Richtig analysieren und kräftigen

Zurück zu alter Stärke: Therapiezentrum der Schön-Klinik soll Patienten nach Operationen wieder fit machen

Ralph Berends kann genau sehen, wie viel Kraft und Beweglichkeit das Knie der Patientin hat.
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Ralph Berends kann genau sehen, wie viel Kraft und Beweglichkeit das Knie der Patientin hat.

Wie man nach einer Operation wieder zu Kräften kommt, erklärt Ralph Berends, Leiter des Trainings- und Therapiezentrums der Schön-Klinik München-Harlaching...

„Gesund in Serie“ – unter diesem Motto beleuchtet Hallo München Themen der Medizin. Aktuell dreht sich alles um das Thema Reha. Nach einer Operation ist häufig die Beweglichkeit der Patienten eingeschränkt und die Muskulatur hat sich abgebaut. Der Leiter des Trainings- und Therapiezentrums der Schön-Klinik München-Harlaching, Ralph Berends, verrät, was man dagegen unternehmen kann.

Die Patientin sitzt in einem Fitnessgerät und dreht ihren Oberkörper langsam und gleichmäßig nach links und rechts. Bei ihren Drehungen hebt sie Gewichte an. Auf den ersten Blick sieht es aus wie in einem Fitnessstudio.

Doch die Patientin blickt während des Trainings auf einen Bildschirm. Dieser zeigt ihr genau an, wie schnell und wie weit sie sich drehen sollte.

Der Bildschirm zeigt der Patientin genau an, wie weit sie sich drehen sollte.

„Wir haben vorher genau gemessen und analysiert, wie beweglich und stark die Wirbelsäule der Patientin ist. Dadurch haben wir sehr genaue Werte, wo die Patientin derzeit steht und wo sie aufgrund ihres Geschlechts und Alters eigentlich sein sollte.

Anhand dessen haben wir einen Trainingsplan erstellt“, sagt Ralph Berends. Er leitet das Trainings- und Therapiezentrum der Schön-Klinik. Dort können Patienten nach einer Operation eine ambulante Reha machen.

Eine Operation bringt eine Einschränkung der Beweglichkeit mit sich und durch die anschließende Ruhigstellungsphase gibt es auch einen Kraftverlust

Ralph Berends

Ziel sei es, das durch eine ambulante Reha zu beheben. Dafür müssen die Patienten drei Wochen lang täglich zwischen vier und sechs Stunden ins Trainings- und Therapiezentrum kommen.

Die Reha bestehe aus zwei Hauptbausteinen: der Trainings- und der Physiotherapie. Das sei aber nicht alles. „Wir verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz. Wir bieten unseren Patienten beispielsweise auch eine Ernährungsberatung an.

Über Ergotherapie sowie physikalische Therapie wie Reizstromtherapie bekommen unsere Patienten die komplette Bandbreite an Behandlungsmöglichkeiten vor Ort.“

Viele Patienten kämen nach einer Knie-, Ellbogen- oder Schulter-Operation. Aber auch Besucher mit Bandscheiben- oder Rückenproblemen seien häufig im Trainingszentrum. „Bei uns befinden sich hochmoderne chipkartengesteuerte Trainingsgeräte, welche exakt nach den Bedürfnissen des Patienten programmiert werden.“

So geben sie die Wiederholungszahl, die Kraft und sogar die Pausen vor. Zudem arbeiteten dort nur medizinisch ausgebildete Therapeuten und Sportwissenschaftler.

Darüber hinaus gibt es auch ganz besondere Geräte, wie die Rückenstraße mit ihren fünf Geräten oder das Antischwerkraft-Laufband. Nutzer schlüpfen in eine spezielle Hose, die per Reißverschluss am Gerät befestigt wird.

Der Patient wird so ein wenig hochgehoben und muss nicht mehr sein gesamtes Körpergewicht tagen. „Man kann auf das Kilogramm genau einstellen, wie hoch die Entlastung ist. Es sind bis zu 90 Prozent möglich.“

Im Trainings- und Therapiezentrum der Schönklinik in Harlaching gibt es auch besondere Geräte, wie das Antischwerkraft-Laufband.

Zahlreiche Spitzensportler – darunter Fußballer aus der zweiten Bundesliga oder Kader-Athleten des Deutschen Skiverbandes – sind regelmäßig im Zentrum zu Gast.

Zurück zu alter Stärke: Wo die orthopädische Reha bei der Genesung eines Sturzes einsetzt

AOK-Experte zur Reha-Bürokratie (5)

Wer zahlt die Kosten für eine angeordnete Reha-Maßnahme?

Markus Fink: „In vielen Fällen ist Ihre gesetzliche Krankenversicherung der richtige Ansprechpartner. Es gibt aber Ausnahmen: Wenn mit der Reha der Weg zurück ins Arbeitsleben ermöglicht werden soll, ist meist die Rentenversicherung zuständig. Bei einem Arbeitsunfall oder einer Berufskrankheit, wenden Sie sich am besten an die Unfallversicherung.

Kann ich mir die Reha-­Einrichtung aussuchen, in der ich behandelt werde?

„Gerne können Sie Ihre Wünsche zu einer bestimmten Rehabilitationseinrichtung nennen. Ihr Kostenträger prüft, ob diesen entsprochen werden kann. Dabei wird auch Ihre persönliche Lebens- und Familiensituation beachtet.

Wichtig ist dabei immer, dass das Rehabilitationsziel in der von Ihnen gewählten Einrichtung mit der gleichen Wirkung und in der gleichen Qualität erreicht werden kann, wie in der Einrichtung, die Ihr Kostenträger für Ihre Maßnahme ausgewählt hätte.“

Andreas Schwarzbauer

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