlosskanal.
+
Ein Tag Italien-Urlaub für Carla Caggiano – mit Gondoliere Max Koch in Nymphenburger Schlosskanal.

Dieses Jahr verzichten die meisten auf einen Urlaub in ferne Länder. Wie und wo man auch in der Landeshauptstadt auf exotischen Urlaubsflair trifft, verraten wir in unserer neuen Serie...

  • Hallo nimmt sie auf eine Weltreise mit, ohne die Stadt zu verlassen.
  • München gilt ja schon seit langem als die nördlichste Stadt Italiens.
  • Wo in der Landeshauptstadt das Motto "Dolcefarniente" gilt.

Die Durchsage„Ready for boarding“ werden in diesem Sommer nur wenige Münchner hören. Auf einen Urlaub in fernen Ländern verzichten die meisten. Für spannende Kulturen und exotisches Essen reichen aber ein paar Schritte vor die Wohnungstüre. In unserer Serie „Weltreise durch München“ nehmen wir Sie mit an die schönsten Reiseziele – ohne die Stadt zu verlassen. Also: „Fasten your seatbelts“ und viel Spaß!

Immer, wenn Carla Caggiano Heimweh plagt, sich die öden Gespräche über Arbeit wie Kaugummi ziehen, haut sie ab. Für kurze Zeit, eine Stunde reicht, ein Kurztrip nach Italien, in die Cafébar an der Ecke. Hier am Tresen werden die wirklich wichtigen Dinge des Lebens besprochen: Essen. 

Wie hat die nonna, die Oma daheim, die Pasta gekocht? Wo schmeckt das Olivenöl am besten? Und wie lange knetet der Barista Mario zuhause denn seinen Pizzateig? 

Kein Wunder, dass Michele Perego, Chef von Carlas Lieblingsrestaurant „Acetaia“, erstmal erzählt, wie der Aceto, der Essig, 20 Jahre lang in verschiedenen Holzfässern reift. Das ist keine Nahrungsaufnahme, das ist Philosophie. 

Urlaub in Italien – Mitten in München

Beinahe genauso wichtig: das Dolcefarniente, das süße Nichts­tun. „Unser typisches Sonntagsprogramm“, erzählt Carla Caggiano. „Schön anziehen, frisieren, schminken und flanieren.“ Das geht in München mindestens so gut wie in Italien. 

Durch die Leopoldstraße, wo italienische Einflüsse die Architektur prägen. An der Isar, wo das Wasser in der Sonne glitzert. Oder noch besser: In der Gondel am Nymphenburger Schlosskanal. „Das ist echt italienisches Nichts­tun“, findet Carla und räkelt sich in der Sonne, die Gondel wiegt auf dem Wasser. Das Bötchen ist echte venezianische Handwerkskunst, das Mahagoniholz mit Klavierlack gepinselt. 

Das erzählt Gondoliere Maximilian Koch, der mit seinem Vater im Wechsel die Gondel führt – natürlich im branchentypischen Ringelshirt. 

Ein Tag Italien-Urlaub für Carla Caggiano – mit Gondoliere Max Koch in Nymphenburger Schlosskanal

Ein Tag Italien-Urlaub für Carla Caggiano – mit Gondoliere Max Koch in Nymphenburger Schlosskanal. © hki
Max Koch ist mit dem typischen Ringelshirt der Gondoliere ausgestattet.
Max Koch ist mit dem typischen Ringelshirt der Gondoliere ausgestattet. © hki
Die Gondel schaukelt leicht über den Nymphenburger Schlosskanal.
Die Gondel schaukelt leicht über den Nymphenburger Schlosskanal. © hki
In Carlas Lieblingsrestaurant "Acetaia" gilt das Prinzip "Amore".
In Carlas Lieblingsrestaurant "Acetaia" gilt das Prinzip "Amore". © hki
Ravioli "Acetaia"mit Essig, der 20 Jahre in Holzfässern reift.
Ravioli "Acetaia"mit Essig, der 20 Jahre in Holzfässern reift. © hki
Leckere Cannelloni. Hmm!!!! 
Leckere Cannelloni. Hmm!!!!  © hki
Tartelletta caffe leccese - Ein leckeres Törtchen mit Kaffeecreme.
Tartelletta caffe leccese - Ein leckeres Törtchen mit Kaffeecreme. © hki
Zum Ende des italienisch Urlaubstages in München gehört auch ein Grappa an der Theke.
Zum Ende des italienisch Urlaubstages in München gehört auch ein Grappa an der Theke. © hki

Carla, die ihre Wurzeln im süd­italienischen Dorf Caggiano hat, 140 Kilometer von der Mafia-Hauptstadt Neapel entfernt, will in Oberbayern bleiben. Das Klischee, München sei Italiens nördlichste Stadt, stimmt, findet die 38-Jährige. Nur ihre Großväter, die in den 60er-Jahren als Gastarbeiter nach Deuschland gekommen sind, sind beide ins Belpaese zurückgekehrt. 

Einen Traum hat die Mittelschullehrerin allerdings: „Pizzabäckerin im eigenen Restaurant werden.“ Wer ihre Pizza kennt, kann das nur befürworten. 

Hanni Kinadeter

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Mitten im Orient-Basar - Multikulti im südlichen Bahnhofsviertel
Mitten im Orient-Basar - Multikulti im südlichen Bahnhofsviertel

Kommentare